Extensive Grünlandnutzung

Förderung von Agrarumweltmaßnahmen - Extensive Grünlandnutzung

Gegenstand der Förderung

Förderfähig ist die extensive Bewirtschaftung des gesamten Dauergrünlandes des Betriebes durch eine eingeschränkte Düngung, den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und einen reduzierten Viehbesatz.

Die Förderung beantragen können Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben.

Die Grundantragstellung kann bis zum 30. Juni vor Beginn des Verpflichtungszeitraumes bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer erfolgen. Der Antrag auf Auszahlung ist jährlich jeweils bis zum 15. Mai eines Verpflichtungsjahres (01.01.-31.12) zu stellen.


Höhe der Zuwendung

Die Höhe der jährlichen Zuwendung beträgt 150 € je ha Dauergrünland.
Die Bagatellgrenze beträgt 900 € pro Jahr


Auflagen / Verpflichtungen

Der Verpflichtungszeitraum beträgt 5 Jahre.

Voraussetzung für die Gewährung einer Zuwendung ist, dass die Zuwendungsempfängerin / der Zuwendungsempfänger

  • in seinem Gesamtbetrieb jährlich im Durchschnitt ein Viehbesatz von mindestens 0,6 und höchstens 1,4 raufutterfressende Großvieheinheiten (RGV) je Hektar Dauergrünland einhält
  • kein Dauergrünland in Ackerland umwandelt und kein Dauergrünland umbricht
  • das Dauergrünland mindestens einmal jährlich nutzt.

Auf dem gesamten Dauergrünland des Betriebes dürfen:

  • keine Mineraldünger, die Stickstoff enthalten und keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. In Ausnahmefällen können Pflanzenschutzmittel nach Genehmigung durch die Bewilligungsbehörde ausgebracht werden, für diese Flächen entfällt im Jahr der Anwendung die Förderung.
  • keine organischen oder organisch-mineralischen Düngemittel gemäß Anlage 1 Abschnitt 3 der Düngemittelverordnung ausgebracht werden - außer Wirtschaftsdünger gemäß § 1 Nr. 2 des Düngemittelgesetz
  • nicht mehr Wirtschaftsdünger ausgebracht werden, als es dem Dunganfall eines Gesamtviehbesatzes von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar entspricht,
  • keine Beregnung oder Meliorationsmaßnahmen durchgeführt werden.

Neue Förderbedingungen

Gegenüber den bisherigen Förderbedingungen in dieser Maßnahme ergeben sich für die neue Förderperiode folgende Neuerungen.

  • Die Bezugsfläche für den Viehbesatz war bislang die Hauptfutterfläche (Dauergrünland+ Silomais + Ackerfutter). Künftig ist ausschließlich das Dauergrünland Bezugsfläche!
  • Kälber bis zu 6 Monaten werden jetzt mit 0,4 GVE gewertet, bisher 0,3 GVE.
  • Gehen Flächen während des Verpflichtungszeitraums von 5 Jahren an andere Personen über, muss keine Rückzahlung der erhaltenen Prämien erfolgen.
  • Auch bei Aufgabe des Betriebes muss keine Rückzahlung erfolgen, unabhängig davon wie lange die Verpflichtung erfüllt wurde.
  • Flächenzugänge im Betrieb können im Jahr des Zugangs unmittelbar gefördert werden. Eine vorhergehende Bewilligung dieser Flächen ist nicht mehr erforderlich

Rechtsgrundlage

jeweils geltende Fassung der

  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 807/2014 DER KOMMISSION vom 11.März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1306/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17.12.2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 809/2014 DER KOMMISSION vom 17.Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Rates hinsichtlich der Kontrollverfahren und der Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 640/2014 DER KOMMISSION vom 11. März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
  • Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (BGBl. 2010 Teil I Nr. 63 S. 1934)
  • InVeKoS-Verordnung vom 24. Februar 2015 (BGBl. 2015 Teil I S. 166) in der Fassung vom 10. Februar 2016, soweit die Bestimmungen für diese Agrarumweltmaßnahme relevant sind
  • Verwaltungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung Nordrhein-Westfalen (LHO NRW)
  • Richtlinien zur Förderung von Agrarumweltmaßnahmen, RdErl. d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz - AZ. II A 4 – 62.71.30 - vom 29. Oktober 2015

Anträge / Anlagen

Grundantrag nach Muster, jährliche Auszahlungsantrag mit Nachweis über Viehbesatz und Flächenverzeichnis

Stand: 15.05.2017