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Allgemeine Information

Mit Ende des Schuljahres 2002/2003 ging der Schulbetrieb der Fachschule für Agrarwirtschaft in Düren zu Ende.

Der Schulbetrieb wird an der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer in Köln-Auweiler fortgeführt. Nähere Informationen erhalten Sie unter der Homepage der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

 

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Von der Fachschule zum Berufskolleg der Landwirtschaftskammer Rheinland - Eine historische Betrachtung

25 Jahre nach Gründung der Landwirtschaftskammer Rheinland eröffnete der damalige Dürener Landrat Schaaf am 10. November 1924 die Landwirtschaftsschule Düren mit den Worten: "Wir brauchen Frauen und Männer, die wissen, alle Errungenschaften der Neuzeit, der Wissenschaft und der Technik zum Fortschritt der landwirtschaftlichen Erzeugung einzusetzen".

Dieses gewiß auch heute noch aktuelle Leitbild paßte sich in den Jahrzehnten danach den sich rasant ändernden wirtschaftlichen Bedingungen an. Hatten wir bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts als oberstes Ziel die Steigerung von Ertrag und Qualität, so tritt heute immer mehr die Qualifizierung für Leitungsaufgaben im Unternehmen in den Vordergrund der Aus- und Weiterbildung. Bereitschaft zum kalkulierbaren Risiko, ein hohes Maß an Flexibilität gegenüber Neuem und zupackende Entschlußkraft zeichnen den heutigen landwirtschaftlichen Unternehmer aus. Anforderungen der Gesellschaft hinsichtlich u. a. Tierschutz und Umweltschutz sind zunehmend schwerer mit zwingendem betrieblichen Wachstum der Unternehmen zu vereinbaren und dennoch: Der Unternehmer unternimmt etwas, nimmt etwas in die Hand, wird initiativ, klagt nicht, sondern verändert. Ohne Bereitschaft zum Wagnis ist nirgends Entwicklung möglich. Nichts zu wagen, ist die Garantie, zu scheitern: Denn dann ist das Dasein nur noch Reaktion auf die Welt. Aus dem Hoffen und Warten auf etwas kann nur Enttäuschung entstehen. Wir brauchen eine ständige Änderung unserer Ansichten. "Was gestern gut war, kann heute schlecht sein". Erfolgreiches unternehmerisches Handeln heißt, persönliche Haftung für sein Tun zu übernehmen. Diese Grundsätze versuchen wir, unseren Schülern zu vermitteln.

Landwirtschaftsschule Düren 1952

Landwirtschaftsschule Düren 1952 im Herbst nach Fertigstellung von Rütger-von-Scheven-Str. aus gesehen

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es 42 Landwirtschaftsschulen im Gebiet der Landwirtschaftskammer Rheinland. 2001 existierten noch drei Landwirtschaftsschulen und Höhere Landbauschulen im Kammergebiet. Nun sind es nur noch zwei - Köln-Auweiler und Kleve. Die Schüler der Dürener Schule kamen in der Regel aus den Kreisen Aachen, Düren, Bergheim, Stadt Köln, Euskirchen, Neuss, Heinsberg, Viersen und Rhein-Sieg-Kreis. Die Schülerzahl unterlag seit Ende der achtziger Jahre einem enormen Schrumpfungsprozess. Während von Anfang bis Mitte der achtziger Jahre noch in fünf Klassen unterrichtet wurde, verringerte sich die Zahl unserer Schüler bis zuletzt auf jeweils eine Landwirtschaftsschulklasse und eine Höhere Landbauschulklasse - ein frühes untrügliches Alarmzeichen für die Gefährdung einer bäuerlich geprägten Landwirtschaft und als unmittelbare Folge auch einer Gefährdung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft.

Nachstehende Schaubilder geben Auskunft über die Herkunft unserer Schüler in den letzten Jahren.

