Maßnahmenblatt: Dachbegrünung

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Bereich Hofstelle

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Unter den ökologischen Baumaßnahmen gewinnt die Bepflanzung von flachen oder wenig geneigten Dachflächen zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu der häufig geäußerten Befürchtung, dass durch die Begrünung Gebäudeschäden hervorgerufen werden könnten, tragen begrünte Dächer bei fachgerechter Ausführung eher zum Schutz der Gebäude bei. Ähnlich wie die Fassadenbegrünung bietet die Dachbegrünung vielfältige ökologische Vorteile. Begrünte Dächer eröffnen Pflanzen und Tieren neue Lebensräume und tragen so zur Biotopanreicherung bei. Darüber hinaus verbessern sie das örtliche Mikroklima, wirken temperaturausgleichend und schalldämmend. Nicht zuletzt sind sie auch aus ästhetischen Gesichtspunkten interessant. Je nach Arbeitsaufwand und Pflanzenauswahl kann zwischen extensiver und intensiver Dachbegrünung unterschieden werden. Extensivbegrünungen sind naturnah angelegte Begrünungen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Neben Kräutern, Gräsern und Moosen kommen insbesondere verschiedene Sedum-Arten zum Einsatz. Extensivbegrünungen eignen sich auch für leicht geneigte Dächer. Unter Intensivbegrünungen (auch Dachgärten genannt) versteht man eher aufwändige Begrünungen mit Stauden und Sträuchern, aber auch Rasenflächen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Verschiedene Städte und Kommunen bieten für Dachbegrünungen entweder direkte Zuwendungen oder indirekte finanzielle Anreize über reduzierte Niederschlagswassergebühren an (siehe Umfrage der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V.). Zuwendungen sind gegebenenfalls auch über die Fördermaßnahme „Dorferneuerung und -entwicklung“ möglich, sofern die Maßnahme Bestandteil von Konzepten der integrierten ländlichen Entwicklung (ILEK) ist oder der Umsetzung von LEADER-Projekten dient. Ansprechpartner hierfür sind die Bezirksregierungen (Dezernate 33). Eine relativ neue Fördermöglichkeit besteht über das Programm zur energetischen Gebäudesanierung der KfW-Bank, in dem die Dachbegrünung als Maßnahme zur Wärmedämmung von Dachflächen förderfähig ist. Dachbegrünungen sind darüber hinaus auch als Kompensation für Eingriffe denkbar.

Links zu fördertechnischen Grundlagen

www.fbb.de/dachbegruenung/foerderung

www.gruendaecher.de/Foederung_Gruendach.aspx

Dezernate 33 der Bezirksregierungen:
Arnsberg
www.bezreg-arnsberg.nrw.de
Detmold
www.bezreg-detmold.nrw.de
Düsseldorf
www.brd.nrw.de
Köln
www.bezreg-koeln.nrw.de
Münster
www.bezreg-muenster.de

KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/Energieeffizient-Sanieren-Kredit-(151-152)/

www.dachgaertnerverband.de


Hinweise zur Umsetzung

Der herkömmliche Dachaufbau - besonders geeignet sind Flachdächer und Dächer mit einer Neigung von weniger als 8° - wird ergänzt um eine Schutzschicht, Dränschicht und Filterschicht sowie die eigentliche Vegetationsschicht, deren Dicke von der Tragfähigkeit der Konstruktion und der Art der Bepflanzung abhängt. Rhizombildende Pflanzenarten sollten nur mit hochwirksamen Rhizomsperren verwendet werden. Der Pflegeaufwand ist insbesondere bei Extensivbegrünungen (Moos-, Gras-, Sedumdächer) vernachlässigbar gering, bei Intensivbegrünungen liegt er abhängig vom Begrünungsaufbau höher. Besonders bei der Begrünung von stärker geneigten Dächern ist ein höherer Aufwand nötig, bei Dachneigungen von > 20° ist der Einbau von Rutschschwellen erforderlich. Gerade bei der nachträglichen Einrichtung von Dachbegrünungen ist sicherzustellen, dass die hierfür vorgesehenen Dächer über eine ausreichende Statik verfügen. Die Hinzunahme kompetenter Fachfirmen ist u. U. empfehlenswert. Als technisches Regelwerk ist die Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen (Dachbegrünungsrichtlinie) der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) zu berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL): Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen (Dachbegrünungsrichtlinie), 2006 zu beziehen über www.fll.de

Susanne Herforth, Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität zu Berlin (IASP): Dämmung durch Dachbegrünungen, 2014
www.galabau.de/html/epaper/2014-08/page11.html

Verbände übergreifende Internetplattform:
www.gruendaecher.de


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Bildungszentrum Gartenbau Essen
www.gartenbauzentrum.de/standorte/essen

Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft Münster-Wolbeck
www.gartenbauzentrum.de/standorte/wolbeck

Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL)
www.fll.de


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