Maßnahmenblatt: Umwandlung von Acker in Grünland

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Bereich Grünland

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die Anlage von Dauergrünland ermöglicht in Verbindung mit einer naturschutzorientierten Bewirtschaftung eine mittel- bis langfristige Entwicklung von naturschutzfachlich relevanten Grünlandgesellschaften. Artenreiches Grünland bildet einen Kernbestandteil des landesweiten Biotopverbundes und ist somit essentiell zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

Die Umwandlung von Acker in Grünland kann insbesondere auf ertragsschwachen Grenzstandorten, erosionsgefährdeten Hanglagen, auf Auenstandorten oder in Übergangsgebieten in Betracht kommen oder aus betrieblichen Gründen auf hofnahen Flächen etwa zur Weidenutzung.

In Auen- und Übergangsgebieten trägt die Umwandlung zu Grünland zur Reduzierung von Erosionsrisiken bei. Sediment- und Nährstoffeinträge in die Oberflächengewässer werden verringert und so ein Beitrag zur Erreichung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie geleistet.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Umwandlung von Acker in Grünland wird durch den Vertragsnaturschutz in ausgewählten Förderkulissen im Förderzeitraum von 2014 bis 2020 mit 590 € bzw. 890 € (bei Verwendung von gebietseigenem bzw. Regiosaatgut) jährlich einmalig über einen Zeitraum von 5 Jahren gefördert.

Die Förderung wird nur gewährt bei gleichzeitiger Verpflichtung zur Grünlandextensivierung nach den Vorgaben des Vertragsnaturschutzes über einen Zeitraum von 5 Jahren. Nach Ablauf von 5 Jahren wird nur noch der Förderbetrag für die Grünlandextensivierung gezahlt.

Außerhalb der vorgenannten Förderkulissen ist eine Umwandlung von Acker in Grünland als Kompensation für den Ausgleich von Eingriffen in Naturhaushalt und Landschaftsbild möglich. Umgewandelte Ackerflächen können nicht als ökologische Vorrangflächen im Rahmen der Greeningverpflichtungen gewertet werden.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Bei der Umwandlung von Acker in Grünland außerhalb der Förderkulissen sollte darauf geachtet werden, dass bei beabsichtigter extensiver Nutzung zu Naturschutzzwecken standortangepasste Saatgutmischungen verwendet werden, die auch ohne Düngung zu einer dichten Grasnarbe führen.

Bei kleineren Flächen kann zur Anlage des Grünlandes die Möglichkeit der Heublumensaat in Betracht gezogen werden. Dabei wird das Erntegut von Extensivwiesen als Saatgut oder direkt als Mulch auf die neu anzusäenden Flächen aufgebracht, um den Aufbau von artenreichen Grünlandgesellschaften zu fördern. Bei der Neuanlage von Grünland ist zu beachten, dass eine Mindestgröße von 0,1 ha als Voraussetzung für die Gewährung der Betriebsprämie, einzuhalten ist. Die weitere Bewirtschaftung sollte sich dann an den Regelungen des Vertragsnaturschutzes (VNS) orientieren.

Das gilt auch bei Umwandlung zu und Extensivierung von Grünland als Produktionsintegrierte Kompensation (PIK). Im Rahmen einer PIK-Maßnahme erfolgt die Umwandlung dauerhaft und eine Förderung als VNS-Maßnahme ist nicht zulässig.

Auf Pachtflächen sollte eine Umwandlung von Acker in Grünland immer mit dem Eigentümer abgesprochen werden, um spätere Auseinandersetzungen über den Wert der Pachtsache zu vermeiden. Auswirkungen auf die Höhe der Betriebsprämie hat eine Umwandlung zu Grünland nicht.

Weiterführende Informationen:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Anwenderhandbuch Vertragsnaturschutz, Erläuterungen und Empfehlungen zur Handhabung der Bewirtschaftungspakete der Rahmenrichtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz, vorläufige Fassung, Stand Mai 2015
www.naturschutzinformationen-nrw.de/vns/de/downloads

MKULNV: NRW-Programm „Ländlicher Raum“ (Entwurf 06.01.2015)


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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