Maßnahmeblatt: Ackerbrachen

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Ackerbrache

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Brachflächen erfüllen aus ökologischer Sicht vielfältige Funktionen. Dies spiegelt sich in der Förderung zahlreicher Pflanzenarten und an den Lebensraum gebundener Tierarten wieder. Die primären Funktionen der Brachfläche sind die Bereitstellung eines Rückzugsraumes und die Nutzung als Nahrungsquelle.

Bei den Brachen gibt es zwei Varianten, die eine hohe Biodiversitätsleistung erzielen. Zum einen stellt die Einsaatbrache, bei der die gezielte Ansaat von verschiedenen, angepassten Einsaatmischungen eine natürliche Reduzierung des Samenpotenzials von „Un“kräutern fördert, eine interessante Möglichkeit dar. Die Bestände sind geprägt von einem hohen Blütenangebot für Insekten. Bei einer mehrjährigen Anlage werden Boden verbessernde Effekte deutlich. Auf Flächen mit einem hohen Vorkommen von seltenen Ackerwildkräutern bietet sich die zweite Variante der Brache mit spontaner Selbstbegrünung an. Die hohe Artenvielfalt der Spontanvegetation und das reiche Blütenangebot stellen für viele verschiedene Arten der offenen Feldflur einen attraktiven Lebensraum dar. Das ausgiebige Blütenangebot fördert die Entwicklung von Insekten, die wiederum anderen Tierarten als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen.

Bei allen Ackerbrachen ist auf die Düngung und den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu verzichten. Eine Nutzung des Aufwuchses ist in der Regel auch ausgeschlossen. Je nach Zielart gibt es unterschiedliche Zeitfenster, in denen die Bodenbearbeitung optimal ist. Die Einsaatbrache und Spontanbegrünung stellen den Arten der offenen Feldflur Brut- und Nistplätze, sowie Schutz und Deckung zur Verfügung und schaffen eine Anreicherung des Nahrungsangebotes.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Diese Maßnahme ist förderfähig im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms auf Ackerflächen in NRW. Für die Anlage von Ackerbrachen durch eine Selbstbegrünung liegt die Förderhöhe derzeit bei 1.150 € pro ha und Jahr. Für die Einsaat von einjährigen Ackerflächen mit Rahmenmischungen bzw. Regiosaatgut liegt die Förderhöhe derzeit bei 1.500 bzw. 1.250 € pro ha und Jahr. Wenn eine mehrjährige Einsaat der Ackerfläche mit Rahmenmischungen bzw. Regiosaatgut erfolgt, wird dies in Höhe von ebenfalls 1.250 € pro ha und Jahr gefördert. Zusätzlich ist die Maßnahme als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe denkbar. Sie kann selbstverständlich aber auch umgesetzt werden, ohne dass Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Ackerbrachen sind auch als ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings anrechenbar. Näheres hierzu siehe im Maßnahmenblatt „Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen“.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Aus landwirtschaftlicher Sicht ist die Einsaatbrache sicherlich die Form der Brache, die sich am besten in die landwirtschaftliche Produktion integrieren lässt. Je nach Einsaatmischung ist diese mit dem Blühstreifen vergleichbar. Häufig werden jedoch aus naturschutzfachlicher Sicht weitere Anforderungen gestellt, sei es die Wiederansiedlung von seltenen Ackerwildkräutern oder das Schaffen von Freiflächen als Brutplätze. Hier ist dann die Selbstbegrünung zielführend. Eine angepasste Bearbeitung ermöglicht einen optimalen Nutzen für die Tierwelt. Die flache Bodenbearbeitung sollte möglichst vom 20.09. bis 31.03. erfolgen. Im Frühjahr sollte kein zu hoher Pflanzenbestand entstehen, sodass noch ausreichend Freiräume zum Brüten zur Verfügung stehen. Für einen optimalen Brutstandort ist eine Mindestbreite von 20 m zu empfehlen.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Anwenderhandbuch Vertragsnaturschutz Erläuterungen und Empfehlungen zur Handhabung der Bewirtschaftungspakete der Rahmenrichtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz, vorläufige Fassung, Stand Mai 2015
www.naturschutzinformationen-nrw.de/vns/de/downloads

Berger, Gert und Pfeffer, Holger: Naturschutzbrachen im Ackerbau, 2011


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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