Meisterprüfung in der Pferdewirtschaft

Ziel der Meisterprüfung

Das Ziel der Meisterprüfung ist in der Pferdewirtmeisterprüfungsverordnung definiert. Die Meisterinnen und Meister sollen in der Lage sein, die Fach- und Führungsaufgaben wirtschaftlich und nachhaltig wahrzunehmen, Unternehmen eigenverantwortlich zu führen und auf sich verändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen zu reagieren.

Die Prüfung ist in folgende Prüfungsteile gegliedert:

  • Teil I:   Pferdehaltung, Pferdeeinsatz, Pferdezucht und Dienstleistungen
  • Teil II:  Betriebs- und Unternehmensführung
  • Teil III: Berufsausbildung und Mitarbeiterführung

Zulassungsvoraussetzungen und Vorbereitung

Um zur Prüfung zugelassen werden zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein und nachgewiesen werden:

  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Pferdewirt/Pferdewirtin und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis in Unternehmen der Pferdewirtschaft oder der Landwirtschaft mit Pferdehaltung oder
  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anderen landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens dreijährige Berufspraxis in Unternehmen der Pferdewirtschaft oder der Landwirtschaft mit Pferdehaltung oder
  • eine mindestens fünfjährige Berufspraxis in Unternehmen der Pferdewirtschaft oder der Landwirtschaft mit Pferdehaltung

Die Erfahrung zeigt, dass die sorgfältige Gestaltung dieser Praxisjahre von großer Bedeutung für die Vorbereitung auf die Meisterprüfung ist. Die Zeit soll dazu dienen, ein breit gefächertes praktisches Wissen und ausreichende berufliche Erfahrungen zu sammeln. So ist auch ein Betriebswechsel zu empfehlen, um zum Beispiel unterschiedliche Arbeitsverfahren oder Betriebsstrukturen kennen zu lernen. Auch eine Berufspraxis in anderen Regionen im In- und Ausland kann der angehenden Fach- und Führungskraft wertvolle Erfahrungen vermitteln.

Aufbauend auf diese gezielte Gestaltung der praktischen Tätigkeit nutzen Prüfungskandidatinnen und –kandidaten üblicherweise die Lehrgänge der Landwirtschaftskammer NRW und der Deutschen Reitschule (Warendorf) für die Vorbereitung auf die Meisterprüfung. Die Deutsche Reitschule bietet einen Vorbereitungslehrgang für den Teil I („Pferdehaltung, Pferdeeinsatz, Pferdezucht und Dienstleistungen“) an. Die Termine sind dort zu erfragen. Vorbereitungslehrgänge für die Teile II („Betriebs- und Unternehmensführung“) und III (Berufsausbildung und Mitarbeiterführung) werden durch die Landwirtschaftskammer angeboten. Informationen dazu erhalten Sie unter der unten aufgeführten Kontaktadresse.

Der Besuch der Lehrgänge ist keine Pflichtvoraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung.

Fachrichtung

Die Gliederung des Berufes Pferdewirt/Pferdewirtin in Fachrichtungen spiegelt sich in der Meisterprüfung wider. Bei der Anmeldung zur Prüfung entscheiden Sie sich für eine der folgenden fünf Fachrichtungen:

  • Pferdehaltung und Service,
  • Pferdezucht,
  • Klassische Reitausbildung,
  • Pferderennen oder
  • Spezialreitweisen.

Prüfungsleistungen und ihre Bewertung

Die Prüfungsinhalte und das Prüfungsverfahren sind in der Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Pferdewirtschaftsmeister und Pferdewirtschaftsmeisterin (Pferdewirtmeisterprüfungsverordnung) und in der Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen (einschließlich Meisterprüfungen) im Bereich der Landwirtschaft und Hauswirtschaft geregelt (siehe unten).

