Bildungsmaßnahmen

Zuwendungen zu berufsbezogenen Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen in der Landwirtschaft

Regelung gültig bis 31.12.2022

Rechtsgrundlage

  • Rechtsakte des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission der Europäischen Union
  • Artikel 14 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 17.12.2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der VO (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. Nr. 347 vom 20.12.2013, S. 487), die zuletzt durch die Delegierte Verordnung (EU) 2015/791 (ABl. L 127 vom 22.5.2015, S.1) geändert worden ist.
  • Richtlinien des Landes NRW über die Gewährung von Zuwendungen zu berufsbezogenen Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen in der Landwirtschaft nach dem Rd.Erl. des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz – II-B3 2513.21 vom 23.7.2015; geändert durch Rd. Erl. des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz – II-B3 2513.21 vom 09.06.2016
  • §§ 23 und  44 Absatz 1 LHO mit den dazugehörenden Verwaltungsvorschriften

Was wird gefördert?

Zuwendungszweck ist ein flächendeckendes Angebot berufsbezogener Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen, durch die berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten erhalten, erweitert oder der Entwicklung angepasst werden (Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildung).

Dazu gehören insbesondere:

  1. Betriebsmanagement sowie Vermittlung strategischer und organisatorischer Fähigkeiten,
  2. Erwerb von Qualifikationen für Erwerbskombinationen oder Diversifizierung,
  3. Vorbereitung auf die Anwendung von Produktionsverfahren, die mit Belangen der Landschaftserhaltung, des Umweltschutzes, des Klimaschutzes, der Tierhygiene und des Tierschutzes sowie des Verbraucherschutzes vereinbar sind,
  4. Vermittlung von Grundlagenwissen aus anderen EU-Fördermaßnahmen und deren allgemeine Auswirkungen auf die Betriebsführung, z.B. Greening, Cross-Compliance, Agrarumweltmaßnahmen, Vertragsnaturschutz, Ökolandbau, Investive Naturschutzmaßnahmen,
  5. Vermittlung von Grundlagenwissen zu Beratungsthemen nach Artikel 15 der VO (EU) Nr. 1305/2013

Gefördert werden:

  • Ein- bis eineinhalbtägige Informationsveranstaltungen
  • Lehrgänge von mindestens 2 und maximal 15 Tagen

Die oben genannten Veranstaltungen und Lehrgänge dürfen nur Inhalte umfassen, die nicht Teil normaler landwirtschaftlicher Ausbildungsprogramme im Sekundarbereich oder in höheren Bereichen sind.


Wer wird gefördert?

Von der Bewilligungsbehörde zugelassene Maßnahmeträger, zu deren Aufgabe nach Satzung oder Tätigkeit berufsbezogene Information und Weiterbildung gehören.

  • Öffentliche Organisationen außerhalb der Landesverwaltung
  • Private Organisationen und Einrichtungen des Landwirtschaftsbereichs; dazu zählen auch Zusammenschlüsse von Erzeugern landwirtschaftlicher Produkte und Anbieter landwirtschaftsbezogener Dienstleistungen.

Zuwendungsvoraussetzungen

An der Maßnahme müssen mindestens 7 Personen teilnehmen, die einer der folgenden Gruppen angehören:

  1. in einem land- oder gartenbauwirtschaftlichen Betrieb oder Beruf Tätige oder in diesem Bereich Beratende, die in Nordrhein-Westfalen ihren Hauptwohnsitz haben oder dort in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen.
  2. Mitglieder berufsrelevanter Organisationen (z. B. Landfrauen oder Landjugend) mit abgeschlossener land- oder hauswirtschaftlicher Ausbildung oder einem entsprechenden Studienabschluss, die in Nordrhein-Westfalen ihren Hauptwohnsitz haben
  3. Haupt- oder ehrenamtliche Mitglieder anerkannter Natur- oder Umweltschutzorganisationen, die in Nordrhein-Westfalen ihren Hauptwohnsitz haben
  4. Arbeitslose, die vor ihrer Arbeitslosigkeit in einem landwirtschaftlichen Beruf ausgebildet wurden oder in einem sozialversicherungspflichtigen landwirtschaftlichen Beschäftigungsverhältnis tätig waren und in Nordrhein-Westfalen ihren Hauptwohnsitz haben, sofern nicht eine Förderung mit anderen Gemeinschaftsinstrumenten erfolgt.

In begründeten Einzelfällen kann die Bewilligungsbehörde Ausnahmen zur Gruppengröße zulassen, z.B. wenn aufgrund anderer (Sicherheits-) Vorschriften eine kleinere Teilnehmerzahl vorgeschrieben ist.

Von der Förderung ausgeschlossen sind:

  1. Unternehmerinnen und Unternehmer, einschließlich deren Familienangehöriger, die nicht Kleine oder Mittlere Unternehmer sind,
  2. Personen, die der allgemeinen Schulpflicht unterliegen; dies gilt nicht für Auszubildende in Berufen der Landwirtschaft oder des Gartenbaus,
  3. Teilnehmerinnen oder Teilnehmer, deren Teilnahme mit anderen öffentlichen Mitteln gefördert wird,

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe der Förderung bemisst sich nach der Dauer der Maßnahme:

  • 60% bei Informationsveranstaltungen
  • 70% bei zwei- bis viereinhalbtägigen Lehrgängen
  • 80% bei fünf- bis fünfzehntägigen Lehrgängen

der jeweils nachgewiesenen zuwendungsfähigen Ausgaben

Als Ganztag gilt eine Mindestdauer von 6 Zeitstunden bzw. 8 Lehrgangsstunden zu je 45 Minuten. Halbtage bestehen aus mindestens 3 Zeitstunden (4 Lehrgangsstunden zu je 45 Minuten). Eine Lehrfahrt kann als Halbtag angerechnet werden.

Die Bagatellgrenze beträgt 999 €.


Verpflichtungen

Die Abrechnung muss innerhalb von zwei Monaten nach Abschluss der Maßnahme erfolgen und eine Evaluierungsliste in elektronischer Form enthalten (Excel-Datei). Der Antrag auf Gewährung der Zuwendung ist jeweils zum 1.2., 1.5., 1.8. und 1.11. jeden Jahres bei der Bewilligungsbehörde zu stellen.


Stand: 09.06.2017