Rechnet sich eine Beregnung?

Regner auf einem Gemüsefeld

Zu nass oder zu trocken, selten passt die Witterung für den speziellen Standort. In Zukunft wird es wohl nicht besser, im Gegenteil die Witterungsextreme könnten zunehmen. Wohl also dem, der Wasser „gezielt“ zuführen kann. Nicht selten haben sich die Investitionen in eine Beregung schon in 1-2 trockenen Jahren bezahlt gemacht. Zugegeben, die variablen Kosten insbesondere für die Arbeit des „Umsetzens“ sind hoch, haben aber erfahrungsgemäß eine „gute Verzinsung“. In trockenen Jahren verdient derjenige, der dann Ertrag und Qualität erzeugt gutes Geld. In Jahren des Wasserüberflusses bringt die Beregung nichts, kostet aber auch weniger, da die variablen Kosten für Energie und Umsetzen nicht anfallen.

Ein Problem ist vielfach die Verfügbarkeit bzw. Beschaffung des Wassers. Natürlich wäre es auch schön, wenn es größere Beregnungsblöcke (ab 50 ha) im Betrieb gäbe. Vielleicht kann man aber auch mit dem Feldnachbarn sprechen.

Die Entnahme aus Oberflächengewässer wird oft nur sehr restriktiv genehmigt, während das Grundwasser sehr tief oder unzugänglich ist. Trotzdem können sich wie aus der Modellrechnung ersichtlich die Investitionen je nach Fruchtfolge rechnen. Optimal wäre in jedem zweiten Jahr eine beregnungswürdige Kultur aber auch alle vier Jahre kann es je nach individuellen Voraussetzungen rechnen. Beregnungswürdig sind alle Kulturen die ein zeitkritisches Wasserbedürfnis haben und höhere Umsätze versprechen.

Sichern Sie sich baldmöglichst Ihr Beregnungswasser bevor es andere (für sich) tun, Investitionen in wassersparende und bodenschonende Technik sind vielfach teurer, können sich auf Dauer aber trotzdem rechnen!

Die Kosten für die Beregnung schwanken natürlich je nach den örtlichen Gegebenheiten. Aus den Berechnungen ergeben sich folgende Ansätze:

Die festen Kosten für eine Beregnungsfähige Fläche von 50 bis 100 ha setzen sich aus Brunnen, Pumpenaggregat für Diesel oder Strom, Erdleitung, Hydranten und Beregnungsmaschinen in Höhe von ca. 100 Euro/ha zusammen. Die variablen Kosten für Diesel/Strom und Arbeit (Umsetzen) bewegen sich zwischen 1,00 bis 2,00 Euro/mm wobei die Stromlösung die deutlich kostengünstigere Variante ist.

Vielfach sind insgesamt 50mm bis 100mm Wasser zur rechten Zeit verteilt der entscheidende Ertrags- und Qualitätsfaktor, d. h. mit 200 bis 300 Euro/ha ist eine entsprechende „Versicherung“ möglich.

Bei der Modellrechnung ist unterstellt, dass in dem „Beregnungsblock“ die Beregnungskapazität für 25 % der Flächen vorhanden ist. Man kann bei der Modellrechnung erkennen, dass die Beregung nicht so sehr aufgrund des Mehrertrages, sondern aufgrund höherer Preise in trockenen Jahren und natürlich nur bei umsatzstärkeren Kulturen rechnet. Ein weiterer wesentlicher Punkt in der Betrachtung ist die höhere Ertragssicherheit und Qualität, dieser Ansatz ist in der Berechnung monetär jedoch nicht bewertet. Der Einbau einer zweiten „beregungswürdigen Kultur“ in der Fruchtfolge würde das Ergebnis weiter deutlich verbessern.

Autor: Hans Jürgen Hölzmann