Sperrfristregelung: keine Gülleausbringung in diesem Zeitraum

Da die Vegetation für einen gewissen Zeitraum im Jahr ruht haben die Pflanzen in dieser Zeit auch keinen Nährstoffbedarf. Der Gesetzgeber hat deshalb eine „Sperrfrist“ für Ackerland und Grünland bestimmt, in dessen Zeiträumen Gülle auf keinen Fall ausgebracht werden darf.

In folgenden Zeiträumen darf der Landwirt keine Gülle ausbringen:

  • Ackerland: ab der Ernte der letzten Hauptfrucht bis 31. Januar
  • Grünland: bei einer Aussaat bis zum 15. Mai in der Zeit vom 1. November bis 31. Januar

Im Herbst dürfen gedüngt werden:

  • Zwischenfrüchte,
  • Winterraps und
  • Feldfutter,

die bis zum 15. September ausgesät wurden, sowie

  • Wintergerste nach Getreide,

die bis zum 1. Oktober ausgesät wurde.

Diese Düngung darf nur bis zum 1. Oktober aufgebracht werden.

Möglichkeit der Sperrfristverschiebung

Landwirte haben allerdings die Möglichkeit, eine „Sperrfristverschiebung“ für ihren gesamten Betrieb zu beantragen. Mit dem Antrag kann der Landwirt die offizielle Sperrfrist entweder vorziehen oder nach hinten verlagern. Für den Landwirt bedeutet dies im Falle des Vorziehens der Sperrfrist zum Beispiel, dass der Zeitraum, in dem er keine Gülle ausbringen darf, bereits bis zu vier Wochen früher beginnt als im Normalfall. Dafür darf er im Gegenzug vier Wochen bevor die offizielle Sperrfrist zu Ende geht schon Gülle ausbringen, sofern die anderen Regeln der guten fachlichen Praxis - siehe auch „Wann darf man keine Gülle ausbringen“ - eingehalten werden. Die Sperrfristverschiebung kann in manchen Jahren sinnvoll sein, wenn die Böden zum Beispiel Mitte Januar oberflächig ausreichend gefroren und dann gut befahrbar sind. Ist der Boden so gefroren, wird er besonders gut geschont, obwohl oft schwere Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt allerdings meistens noch keine Nährstoffe benötigen, verpflichtet der Gesetzgeber den Anwender der Gülle dazu, einen Nitrifikationshemmer einzusetzen, der verhindert, dass der in der Gülle enthaltene Stickstoff zu dem auswaschungsgefährdeten Nitratstickstoff umgebaut wird. Der Stickstoff bleibt dann sehr lange in der Krume fixiert und gelangt nicht ins Grundwasser. Wenn die Pflanzen dann etwas später mit dem Wachstum beginnen, steht ihnen der Stickstoff rechtzeitig und in voller Menge zur Verfügung.

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