Biodiversitätsberatung im Projekt „Stabilisierung der Population wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“

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Kiebitz. Foto: Hans Glader, piclease

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat im März 2016 die Bewilligung des Projektes „Stabilisierung der Population wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“ von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erhalten. Kooperationspartner im Projekt ist die Biologische Station im Kreis Düren. Das von der  DBU getragene Projekt soll die Population gefährdeter Zielarten in der Ackerbauregion Zülpicher Börde stabilisieren und fördern. Zur Erreichung dieses Ziels wurde ein kooperativer Beratungsansatz gewählt, der in den kommenden vier Jahren von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen - fachlich unterstützt von der Biologischen Station Düren - umgesetzt wird.

Auswertungen des LANUV zeigen, dass neben zahlreichen Agrarvögeln auch andere Arten der Agrarlandschaften, wie Feldhamster und Knoblauchkröte in NRW hochgradig gefährdet sind. Die Ursachen für den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften wie der Zülpicher Börde liegen neben der strukturellen Verarmung auch in einer Verschlechterung der Lebensraumqualität der landwirtschaftlichen Flächen.

Im Rahmen der Agrarumweltförderung und des Vertragsnaturschutzes existieren Förderbausteine für den Naturschutz, deren Akzeptanz ist in den Ackerbauregionen allerdings gering. Daher ist es Ziel des Projektes, die Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen durch eine neue und intensivere Beratung durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zu steigern. Zielführend hierbei ist die Verknüpfung des naturschutzfachlichen Know-hows der Naturschutzinstitution Biologische Station mit dem beratungsfachlichen Know-how und dem Vertrauen, dass die Landwirte der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen entgegenbringen. Die Erprobung dieses innovativen und kooperativen Beratungsansatzes soll im Projektgebiet “ Zülpicher Börde“ stattfinden.

Vor diesem Hintergrund ist das Hauptziel des Projektantrages eine Zunahme der benannten bördetypischen Zielarten und somit eine Stabilisierung der Populationen wertgebender Arten in der Zülpicher Börde. Dies soll durch die gezielte Beratung von mindestens 130 Betrieben innerhalb des Projektzeitraums  von vier Jahren erreicht werden. Ein projektbegleitendes Monitoring zur Erfolgskontrolle wird zeigen, inwieweit die Herangehensweise geeignet ist, das genannte Hauptziel zu erreichen. Die Projektergebnisse könnten dann auf andere Agrarlandschaften in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland übertragen werden.

Projektbeginn war der 1. August 2016. Am 26. September 2016 fand als Auftakt eine erste Informationsveranstaltung an der Kreisstelle in Düren statt.

Vorträge der Tagung

  1. Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Übersicht und Projekt Zülpicher Börde
    Dr. Reinhard Stock, Deutsche Bundesstiftung Umwelt
  2. Die Bedeutung des DBU-Bördenprojektes für den Naturschutz aus der Sicht des Landes NRW
    Dr. Georg Verbücheln, LANUV NRW
  3. DBU Projekt „Stabilisierung der Population wertgebender Arten in der Zülpicher Börde“
    Elisabeth Verhaag, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Auf Wunsch schicken wir Ihnen die Vorträge gerne per E-Mail zu. Schreiben Sie bitte an stefan.bohres@lwk.nrw.de.

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