Bedrohte Haus-und Nutztierrassen

Förderung der Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen

Rechtsgrundlage

jeweils geltenden Fassung der

  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 807/2014 DER KOMMISSION vom 11. März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1306/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17.12.2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 809/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Rates hinsichtlich der Kontrollverfahren und der Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 640/2014 DER KOMMISSION vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
  • Verwaltungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung (LHO)
  • Richtlinien zur Förderung der Zucht und Haltung bedrohter Haus- und Nutztierrassen, RdErl. d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz II A 2 – 2406.11 v. 24.2.2015

Hinweis: Ab sofort können auch Schafe der Rasse "Skudde" beantragt werden. Dies wurde durch Erlass des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz vom 14.06.2017 geregelt. Die geänderten Richtlinien werden, sobald sie vorliegen, veröffentlicht.


Gegenstand der Förderung

Förderfähig ist die Zucht und Haltung spezieller, in ihrem Bestand bedrohter Haus- und Nutztierrassen, die eine wichtige Genreserve darstellen bzw. durch deren Fortbestand ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft geleistet wird.

Folgende Rassen sind förderfähig:

  • Rinder:
    Rotbuntes Niederungsrind, Glanrind, Rotvieh der Zuchtrichtung Höhenvieh, Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind, Ansbach-Triesdorfer, Deutsches Shorthorn, Gelbvieh, Limpurger, Rotvieh alter Angler Zuchtrichtung, Pinzgauer, Murnau-Werdensfelser, Braunvieh alter Zuchtrichtung, Angler, Hinterwälder und Vorderwälder
  • Schafe:
    Bentheimer Landschaf, Brillenschaf, Graue gehörnte Heidschnucke, Ostfriesisches Milchschaf, Rhönschaf, Waldschaf, Weiße hornlose Heidschnucke, Weißes Bergschaf, Coburger Fuchsschaf, Krainer Steinschaf, Rauwolliges pommersches Landschaf, Weiße gehörnte Heidschnucke, Alpines Steinschaf, Schwarzes Bergschaf, Merinolangwollschaf, Merinofleischschaf, Braunes Bergschaf, Leineschaf, Leineschaf ursprünglicher Typ, Skudden, Weißköpfiges Fleischschaf und Geschecktes Bergschaf
  • Pferde:
    Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Dülmener und Senner, Rottaler, Leutstettener, Pfalz Ardenner Kaltblut, Alt-Württemberger, Schleswiger Kaltblut, Schweres Warmblut, Schwarzwälder Kaltblut und Süddeutsches Kaltblut
  • Schweine:
    Buntes Bentheimer Schwein, Schwäbisch-Hällisches Schwein, Angler Sattelschwein, Rotbuntes Husumer Schwein, Leicoma, Deutsches Edelschwein, Deutsche Landrasse und Deutsches Sattelschwein
  • Ziegen:
    Erzgebirgsziege, Weiße Deutsche Edelziege, Bunte Deutsche Edelziege, Thüringer Wald Ziege und Braune Harzer Ziege

Die Förderung beantragen können Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber, die ihren Hauptwohnsitz bzw. deren land- oder forstwirtschaftliches Unternehmen ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben.

Die Grundantragstellung kann bis zum 30. Juni vor Beginn des Verpflichtungszeitraumes bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer erfolgen. Der Antrag auf Auszahlung ist Jährlich bis zum 15. Mai des Verpflichtungsjahres (01.01. – 31.12)zu stellen.


Höhe der Zuwendungen

Die Höhe der Zuwendung pro Jahr und Tier beträgt für

  • Rinder
    • von 6 Monaten bis 2 Jahren: 120 €
    • Kühen bzw. Bullen: 200 €
  • Pferde:
    • ab 6 Monate bis zu 2 Jahren: 120 €
    • ab 2 Jahren: 200 €
  • Schweinen:
    • Zuchtsau über 50 kg: 100 €
    • andere Schweine: 60 €
  • Schafen:
    • Mutterschaf; Schafbock: 30 €
  • Ziegen:
    • Mutter; Bock: 30 €

Die Bagatellgrenze beträgt 60 € pro Jahr.


Auflagen / Verpflichtungen

Der Verpflichtungszeitraum beträgt 5 Jahre.

Voraussetzung für die Gewährung einer Zuwendung ist, dass die Zuwendungsempfängerin / der Zuwendungsempfänger sich verpflichtet:

  • die Tiere selbst zu halten,
  • an einem mit der Bewilligungsbehörde und dem Zuchtverband abgestimmten Zucht- und Reproduktionsprogramm teilzunehmen.
  • den Nachweis führt, dass er an einem Zucht- und Reproduktionsprogramm einer staatlich anerkannten Züchtervereinigung mit räumlichem Tätigkeitsbereich in Nordrhein-Westfalen teilnimmt.
  • Für Rinder, Pferde und Schweine der Bewilligungsbehörde hierzu eine Zuchtbescheinigung oder der Eintrag ins Zuchtbuch vorlegt.
  • Für Schafe und Ziegen der Nachweis durch die Vorlage einer Zuchtbescheinigung oder Bestandsliste der ins Zuchtbuch eingetragenen oder am Reproduktionsprogramm teilnehmenden Tiere erbringt.

Die Empfänger von Haltungsprämien müssen den beantragten Umfang an Tieren für den gesamten Verpflichtungszeitraum beibehalten. Ausscheidende Tiere sind innerhalb von 6 Monaten zu ersetzen.


Anträge / Anlagen

Die Formulare zum Auszahlungsantrag werden Antragstellern mit gültiger Bewilligung zugesandt. Der Grundantrag mit Anlagen ist bis zum 30.06. zu stellen.

Stand: 20.06.2017