Herkunft LS 1998/99

Herkunft HLS 1998/99

Herkunft LS 1999/2000

Herkunft HLS 1999/2000

Herkunft LS 2000/2001

Herkunft HLS 2000/2001

Die Schülerzahlen der vergangenen drei Schuljahre waren mit insgesamt 45, 40 und 45 Schüler/innen pro Jahr nahezu konstant geblieben. Man muss allerdings festhalten, dass das Einzugsgebiet größer geworden war. Der regelmäßige Schulbesuch ist für viele Schüler/innen, insbesondere in Arbeitsspitzen im elterlichen Betrieb, eine Herausforderung. Lange Anfahrtswege und die Mithilfe in immer größer werdenden Betrieben wirken sich erschwerend aus.
Dennoch haben Schüler und ihre Eltern erkannt, dass die Bildung als weiterer Produktionsfaktor neben der Arbeit, dem Boden und dem Kapital, insbesondere in Zeiten immer schwierig werdender agrarpolitischer Rahmenbedingungen, unumgänglich ist.
Hauptziel der Fachschule ist die Weiterbildung zum landwirtschaftlichen Unternehmer. Die Schüler sollen befähigt werden, ihre elterlichen Betriebe erfolgreich weiter zu führen und weiter zu entwickeln im Hinblick auf eine langfristige Existenzsicherung. Diese Zielsetzung setzt voraus, dass die Schüler bestimmte Handlungskompetenzen, wie Fach-, Methoden-, Sozial- und Humankompetenzen erwerben. Hierzu wird der Unterricht handlungsorientiert durchgeführt. Als klassisches Beispiel für den handlungsorientierten Unterricht werden fächerübergreifende Projekte durchgeführt. Die Schüler haben auch die Möglichkeit, neben Pflichtstundenunterricht Fächer aus dem Wahlbereich, wie Datenverarbeitung in der Landwirtschaft, Verfahrenstechnik Innen- und Außenwirtschaft, Alternativer Landbau, Natur- und Landschaftspflege sowie Gemüsebau zu wählen.

EDV-Unterricht

EDV-Unterricht im modernen Computerraum der Landwirtschaftsschule (24 Schüler-PC's, alle internetfähig)

An der Festlegung der Wahlbereiche und der Projektfindung werden die Schüler in den Bildungsgangkonferenzen beteiligt. So wird sichergestellt, dass sich die fachliche Weiterbildung am speziellen Bedarf der Schüler orientiert.
Innerhalb des Wahlbereiches nimmt die Datenverarbeitung eine Schlüsselfunktion ein. Sie ist nicht mehr wegzudenken und wird in allen Fachbereichen eingesetzt. Nach einem EDV-Grundseminar erfolgt die Unterweisung und die selbständige Arbeit für Betriebsplanungen, Betriebszweig- und Buchführungsauswertungen Maschinenkostenkalkulationen, Ackerschlagkarteien, Futterrations- und Futtermischungsberechnungen für verschiedene Tierarten sowie Textverarbeitung.

Die neuen Lehrpläne setzen den Schwerpunkt auf die Ausbildung zum Unternehmer bzw. zum kompetenten selbständigen Mitarbeiter. Dies ist übergeordnetes Ziel unserer Ausbildung an der Höheren Landbauschule. Die Umbenennung unserer traditionellen Fachschulformen in "Berufskolleg der Landwirtschaftskammer Rheinland, Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung Landwirtschaft", zeigt die Einbindung unserer Schulformen in das gesamte Bildungssystem unseres Landes und gewährleistet so unseren Absolventen berufliche Durchlässigkeit bis zur Fachhochschule oder Hochschule.
Landwirtschaftsschule 1999

Landwirtschaftsschule Düren 1999 Sicht: Langenberger Straße

Ob Berufskolleg oder Fachschule, Ziel bleibt nach wie vor, den jungen Menschen in die Lage zu versetzen, Unternehmen ökonomisch, technisch und umweltverträglich zu führen, junge Menschen auszubilden, aber auch zu befähigen, zunehmend als qualifizierte Fachkräfte Dienstleistungsunternehmen zur Verfügung zu stehen. Mit der Verabschiedung der Landwirtschaftsschulklasse und der Klasse der Höheren Landbauschule 2002/2003 ging Ende Juli 2003 eine 79-jährige Fachschulaera in Düren zu Ende. In den folgenden Bildern sind die letzten Fachschuljahrgänge in Düren mit den Lehren zu sehen.

