Nitratdienst November 2016

Früh gesäter RapsBild vergrößern
Früh gesäte Kulturen profitierten noch von einer besseren Witterungsphase sowie Bodenfeuchte - späte Aussaaten unterliegen der Trockenheit und entwickeln sich oft deutlich schlechter.

Endlich Niederschläge

Nach einem kleinen Kälteeinbruch während der zweiten Oktoberwoche wurde es zu Beginn des Berichtszeitraumes erneut mild mit sonnigen Abschnitten, ohne weiterhin nennenswerte Niederschläge. Am 18. Oktober wechselte dann die Witterung. Die Tagestemperaturen fielen in einen für die Jahreszeit typischen, leicht zweistelligen Bereich. Die Nachttemperaturen blieben ab diesem Zeitpunkt einstellig; Nachtfröste waren jedoch ein seltenes Phänomen. Der Temperaturabfall wurde mit einer landesweiten mehrtägigen Regenperiode eingeläutet, bei der es endlich zu größeren Niederschlagsmengen kam. Um den Monatswechsel änderten sich die Bedingungen, dann wechselten sich Niederschläge mit sonnigen Abschnitten ab. Am Ende des Berichtszeitraumes wurde erneut ein Abschnitt mit Niederschlägen und noch kühleren Temperaturen eingeleitet. Insgesamt wurden innerhalb des vierwöchigen Zeitraumes mit durchschnittlich erzielten Niederschlagssummen von 55 mm annähernd typische Werte für diese Periode erzielt.

Die Niederschläge hatten auf den meisten Böden zur Folge, dass der Wasserspeicher erst einmal wieder aufgefüllt und die kritische Phase damit beendet wurde. Die nutzbare Feldkapazität lag zu Beginn des Novembers wieder bei über 50 % auf sandigen Lehmböden. Verlagerung oder Auswaschung von mobilem Nitratstickstoff war daher kaum zu befürchten. Mit dem Wechsel der Witterung kam es auch zu einer Abkühlung der zuvor noch recht warmen Böden. Vor allem die Durchfeuchtung trug dazu bei. Kürzer werdende Tage sowie die kühlen Luft- und Bodentemperaturen begünstigten zuletzt das Einleiten der Vegetationsruhe, bei der die Pflanzen ihr Wachstum und ihren Stoffwechsel langsam einstellen und kaum noch Nährstoffe aufnehmen. Der Beginn der Gülle-Sperrfrist auf Ackerland zum 1. November ging damit passend mit der Reaktion der Pflanzen auf die Witterung einher. Mit der Abkühlung der Böden wird auch die Neubildung von mineralischem Stickstoff aus der organischen Substanz (Mineralisation) gehemmt, die aber durchaus aufgrund der noch milden Temperaturen bis zum benannten Witterungswechsel stattfand.

Kaum Verlagerung an Nmin-Aufnahme

Unter Wintergerste, Wintertriticale sowie Winterweizen haben sich die durchschnittlichen Nmin-Werte gegenüber dem vorherigen Beobachtungszeitraum nicht verändert. Ammoniumstickstoff konnte unter keiner Fläche nachgewiesen werden. Insbesondere Wintergerste und Winter-Triticale weisen mit durchschnittlich 95 oder 117 kg/ha Nmin hohe Werte auf. Etwa die Hälfte des mineralischen Stickstoffes liegt in der Krumenschicht, in 0 bis 30 cm, vor. Sechs Flächen wurden allerdings im Oktober noch gedüngt. Die Düngung lässt sich zum Beispiel auf der Wintergerstenfläche in Goch-Pfalzdorf oder unter der mit Wintertriticale bestellten Fläche in Stemwede-Levern nachweisen, auf der sich der überwiegende Anteil des gedüngten Stickstoffes in dem erhöhten Nmin-Wert wiederfindet.

Mineralisation teils intensiv

Zugleich lassen sich unter einigen Flächen leichte Mineralisationspotenziale nachweisen, was auf Flächen, die nicht gedüngt wurden, anhand gestiegener Nmin-Werte in der Krume erkennbar ist. Häufiger jedoch ist bei den genannten Kulturen ein Rückgang der Nmin-Werte in der Krume erkennbar, was vor allem durch eine Aufnahme durch die Pflanzen zu erklären ist, da es innerhalb des Beobachtungszeitraumes kaum zu einer Sickerwasserbildung kam und die Bedingungen zu Beginn noch recht wüchsig waren. Eine Ausnahme bildet jedoch die mit Wintertriticale bestellte Fläche in Marienfeld auf Sand, auf der sich eindeutig eine Verlagerung des Stickstoffes aus der Krume in tiefere Schichten nachweisen lässt. Unter Winterweizen konnte im Vergleich zu den anderen Wintergetreidearten mit durchschnittlich gemessenen 65 kg/ha Nmin die geringsten Werte nachgewiesen werden, was unter anderem an der unterbliebenen Düngung liegt.

Aufgrund der Bodenbewegung während der Rodung der Vorkultur Kartoffeln können zum Beispiel Werte über 100 kg Nmin pro Hektar unter der Fläche in Buir sowie Schwerte nachgewiesen werden. Bei Flächen mit Zuckerrübe als Vorkultur lässt sich dieses Phänomen hingegen nicht nachweisen. Bei spät gesätem Winterweizen, wie etwa nach Mais, sind häufig kleine Mineralisationspeaks erkennbar. Zwei der drei Winterrapsbestände haben sich nach der trockenen Periode scheinbar gut entwickelt und haben mehr als 50 kg Stickstoff aufgenommen. Die Fläche in Vettweiß-Gladbach wurde im Oktober noch einmal gedüngt, sodass die Aufnahmerate an Stickstoff hier durch den gedüngten Stickstoff überdeckt wird. Bei den zwei Zuckerrübenflächen lassen sich geringe Mengen Mineralisationsstickstoff nachweisen. Die Werte haben sich gegenüber dem Vormonat damit leicht erhöht. Hier ist wahrscheinlich abgestorbene Blattmasse, die umgesetzt wird, der Grund. Eine Aufnahme von Stickstoff durch die Pflanzen dürfte mittlerweile weitestgehend beendet sein. Viele Zwischenfruchtkulturen sowie -mischungen, unter anderem Greening-Begrünungen, haben innerhalb des Referenzeitraumes noch moderat Stickstoff aufgenommen und in der lebenden Biomasse eingelagert.

Da sich die meisten Pflanzenarten mittlerweile in der generativen Phase befinden, ist die Aufnahme des Hauptnährstoffes kaum mehr gegeben. Anders verhält es sich mit Zwischenfruchtgras, das auch noch größere Stickstoffmengen aufnehmen kann, weil es in der vegetativen Phase überdauert und damit länger produktiv ist. Ein gutes Beispiel ist hier der Bestand in Schlangen, der größere Mengen des hinterlassenen Stickstoffes der Körnererbsen verwerten konnte. Erwähnenswert ist noch der sehr hohe Anstieg des Nmin-Wertes um 117 kg/ha auf der Brachefläche in Weilerswist. Hier scheinen die Kombination aus Ernteresten, deren flache Einarbeitung sowie eine günstige Bodenfeuchtigkeit und Bodentemperatur die Mineralisation stark begünstigt zu haben.

Autor: Holger Fechner