Geforderte Prüfungsleistungen

Prüfungsteil „Pferdehaltung, Pferdeeinsatz, Pferdezucht und Dienstleistungen“ (Teil I)

  1. Arbeitsprojekt:
    Die/der Prüfungsteilnehmer/in reicht zwei Aufgabenvorschläge aus ihrer/seiner Fachrichtung ein, sie werden bei der Auswahl des Themas berücksichtigt. Für die Durchführung stehen zwölf Monate zur Verfügung. Der Verlauf und die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert und in einem Fachgespräch vorgestellt und erläutert. Das Fachgespräch soll nicht länger als 120 Minuten dauern.
  2. Schriftliche Prüfung:
    Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Arbeit mit komplexen praxisbezogenen Aufgaben und dauert 180 Minuten.

Prüfungsteil „Betriebs- und Unternehmensführung“ (Teil II)

  1. Arbeitsprojekt
    Bei dem Arbeitsprojekt soll die/der Prüfungsteilnehmer/in im Zeitrahmen von sechs Monaten eine komplexe Aufgabe bearbeiten, deren Inhalt für die weitere betriebswirtschaftliche Entwicklung des Betriebes von Bedeutung ist. Vorschläge des Prüflings sollen berücksichtigt werden. Der Verlauf und die Ergebnisse werden schriftlich dokumentiert und in einem Fachgespräch vorgestellt und erläutert. Das Fachgespräch soll nicht länger als 45 Minuten dauern.
  2. Schriftliche Prüfung:
    Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Arbeit mit komplexen praxisbezogenen Aufgaben und dauert 180 Minuten.

Prüfungsteil „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ (Teil III)

Dieser Prüfungsteil gliedert sich in den Abschnitt Berufsausbildung und den Abschnitt Mitarbeiterführung

Abschnitt Berufsausbildung

  1. Praktischer Teil:
    Der praktische Teil besteht aus einer im Zeitrahmen von sieben Tagen schriftlich zu planenden und in 60 Minuten praktisch durchzuführenden Ausbildungssituation sowie einem Fachgespräch, das nicht länger als 30 Minuten dauern soll. Für die Ausbildungssituation werden vom Prüfling drei Vorschläge eingereicht, die bei der Auswahl des Themas durch den Prüfungsausschuss berücksichtigt werden.
  2. Schriftliche Prüfung:
    Im schriftlichen Teil sollen in 150 Minuten fallbezogene Aufgaben bearbeitet werden.

Abschnitt Mitarbeiterführung

Im Rahmen einer Fallstudie soll eine vorgegebene Situation der Mitarbeiterführung analysiert und die entsprechenden Handlungsoptionen schriftlich dargestellt werden. Dafür stehen 120 Minuten zur Verfügung. Das anschließende Fachgespräch dauert nicht länger als 20 Minuten.

Bewertung der Prüfungsleistungen

Bei der Bewertung der Leistungen haben die Arbeitsprojekte in den Teilen I und II bei der Ermittlung des Ergebnisses im jeweiligen Prüfungsteil das doppelte Gewicht. Die schriftliche Prüfung wird jeweils einfach gewichtet.

Bei der Bewertung des Prüfungsteils „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ gehen der Abschnitt Berufsausbildung zu 60% und der Abschnitt Mitarbeiterführung zu 40% in die Note dieses Prüfungsteils ein. Dabei hat im Abschnitt Berufsausbildung die Note für den praktischen Teil das doppelte Gewicht. Die schriftliche Prüfung wird einfach gewertet.

Die Gesamtnote der Meisterprüfung errechnet sich als arithmetisches Mittel aus den Noten der drei Prüfungsteile. Bei einer Befreiung von einzelnen Prüfungsbestandteilen wird keine Gesamtnote gebildet.

