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Homepage Zentrale der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster/Bonn Organisationsplan Ansprechpartner Regionale Dienststelle in Düren Tätigkeitsbericht der Landwirtschaftsschule 1998/99 |
25 Jahre nach Gründung der Landwirtschaftskammer Rheinland eröffnete der damalige Dürener Landrat Schaaf am 10. November 1924 die Landwirtschaftsschule Düren mit den Worten: "Wir brauchen Frauen und Männer, die wissen, alle Errungenschaften der Neuzeit, der Wissenschaft und der Technik zum Fortschritt der landwirtschaftlichen Erzeugung einzusetzen". Dieses gewiß auch heute noch aktuelle Leitbild paßte sich in den Jahrzehnten danach den sich rasant ändernden wirtschaftlichen Bedingungen an. Hatten wir bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts als oberstes Ziel die Steigerung von Ertrag und Qualität, so tritt heute immer mehr die Qualifizierung für Leitungsaufgaben im Unternehmen in den Vordergrund der Aus- und Weiterbildung. Bereitschaft zum kalkulierbaren Risiko, ein hohes Maß an Flexibilität gegenüber Neuem und zupackende Entschlußkraft zeichnen den heutigen landwirtschaftlichen Unternehmer aus. Anforderungen der Gesellschaft hinsichtlich u. a. Tierschutz und Umweltschutz sind zunehmend schwerer mit zwingendem betrieblichen Wachstum der Unternehmen zu vereinbaren und dennoch: Der Unternehmer unternimmt etwas, nimmt etwas in die Hand, wird initiativ, klagt nicht, sondern verändert. Ohne Bereitschaft zum Wagnis ist nirgends Entwicklung möglich. Nichts zu wagen, ist die Garantie, zu scheitern: Denn dann ist das Dasein nur noch Reaktion auf die Welt. Aus dem Hoffen und Warten auf etwas kann nur Enttäuschung entstehen. Wir brauchen eine ständige Änderung unserer Ansichten. "Was gestern gut war, kann heute schlecht sein". Erfolgreiches unternehmerisches Handeln heißt, persönliche Haftung für sein Tun zu übernehmen. Diese Grundsätze versuchen wir, unseren Schülern zu vermitteln.
Landwirtschaftsschule Düren 1952 im Herbst nach Fertigstellung von Rütger-von-Scheven-Str. aus gesehen Nach dem zweiten Weltkrieg gab es 42 Landwirtschaftsschulen im Gebiet der Landwirtschaftskammer Rheinland. 2001 existierten noch drei Landwirtschaftsschulen und Höhere Landbauschulen im Kammergebiet. Nun sind es nur noch zwei - Köln-Auweiler und Kleve. Die Schüler der Dürener Schule kamen in der Regel aus den Kreisen Aachen, Düren, Bergheim, Stadt Köln, Euskirchen, Neuss, Heinsberg, Viersen und Rhein-Sieg-Kreis. Die Schülerzahl unterlag seit Ende der achtziger Jahre einem enormen Schrumpfungsprozess. Während von Anfang bis Mitte der achtziger Jahre noch in fünf Klassen unterrichtet wurde, verringerte sich die Zahl unserer Schüler bis zuletzt auf jeweils eine Landwirtschaftsschulklasse und eine Höhere Landbauschulklasse - ein frühes untrügliches Alarmzeichen für die Gefährdung einer bäuerlich geprägten Landwirtschaft und als unmittelbare Folge auch einer Gefährdung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft. Nachstehende Schaubilder geben Auskunft über die Herkunft unserer Schüler in den letzten Jahren.
Die Schülerzahlen der vergangenen drei Schuljahre waren mit insgesamt 45, 40 und 45
Schüler/innen pro Jahr nahezu konstant geblieben. Man muss allerdings festhalten, dass
das Einzugsgebiet größer geworden war. Der regelmäßige Schulbesuch ist für viele
Schüler/innen, insbesondere in Arbeitsspitzen im elterlichen Betrieb, eine
Herausforderung. Lange Anfahrtswege und die Mithilfe in immer größer werdenden Betrieben
wirken sich erschwerend aus.