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LS-Klasse 1999

Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr 1998/99

HLS-Klasse 1999

Jahrgang 1998/99 der Höheren Landbauschule mit Lehrern

LS-Klasse 2000

Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr 1999/2000

HLS-Klasse 2000

Jahrgang 1999/2000 der Höheren Landbauschule mit Lehrern

LS-Klasse 2001

Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr 2000/2001

HLS-Klasse 2001

Jahrgang 2000/2001 der Höheren Landbauschule mit Lehrern

LS-Klasse 2002

Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr 2001/2002

HLS-Klasse 2002

Jahrgang 2001/2002 der Höheren Landbauschule mit Lehrern

LS-Klasse 2003

Schüler und Lehrer der Landwirtschaftsschule Düren - Schuljahr 2002/2003

HLS-Klasse 2003

Jahrgang 2002/2003 der Höheren Landbauschule mit Lehrern

 

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Meilensteine der landtechnischen Entwicklung

Die Entwicklung der Landtechnik der letzten zwei Jahrhunderte vermittelt sehr eindrucksvoll die "Sammlung bäuerliches Kulturgut" in der Landwirtschaftsschule Düren. An über 300 Ausstellungsstücken wird in diesem Museum der landtechnische Fortschritt von der Handarbeits- bis zur Pferdegespannstufe demonstriert.
Schlagkarre

Schlagkarre im Museum

 

Martin Esser, der ehemalige Landtechniklehrer und Berater der Höheren Landbauschule Düren, ist seit 50 Jahren leidenschaftlicher Sammler alter landwirtschaftlicher Geräte. Bei seinen Beratungsbesuchen in landwirtschaftlichen Betrieben hat er nicht nur die Landwirte über den neuesten Stand der Landtechnik informiert, sondern auch die hintersten Ecken der Betriebe durchstöbert. Aber auch Schüler und Beraterkollegen wurden von ihm beauftragt, stets nach ausgedienten Geräten Ausschau zu halten. Im Laufe der Zeit kam so eine große Anzahl von unterschiedlichen Geräten zusammen.

Als 1978 durch den Erweiterungsbau der Landwirtschaftsschule auch ein neuer großer Kellerraum entstand, kam sehr schnell die Idee, diesen Raum als landtechnisches Museum herzurichten, um so im Zeitalter der Elektronik an die früher übliche schwere Handarbeit in der Landwirtschaft zu erinnern.

Während sich Martin Esser auf die Beschaffung und Herrichtung der Ausstellungsstücke konzentrierte, kümmerte sich Dr. Otto Gräfrath, der ehemalige Leiter der Landwirtschaftsschule Düren, um die Einrichtung des Museums. Seinen Bemühungen ist zu verdanken, daß z. B. durch Geldspenden der Kreissparkasse und des Fördervereins der Landwirtschaftsschule das notwendige Material für die Restaurierungsarbeiten beschafft werden konnte. Durch die Unterstützung des ehemaligen Oberkreisdirektors Josef Hüttemann konnten die notwendigen Ausbauarbeiten des Kellerraums zügig erfolgen.
Mähbinder

Mähbinder im Museum

Die Sammlung vermittelt nicht nur einen umfangreichen Überblick über Arbeitsgeräte der Außenwirtschaft, sondern zeigt auch Geräte der Innenwirtschaft und auch Haushaltsgeräte aus vergangenen Zeiten. Der Verfahrensablauf der Butterherstellung wird mit zahlreichen Ausstellungsstücken ebenso dokumentiert, wie die Wäschepflege oder das Kuchenbacken im Landhaushalt. Das Leben auf dem Lande in früheren Zeiten beschreibt Martin Esser sehr ausführlich und mit launigen Worten in seinem Museumskatalog, der auch Erläuterungen zu allen ausgestellten Geräten enthält. Eine Besichtigung der Sammlung ist zur Zeit nur nach vorheriger Anmeldung bei der Landwirtschaftsschule Düren möglich, Telefon: 02421/59230.

 

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02421/5923-0
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02421/5923-66
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Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2004