Nmin-Richtwerte für Winterungen 2011

Bodenprobenahme auf dem Feld

Nmin-Richtwerte für Getreide und Raps

Die Landwirtschaftskammer gibt mit dem monatlichen Nitratdienst regelmäßig einen kurzen Überblick über die Stickstoffdynamik im Boden. Damit wird das von vielen Einflussfaktoren bestimmte Geschehen um den ertrags- und qualitätsrelevanten Nährstoff Stickstoff gegeben. Für die konkrete Ermittlung des Düngebedarfs ist jedoch eine Beprobung des eigenen Schlages das beste Hilfsmittel. Als zweitbeste Möglichkeit die bereits im Boden und damit für die Pflanzenernährung verfügbare Stickstoffmenge zu ermitteln, ist der Vergleich mit ähnlichen Standorten und Kulturen. Beide Möglichkeiten werden auch vom Gesetzgeber als Nachweis zur Einhaltung der guten fachlichen Praxis beim Düngen akzeptiert, um der Verpflichtung nachzukommen, die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen zu ermitteln.

Boden Kultur Vorfrucht kg/ha Nmin Anzahl
Proben
0-30 cm 30-60 cm 60-90 cm 0-90 cm
Sand bis
lehmiger Sand
Getreide und Raps alle 8 6 6 20 100
sandiger Schluff
bis Lehm
Weizen alle 13 12 13 38 401
Gerste, Roggen, Triticale alle 10 10 8 28 195
Raps alle 14 10 7 31 143
schluffig toniger
Lehm bis Ton
Getreide Blattfrucht
und Mais
18 22 11 51 32
Getreide Getreide 13 14 9 36 56
Raps alle 16 14 6 36 27

Mit den hier veröffentlichten Richtwerten kann der Landwirt den für die Düngebedarfsermittlung nach der Sollwertmethode anzurechnenden Bodenvorrat überschlagen. Darüber hinaus unterhält die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen das Internetangebot www.Nmin.de. Hier kann jeder Landwirt aus einer sehr hohen Anzahl von Nmin-Proben durch die Selektion nach vergleichbaren Standortbedingungen einen individuellen Richtwert ermitteln. Dieser kann ausgedruckt werden und wie die Richtwertetabelle als Nachweis verwendet werden. Die Richtwerte oder die eigenen Untersuchungsergebnisse sind 7 Jahre aufzubewahren. Sie werden bei Kontrollen des Fachrechts zur Umsetzung der Düngeverordnung wie auch bei CC-Kontrollen verlangt.

Niedrige Bodenvorräte

Der zu Vegetationsbeginn noch vorhandene und damit für die Pflanzen nutzbare mineralische Stickstoff ( Nmin) wird maßgeblich von der Bodengüte und den über Winter gefallenen Niederschlägen beeinflusst. Somit lassen sich aus der Witterung bereits Rückschlüsse auf das jeweilige Jahresniveau ableiten. In der Übersicht 1 sind die Niederschlagssummen von September 2010 bis Februar 2011 von 22 nordrheinwestfälischen Wetterstationen aufgeführt. Sie werden mit dem in diesem Zeitraum durchschnittlich Niederschlagsmengen verglichen. Dabei wird sehr deutlich, dass die Naturräume in diesem Land ausgesprochen unterschiedlich sind. So fällt im sauerländischen Eslohe im Schnitt mehr als doppelt so viel Niederschlag wie in der Zülpicher Börde. Auffällig ist, dass die rheinischen Wetterstationen im letzten halben Jahr überdurchschnittliche Regenmengen zu verzeichnen hatten. Im westfälischen Bereich sind hingegen recht durchschnittliche Regenmengen gefallen. Nur in Rhaden-Varl jenseits des Wiehengebirges zeigen sich geringere Regenmengen ab. Dabei waren vor allem der November und Januar ausgesprochen nasse Monate. Zum Teil beruhen die Unterschiede in der Summe aber auch schon auf dem September.

Im Mittel der Jahre sind aufgrund der tiefgründigen Böden und der geringeren Niederschlagsmengen im Rheinland höhere Nmin-Werte anzufinden. In diesem Jahr dürften jedoch die dortigen höheren Niederschlagsmengen der Hauptgrund dafür sein, dass eine regionale Differenzierung im Nmin-Niveau nicht gegeben ist. Die in der Tabelle aufgeführten Richtwerte unterscheiden sich somit in erster Linie von der Bodengüte. Die leichten Böden sind mit durchschnittlich 20 kg/ha weitgehend entleert. Dabei spielt die Kultur oder auch die Vorfrucht keine Rolle. Auf den besseren Böden lässt sich eine Differenz zwischen Weizen und den anderen Wintergetreidearten von 10 kg/ha ausmachen. Die Unterschiede in Abhängigkeit der Vorfrucht sind so gering, sodass hier nicht weiter differenziert wurde.

Der Raps hat mit 31 kg/ha ein fast schon erhöhtes Niveau, was aufgrund der Schichtung aber nicht auf einen nicht verbrauchten N-Rest aus dem Herbst schließen lässt, sondern auf eine Freisetzung aus der über Winter abgestorbenen Blattmasse. Auf den schweren Böden sind gleiche Effekte zu beobachten. Hier sind auch klare Unterschiede beim Getreide in Abhängigkeit der Vorfrucht auszumachen. Nach Blattfrüchten und nach Mais sind mit 51 kg/ha Nmin durchaus noch beachtliche Reserven vorhanden. Eine genauere Differenzierung lässt sich auf www.Nmin.de herausarbeiten. Beim derzeitigen Preisniveau für Stickstoffdünger sollten alle Möglichkeiten genutzt werden Stickstoff einzusparen, was natürlich mit einer eigenen Untersuchung am treffsichersten zu bewerkstelligen ist. Wurde bereits eine Andüngung vorgenommen, kann aus einer nachträglichen Nmin-Untersuchung nicht mehr der Düngebedarf abgeleitet werden. Die Richtwerte sollten dann aber zur Bemessung der weiteren N-Gaben herangezogen werden. Der verbleibende N-Bedarf ermittelt sich dann aus dem korrigierten Sollwert abzüglich des Nmin-Gehaltes und abzüglich der bereits ausgebrachten N-Menge.