Landschaftselemente - beihilfefähige Fläche

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Auch bestimmte Baumreihen gehören zu den geförderten Landschaftselementen

Die Landschaftselemente sind auch im Greening zu berücksichtigen. Sie können als ökologische Vorrangfläche beantragt werden, sofern diese Teil einer beihilfefähigen Ackerfläche sind. Gleichwohl werden die Landschaftselemente auch bei der Anbaudiversifizierung berücksichtigt und erhöhen rechnerisch die jeweils angebaute Kulturfläche zur sogenannten Bruttofläche. Auch wenn diese Berücksichtigung im Greening nur für Ackerland gilt, können sie für die Prämienzahlung auch weiterhin beantragt werden, wenn sie an Grünland oder Dauerkulturen grenzen.

Alle beihilfefähigen Landschaftselemente sind als Cross Compliance (CC) relevant eingestuft und sind zwingend anzugeben. Eine Beantragung von nicht CC-relevanten Landschaftselementen kann nicht erfolgen. Landschaftselemente können Bestandteil einer Parzelle sein, somit innerhalb einer Parzelle liegen oder an diese direkt angrenzen. Es muss jedoch, soweit möglich, eine eindeutige Zuordnung eines Landschaftselements zu einer Parzelle erfolgen. Welche Landschaftselemente förderfähig sind und welche Bedingungen diese zu erfüllen haben, ist genau geregelt.

Alle Landschaftselemente sind CC-relevant

Die Landschaftselemente unterliegen gemäß der Agrarzahlungenverpflichtungen-Verordnung einem Beseitigungsverbot. Hierbei gilt die völlige oder teilweise Beseitigung von CC-relevanten Landschaftselementen als Verstoß und führt daher zu Kürzungen der jeweils beantragten Flächenprämien. In bestimmten begründeten Fällen kann eine Beseitigung durch die untere Naturschutzbehörde genehmigt werden, um diese Genehmigung hat sich der Antragsteller zu kümmern. Weiterhin besteht keine Verpflichtung zur Pflege der Landschaftselemente, wobei eine ordnungsgemäße Pflege nicht als Beseitigung des Landschaftselements anzusehen ist. Es ist jedoch zu beachten, dass die durchgeführte Pflegemaßnahme nicht einer vollständigen Beseitigung des Landschaftselementes entsprechen darf.

Ferner ist zum Schutz der Brut- und Nistzeiten von Vögeln ein Schnittverbot bei CC-relevanten Hecken, Bäumen in Baumreihen, den Einzelbäumen und den Feldgehölzen im Zeitraum vom 1. März bis zum 30. September einzuhalten. Das Schnittverbot umfasst nicht nur den Schnitt der Landschaftselemente, sondern es darf auch nicht auf den Stock gesetzt werden. Das Landschaftselement muss auch weiterhin zur Betriebsfläche des Antragstellers gehören, er muss also die Verfügungsgewalt haben.

Die Verpflichtungen zum Erhalt von CC-relevanten Landschaftselementen müssen alle Landwirte einhalten, unabhängig davon, ob die Landschaftselemente auch als ökologische Vorrangfläche beantragt werden. Dabei gilt für die Zurechnung der Landschaftselemente das Besitzprinzip, d.h. jeder Antragsteller hat für alle relevanten Landschaftselemente, die sich auf oder an seinen Schlägen befinden und für die er das Nutzungsrecht besitzt, auch die CC-Verpflichtungen einzuhalten. Hierbei geht es nicht um Eigentumsrechte, sondern die Frage, wer bewirtschaftet die Fläche und trägt somit die Verantwortung für die entsprechenden Landschaftselemente, steht im Vordergrund.

Definitionen für bestimmte Landschaftselemente

Bei den Landschaftselementen sind bestimmte Größenabmessungen zu beachten, damit diese im förderrechtlichen Sinne auch als Landschaftselement zulässig sind. Werden diese vorgegebenen Bedingungen hinsichtlich der Größe des Landschaftselements nicht eingehalten, da zum Beispiel ein Feldgehölz größer oder kleiner als vorgegeben ist, so stellt es kein Landschaftselement mehr dar.

Feldgehölze sind beispielsweise ab einer Größe von 50 m² förderfähig, unterhalb dieser Größe gelten sie nicht als Landschaftselement. Auch reine Brombeergebüsche oder Aufforstungsflächen gelten nicht als Feldgehölze. Weiterhin gilt die Obergrenze von 2000 m², oberhalb dieser Größe gilt die Fläche als Wald.

Auch Terrassen zählen zu den CC-relevantes Landschaftselementen und können ebenfalls als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden. Terrassen werden definiert als linear-vertikal Strukturen, die die Hangneigung von landwirtschaftlichen Nutzflächen verringern soll und von Menschen unter Verwendung von Hilfsmaterialen angelegt wurden. Terrassen werden unabhängig von Ihrer tatsächlichen Größe anhand ihrer Länge in m2 beantragt. Hierbei wird generelle eine standardisierte Breite von 2 Meter angerechnet. Somit ist die Länge in m zu ermitteln und mit 2 zu multiplizieren. Die so errechnete Größe ist dann als beantragte Größe in das LE-Verzeichnis einzutragen.

Doch nicht nur die Gesamtgröße eines Landschaftselements ist zu beachten, sondern auch die Bestimmung bezüglich bestimmter Abmessungen.