EDV-Unterricht im modernen Computerraum der Landwirtschaftsschule (24 Schüler-PC's, alle internetfähig) Innerhalb des Wahlbereiches nimmt die Datenverarbeitung eine Schlüsselfunktion ein. Sie ist nicht mehr wegzudenken und wird in allen Fachbereichen eingesetzt. Nach einem EDV-Grundseminar erfolgt die Unterweisung und die selbständige Arbeit für Betriebsplanungen, Betriebszweig- und Buchführungsauswertungen Maschinenkostenkalkulationen, Ackerschlagkarteien, Futterrations- und Futtermischungsberechnungen für verschiedene Tierarten sowie Textverarbeitung. Die neuen Lehrpläne setzen den Schwerpunkt auf die Ausbildung zum Unternehmer bzw. zum
kompetenten selbständigen Mitarbeiter. Dies ist übergeordnetes Ziel unserer Ausbildung
an der Höheren Landbauschule. Die Umbenennung unserer traditionellen Fachschulformen in
"Berufskolleg der Landwirtschaftskammer Rheinland, Fachschule für Agrarwirtschaft,
Fachrichtung Landwirtschaft", zeigt die Einbindung unserer Schulformen in das gesamte
Bildungssystem unseres Landes und gewährleistet so unseren Absolventen berufliche
Durchlässigkeit bis zur Fachhochschule oder Hochschule. Ob Berufskolleg oder Fachschule, Ziel bleibt nach wie vor, den jungen Menschen in die
Lage zu versetzen, Unternehmen ökonomisch, technisch und umweltverträglich zu führen,
junge Menschen auszubilden, aber auch zu befähigen, zunehmend als qualifizierte
Fachkräfte Dienstleistungsunternehmen zur Verfügung zu stehen.
Mit der Verabschiedung der Landwirtschaftsschulklasse und der Klasse der Höheren Landbauschule 2002/2003 ging Ende Juli 2003 eine
79-jährige Fachschulaera in Düren zu Ende. In den folgenden Bildern sind die letzten Fachschuljahrgänge in Düren mit den Lehren zu sehen. Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr
1998/99
Jahrgang 1998/99 der Höheren Landbauschule mit
Lehrern
Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr
1999/2000
Jahrgang 1999/2000 der Höheren Landbauschule mit Lehrern
Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr
2000/2001
Jahrgang 2000/2001 der Höheren Landbauschule mit Lehrern
Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr
2001/2002
Jahrgang 2001/2002 der Höheren Landbauschule mit Lehrern
Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr
2002/2003
Jahrgang 2002/2003 der Höheren Landbauschule mit Lehrern
Meilensteine der landtechnischen Entwicklung Die Entwicklung der Landtechnik der letzten zwei Jahrhunderte vermittelt sehr
eindrucksvoll die "Sammlung bäuerliches Kulturgut" in der Landwirtschaftsschule
Düren. An über 300 Ausstellungsstücken wird in diesem Museum der landtechnische
Fortschritt von der Handarbeits- bis zur Pferdegespannstufe demonstriert. Schlagkarre im Museum
Martin Esser, der ehemalige Landtechniklehrer und Berater der Höheren Landbauschule Düren, ist seit 50 Jahren leidenschaftlicher Sammler alter landwirtschaftlicher Geräte. Bei seinen Beratungsbesuchen in landwirtschaftlichen Betrieben hat er nicht nur die Landwirte über den neuesten Stand der Landtechnik informiert, sondern auch die hintersten Ecken der Betriebe durchstöbert. Aber auch Schüler und Beraterkollegen wurden von ihm beauftragt, stets nach ausgedienten Geräten Ausschau zu halten. Im Laufe der Zeit kam so eine große Anzahl von unterschiedlichen Geräten zusammen. Als 1978 durch den Erweiterungsbau der Landwirtschaftsschule auch ein neuer großer Kellerraum entstand, kam sehr schnell die Idee, diesen Raum als landtechnisches Museum herzurichten, um so im Zeitalter der Elektronik an die früher übliche schwere Handarbeit in der Landwirtschaft zu erinnern. Während sich Martin Esser auf die Beschaffung und Herrichtung der
Ausstellungsstücke konzentrierte, kümmerte sich Dr. Otto Gräfrath, der ehemalige Leiter
der Landwirtschaftsschule Düren, um die Einrichtung des Museums. Seinen Bemühungen ist
zu verdanken, daß z. B. durch Geldspenden der Kreissparkasse und des Fördervereins der
Landwirtschaftsschule das notwendige Material für die Restaurierungsarbeiten beschafft
werden konnte. Durch die Unterstützung des ehemaligen Oberkreisdirektors Josef Hüttemann
konnten die notwendigen Ausbauarbeiten des Kellerraums zügig erfolgen. Die Sammlung vermittelt nicht nur einen umfangreichen Überblick über
Arbeitsgeräte der Außenwirtschaft, sondern zeigt auch Geräte der Innenwirtschaft und
auch Haushaltsgeräte aus vergangenen Zeiten. Der Verfahrensablauf der Butterherstellung
wird mit zahlreichen Ausstellungsstücken ebenso dokumentiert, wie die Wäschepflege oder
das Kuchenbacken im Landhaushalt. Das Leben auf dem Lande in früheren Zeiten beschreibt
Martin Esser sehr ausführlich und mit launigen Worten in seinem Museumskatalog, der auch
Erläuterungen zu allen ausgestellten Geräten enthält. Eine Besichtigung der Sammlung
ist zur Zeit nur nach vorheriger Anmeldung bei der Landwirtschaftsschule Düren möglich,
Telefon: 02421/59230.
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