Nmin-Richtwerte für Sommerungen 2011
N min-Richtwerte aufbewahren
In die Auswertung sind die Ergebnisse von 236 Nmin-Proben eingeflossen. Sie geben statistisch stabile Mittelwerte wieder, die für den Praktiker einen Anhaltswert bieten, um den Bodenvorrat an Stickstoff in der Düngebedarfsermittelung zu berücksichtigen. Mit dem Aufbewahren dieser Richtwerte bei seinen Düngungsunterlagen kann der Landwirt seiner durch die Düngeverordnung vorgegebenen Aufzeichnungspflicht nachkommen. Die Richtwerte unterliegen wie die Nährstoffvergleiche und Bodenuntersuchungsergebnisse der siebenjährigen Aufbewahrungspflicht und müssen im Falle einer Kontrolle vorgelegt werden können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich auf der Seite www.nmin.de differenziertere Vergleichszahlen aus dem Datenpool der Landwirtschaftskammer zusammenzustellen und auszudrucken. Dort kann direkt aus den Daten auch eine Düngebedarfsermittlung für die verschiedenen Kulturen durchgeführt werden.
Sofern weder eigene Nmin-Untersuchungen, noch Richtwerte oder Vergleichszahlen vorliegen, liegt ein CC-relevanter Verstoß gegen die Nitratrichtlinie vor, der eine Prämienkürzung und ein Bußgeld zur Folge hat.
Richtwerttabelle für Sommerungen 2011
| Bodenart | kg/ha NO3-N + NH4-N | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| anzurechnende Nmin-Werte | Verteilung im Profil | ||||
| Sommergetreide Rüben Σ 0-90 cm |
Kartoffeln Mais Σ 0-60 cm |
0-30 cm |
30-60 cm |
60-90 cm |
|
| leichte Böden (S, lS) |
25 | 17 | 10 | 7 | 8 |
| mittlere und schwere Böden (ssl, lU, sL, uL, L, utL, tL,T) |
45 | 32 | 18 | 14 | 13 |
N-Vorrat gering bis durchschnittlich
Je nachdem, für welche Kultur der Düngebedarf mit der Sollwertmethode berechnet werden soll, ist der Vorrat bis 60 cm oder bis 90 cm Tiefe in Ansatz zu bringen. Sommergetreide und Rüben schöpfen den Bodenvorrat bis 90 cm Tiefe aus. Die Sollwerte für Kartoffeln und Mais sind aus Versuchen mit dem Vorrat aus den oberen beiden Beprobungsschichten abgeleitet worden. Auf leichten Böden, zu denen die Bodenarten Sand, lehmiger Sand und sandiger Schluff zusammengefasst wurden, ist mit 25 bzw. 17 kg/ha N ein niedriger Vorrat vorhanden. Auf besseren Böden ist mehr Stickstoff aus dem Herbst verblieben, der von den Sommerfrüchten verwertet werden kann. In diesem Jahr lassen sich regional nur sehr geringe Unterschiede herausarbeiten. In der Vergangenheit waren auf den besseren rheinischen Böden häufig deutlich höhere N-Vorräte vorhanden, was sich in diesem Jahr nicht zeigt. Die im Rheinland höheren Winterniederschläge dürften in erster Linie für diese Angleichung im Stickstoffniveau verantwortlich sein.
Es muss aber deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Einzelwerte durchaus starken Schwankungen unterliegen. Diese sind umso größer, wenn im Herbst noch organische Düngungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Somit sollten durchaus eigene Nmin-Untersuchungen vorgenommen werden, um den eigenen Standort besser einschätzen zu können. Wurden bereits Dünger ausgebracht hat eine Beprobung keine Sinn mehr, dann muss auf die Richtwerte oder die Vergleichswerte aus www.nmin.de zurückgegriffen werden, um den verbleibenden Bedarf zu kalkulieren.