Nähere Erläuterungen enthält die nachfolgende Aufstellung zu den Typen und der Codierung von allen Landschaftselementen:

Abgrenzung der Landschaftselemente

Um die Größen von Landschaftselemente zu bestimmen, ist es wichtig die Grenzlinien genau zu bestimmen. Ein Landschaftselement muss ganz oder teilweise an eine landwirtschaftliche Nutzfläche angrenzen. Wenn zwischen dem Landschaftselement und der landwirtschaftlichen Nutzfläche eine Trennung existiert, zum Beispiel ein Weg oder ein Graben, gehört das Landschaftselement nicht zur bewirtschafteten Fläche und ist nicht antragsfähig. Böschungen an Gewässern oder Gräben gehören ebenfalls nicht zu den Landschaftselementen. Hecken und Feldgehölze, die flächig an einem Wald liegen und sich nicht eindeutig, zum Beispiel durch einen Weg, vom Wald abgrenzen, können nicht zur förderfähigen Fläche gerechnet werden.

Als Trennlinie zwischen einer Ackerfläche und einem Landschaftselement wird die äußerste Pflug- bzw. Drillreihe angesehen. Beim Grünland gilt als Trennlinie das Ende der nutzbaren Grasnarbe. Gleichartige Landschaftselemente dürfen nicht aneinandergrenzen. Wenn zum Beispiel ein Feldgehölz an ein weiteres Feldgehölz ohne sichtbare Trennung anschließt, so sind diese Feldgehölze als ein zusammenhängendes Feldgehölz anzusehen. Eine künstliche Trennung eines Landschaftselements in mehrere Landschaftselemente zur Verhinderung der Überschreitung der Obergrenzen und somit zur Schaffung der Beihilfevoraussetzungen darf nicht erfolgen und kann bei Nichtbeachtung sanktioniert werden.

Landschaftselemente im Antragsverfahren

In Nordrhein-Westfalen werden die förderfähigen Landschaftselemente separat als Flächenreferenz verwaltet und sind als FLEK gekennzeichnet. Sie sind über einen "Flächenhaften-Landschafts-Element-Kenner" (FLEK) gekennzeichnet und identifizieren die Landschaftselemente in NRW eindeutig. Dieser FLEK beginnt in NRW mit DENWLE06 und wird um weitere 8 Ziffern ergänzt. Die mit einem FLEK gekennzeichneten Landschaftselemente weisen eine Flächengröße sowie einen Typ auf. Eine eindeutige Identifizierung der Landschaftselemente im Referenzsystem ist nur über die FLEK-Bezeichnung des Landschaftselements möglich.

Mit Hilfe des in ELAN integrierten Formblattes, dem Landschaftselement-Verzeichnis, können Landschaftselemente für eine Prämienzahlung im Rahmen der Flächenanträge beantragt werden. Landschaftselemente, die beantragt werden sollen, sind feldblockweise gemäß ihrer Lage den Schlägen und Teilschlägen zuzuordnen. Nur die in der Codierungsliste enthaltenen Landschaftselemente sind unter Berücksichtigung der dort angegebenen weiteren Regelungen förderfähig. Die beantragten Landschaftselemente sind gesondert als eigenständige Fläche in die Luftbildkarten einzutragen. Dieses gilt auch, wenn nur ein Teil des Landschaftselementes beantragt wird.

Es sind zwingend alle Landschaftselemente mit dem zutreffenden Typen und der Größe anzugeben. Eine Beantragung mit 0 m2 ist aufgrund der Greeningvorschriften nicht mehr zulässig. Achten sie darauf, dass ein Landschaftselement nur beantragt werden kann, wenn es Teil der Gesamtparzelle ist, in unmittelbar räumlichen Zusammenhang mit dem Schlag steht und nur einen untergeordneten Teil des Teilschlages ausmacht.

Sollte das Landschaftselement als im Umweltinteresse genutzte Fläche, also als ökologische Vorrangfläche, beantragt werden, so muss dieses gesondert im LE-Verzeichnis vermerkt werden. Die Beantragung von Landschaftselementen als ökologische Vorrangfläche ist jedoch nur zulässig, wenn das jeweilige Landschaftselement einem Ackerschlag zugeordnet ist. Landschaftselemente, die an Dauergrünland- oder Dauerkulturschläge angrenzen, können nicht als im umweltinteresse genutzte Fläche angegeben werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur bestimmte Landschaftselemente sind beihilfefähig (siehe Liste der Typen und Codierungen).
  • Das Landschaftselement muss zu Ihrem Betrieb gehören (Nutzungsrecht durch Eigentum oder Pacht).
  • Die Landschaftselemente, die zu Ihrem Betrieb gehören, sind unter Nennung des zutreffenden Typen anhand der entsprechenden Codierung anzugeben
  • Landschaftselemente müssen in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zu der bewirtschafteten Fläche stehen, das heißt keine Gräben, Straßen, Wege, Bäche zwischen Teilschlag und Landschaftselement.
  • Für Landschaftselemente, die sich über die Parzellen mehrerer Antragsteller erstrecken, kann pro Teilschlag eine Teilfläche beantragt werden (siehe Abbildung Landschaftselemente auf mehreren ParzellenPDF-Datei 12 KB)
  • Bei bestimmten Landschaftselementen dürfen bestimmte Größen, die sich jeweils auf das gesamte Landschaftselement beziehen, nicht überschritten werden.
  • Landschaftselemente dürfen nur einen untergeordneten Teil der Fläche ausmachen.
  • Alle Landschaftselemente unterliegen gemäß der CC-Reglungen einem Beseitigungsverbot
  • Landschaftselemente können nur als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden, wenn sie einem Ackerschlag zugeordnet sind

Typen und Codierungen