Anlage von Blüh- und Schonstreifen

Förderung von Agrarumweltmaßnahmen - Anlage von Blüh- und Schonstreifen

Gegenstand der Förderung

Förderfähig ist die Anlage von Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen auf jeweils denselben oder jährlich wechselnden Acker- und Dauerkulturflächen des Betriebes durch die Einsaat von vorgeschriebenen Saatgutmischungen.

Hinweis: Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen werden im Verlauf des Verpflichtungszeitraumes nicht ihren Status als Ackerland verlieren bzw. sie werden nach Ablauf der Maßnahme nicht als Dauergrünland eingestuft.

Die Förderung beantragen können Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben.

Die Grundantragstellung kann bis zum 30. Juni vor Beginn des Verpflichtungszeitraumes bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer erfolgen. Der Antrag auf Auszahlung ist jährlich jeweils bis zum 15. Mai eines Verpflichtungsjahres (01.01. - 31.12) zu stellen.


Höhe der Zuwendung

Die Höhe der jährlichen Zuwendung beträgt 1.200 €/ha Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonfläche.

Die Bewilligung kann maximal 10 % der zum Zeitpunkt der Grundantragstellung berücksichtigungsfähigen Acker- und Dauerkulturfläche umfassen. Für die jährliche Zuwendung werden Blüh- und Schonstreifen und Blüh- und Schonflächen mit einem Anteil bis zu 20 % des Bezugsschlags berücksichtigt. Im Falle der Anlage von Blüh- oder Schonflächen gilt diese Obergrenze nicht, wenn der antragstellende Betrieb innerhalb eines Feldblocks bis zu 1 ha Acker- oder Dauerkulturfläche bewirtschaftet. Die maximal förderfähige Größe einer einzelnen Blühfläche beträgt in jedem Fall 0,25 ha.

Soweit Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen als ökologische Vorrangfläche gemäß Artikel 46 der VO (EU) Nr. 1307/2013 ausgewiesen sind, wird ein Betrag von 380 Euro je Hektar abgezogen.

Die Bagatellgrenze beträgt 600 € pro Jahr.


Auflagen / Verpflichtungen

Der Verpflichtungszeitraum beträgt 5 Jahre.

Hinweis: Bestehende Blühstreifen/-flächen aus der alten Bewilligung sind nicht förderfähig. Sie können nicht ohne Neuanlage in den neuen Verpflichtungszeitraum übernommen werden. Sofern also bestehende Blühstreifen oder Blühflächen an gleicher Stelle verbleiben sollen, muss eine Neuanlage mit der vorgeschriebenen Saatgutmischung erfolgen.

Aufgrund geänderter Vorschriften im Bereich der Cross Compliance müssen brachliegende Ackerflächen, zu denen auch Blüh- und Schonstreifen und Blüh- und Schonflächen zählen, bis zum 31.07. auf der Fläche verbleiben. Diese Auflage gilt unabhängig davon, ob der Blühstreifen oder die Blühfläche als im Umweltinteresse genutzte Fläche (ökologische Vorrangfläche) angemeldet wurde oder nicht. Der Umbruch ab dem 1. August darf auch nur dann erfolgen, wenn unmittelbar im Anschluss entweder die Neueinsaat des Blüh- und Schonstreifens oder eine Herbstaussaat auf dieser Fläche erfolgt, und die ausgesäte Kultur nicht im gleichen Jahr geerntet wird.

Voraussetzung für die Gewährung einer Zuwendung ist, dass die Zuwendungsempfängerin / der Zuwendungsempfänger

  • Blüh- und Schonstreifen auf seiner Acker- oder Dauerkulturfläche in einer Breite von mindestens 6 bis höchstens 12 Metern entlang der Schlaggrenze oder innerhalb des Schlages oder Blüh- oder Schonflächen von maximal 0,25 ha je Schlag neu anlegt
  • den Umfang der erstmalig zur Auszahlung gelangten Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen für die Dauer von fünf Jahren beibehält; eine jährliche Verlegung der Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen in gleichem Umfang an andere Stelle ist möglich,
  • für die Anlage der Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen ausschließlich eine der in NRW festgelegten Saatgutmischungen aus verschiedenen standortangepassten Pflanzenarten gemäß Anlage 2 des RdErl. d. MKULNV NRW vom 29.10.2015 verwendet und entsprechende Belege für eine Überprüfung vorhält,
  • die Einsaat der Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen spätestens bis zum 15. Mai des Folgejahres vornimmt - wobei eine Herbsteinsaat im Vorjahr nach Ernte der Hauptkultur zulässig ist - und die Blühstreifen oder Blühflächen, sofern sie an andere Stellen verlegt werden sollen, bis zur Ernte der Hauptfrucht, wenigstens aber bis zum 31. Juli stehen lässt,
  • auf den Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen keine Pflanzenschutzmittel ausbringt,
  • auf den Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen außer Pflegemaßnahmen und etwaigen Nachsaaten keine anderweitigen Bearbeitungsmaßnahmen durchführt und die Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen, außer für die genannten Maßnahmen, nicht befährt; im Falle, dass Pflegemaßnahmen notwendig sind, dürfen diese nicht im Zeitraum vom 1. April bis 31. Juli vorgenommen werden,
  • den Aufwuchs der Blüh- und Schonstreifen oder Blüh- und Schonflächen nicht nutzt,
  • den Aufwuchs mindestens in jedem zweiten Jahr nach dem 31. Juli zerkleinert und ganzflächig verteilt.

Rechtsgrundlage

jeweils geltende Fassung der

  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 807/2014 DER KOMMISSION vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1306/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17.12.2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 809/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Rates hinsichtlich der Kontrollverfahren und der Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 640/2014 DER KOMMISSION vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
  • Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (BGBl. 2010 Teil I Nr. 63 S. 1934)
  • InVeKoS-Verordnung vom 24. Februar 2015 (BGBl. 2015 Teil I S. 166) in der Fassung vom 10. Februar 2016, soweit die Bestimmungen für diese Agrarumweltmaßnahme relevant sind
  • Verwaltungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung Nordrhein-Westfalen (LHO NRW)
  • Richtlinien zur Förderung von Agrarumweltmaßnahmen, RdErl. d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz - AZ. II A 4 – 62.71.30 - vom 29. Oktober 2015

Anträge / Anlagen

Grundantrag nach Muster, jährlicher Auszahlungsantrag und Flächenverzeichnis

Stand: 12.05.2017