Prüfungsdauer und Bewertung im Überblick:

Prüfungsteil I Prüfungsteil II Prüfungsteil III
Pferdehaltung, Pferdeeinsatz Pferdezucht und Dienstleistungen Betriebs- und Unternehmensführung Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
Arbeitsprojekt
- Durchführung:  12 Monate
- Fachgespräch: 120 Minuten
Bewertung: doppelt
Arbeitsprojekt
- Durchführung:  6 Monate
- Fachgespräch: 45 Minuten
Bewertung: doppelt
Abschnitt Berufsausbildung
Praktischer Teil
-.Vorbereitung: 7 Tage
- Durchführung: 60 Minuten
- Fachgespräch: 30 Minuten
Bewertung: doppelt
Schriftliche Prüfung
- 180 Minuten
Bewertung: einfach
Schriftliche Prüfung
- 180 Minuten
Bewertung: einfach
Schriftliche Prüfung
- 180 Minuten
Bewertung: einfach
Note Berufsausbildung:
(Arbeitsprojekt x 2) +
schriftliche Prüfung / 3
Gewichtung: 60 %
Abschnitt Mitarbeiterführung
Fallstudie
- Bearbeitung: 120 Minuten
- Fachgespräch: 20 Minuten
Gewichtung: 40 %
Ermittlung des Prüfungsergebnisses
Note Prüfungsteil I:
(Arbeitsprojekt x 2) +
schriftliche Prüfung / 3
Note Prüfungsteil II:
(Arbeitsprojekt x 2) +
schriftliche Prüfung / 3
Note Prüfungsteil III:
Teilnote Berufsausbildung plus Teilnote Fallstudie mit jeweiliger Gewichtung
Gesamtnote: (Note Teil I + Note Teil II + Note Teil III) / 3
Die Bildung einer Gesamtnote entfällt bei Befreiung von einzelnen Prüfungsbestandteilen)

Anmeldung zur Prüfung und Termine

Die nächste Meisterprüfung findet 2019 statt. Zu den Vorbereitungslehrgängen und dem Ablauf der Meisterprüfung bieten die Landwirtschaftskammer NRW und die Deutsche Reitschule einen Informationstag am Montag, 3. September, an. Die Veranstaltung findet statt in der Deutschen Reitschule in Warendorf. Weitere Informationen erhalten Sie hier

und unter der unten genannten Kontaktadresse.

Die Anmeldung zur Meisterprüfung mit den erforderlichen Unterlagen muss bis zum 31. Oktober 2018 bei der Landwirtschaftskammer NRW unter folgender Adresse vorliegen:

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Geschäftsbereich 4 - Berufsbildung, Fachschulen
Nevinghoff 40
48147 Münster

Zur Anmeldung verwenden Sie bitte dieses Formular:

Kosten

Die Gebühren für die Entscheidung zur Zulassung und für die Durchführung der Meisterprüfung richten sich nach dem aktuellen Gebührentarif (Stand: 2018) der Landwirtschaftskammer NRW:

  • Erstprüfung: 618 € (Entscheidung über die Prüfungszulassung 265 €, Durchführung der Prüfung 353 €)
  • Wiederholungsprüfung: 353 €.

Für nachfolgende Jahre kann eine Gebührenerhöhung nicht ausgeschlossen werden.

Die Kosten der Vorbereitungslehrgänge sind in diesen Gebühren nicht enthalten!

Fördermöglichkeiten

Nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) und dem Bundesausbildungsförderungsgesetz können Sie während der Vorbereitung auf die Prüfung und in der Prüfung möglicherweise finanziell unterstützt werden. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen der Prüfung sind die

Stellenwert dieses Abschlusses im Bildungssystem

Die Meisterprüfung ist im Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet und damit auf einer Ebene z. B. mit dem Bachelor und dem Fachwirt.

Mit der erfolgreich abgelegten Meisterprüfung kann ein Hochschulstudium in jedem Beruf bzw. Studienfach aufgenommen werden. Einzelheiten dazu regeln die Hochschulgesetze der einzelnen Bundesländer.

Informationen für Nordrhein-Westfalen finden Sie auf der Internetseite des zuständigen Ministeriums:

Informationen für das gesamte Bundesgebiet finden Sie z. B. beim Online-Studienführer:

Kontakt

Sie haben weitere Fragen? Ihr Ansprechpartner in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen:

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Geschäftsbereich 4 - Berufsbildung, Fachschulen
Heinrich Brune
Nevinghoff 40
48147 Münster
Telefon: 0251 2376-300
E-Mail: heinrich.brune@lwk.nrw.de

Stand: Juni 2018