Maßnahmenblatt: Ernteverzicht im Getreide

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Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Der Ernteverzicht im Getreide beinhaltet das Stehenlassen von Getreidestreifen bei der Ernte. Die Getreidestreifen bleiben über den Winter stehen. Im Frühjahr kann der Getreidestreifen in die Bewirtschaftung aufgenommen werden und wie die Restfläche bearbeitet werden. Die Maßnahme dient insbesondere dem Schutz spezieller Arten und Lebensgemeinschaften der Äcker, wie z.B. dem Feldhamster, dem Rebhuhn, der Feldlerche und der Grauammer. Die Getreidestreifen dienen in erster Linie als Deckungs- und Rückzugsräume in einer ansonsten eher strukturarmen Landschaft. Viele Arten profitieren zusätzlich vom Nahrungsangebot der Streifen: so kommt es im Spätsommer zu einer Anreicherung von Insekten, im Winter dienen die Getreidereste als zusätzliche Nahrungsquelle. Durch ihre linienhafte Struktur können Getreidestreifen darüber hinaus zur Vernetzung von Lebensräumen beitragen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Diese Maßnahme ist förderfähig im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms auf Ackerflächen in NRW. Für den Ernteverzicht gilt, dass der Streifen mindestens bis zum 28. Februar des Folgejahres auf der Fläche verbleibt. Dies wird mit 1830 € / ha gefördert. In Bördegebieten mit zusätzlichem Hamsterschutz sollten die Streifen bis zum 15.10. auf der Fläche verbleiben. Dies wird mit 1980 €/ha im Rahmen des Vertragsnaturschutzes gefördert. Zusätzlich ist die Maßnahme als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe denkbar. Sie kann selbstverständlich aber auch umgesetzt werden, ohne dass Fördermittel in Anspruch genommen werden. Auf die Gewährung der Betriebsprämie hat diese Maßnahme keine Auswirkungen.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Bei der Vertragsnaturschutz-Maßnahme bestehen grundsätzlich keine Einschränkungen in der Hauptkultur, wie z.B. der Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen. Die Maßnahme lässt sich daher relativ einfach in die Bewirtschaftung integrieren. Ein Düngeverzicht auf den geförderten Flächen erhöht jedoch die Standfestigkeit des Getreides. Grundsätzlich sind Weizen, Hafer und Dinkel geeignete Getreidearten. Da Gerste, Triticale und Roggen zum Lagern und Auskeimen der Samen neigen, stehen sie im Winter nicht als Nahrungsquelle zur Verfügung. Die Breite der Streifen sollte 6 bis 25 Meter betragen und eine maximale Gesamtgröße von 0,5 ha nicht überschreiten. Es gibt keine Bestimmungen zur Lage der Streifen.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Anwenderhandbuch Vertragsnaturschutz, Erläuterungen und Empfehlungen zur Handhabung der Bewirtschaftungspakete der Rahmenrichtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz, vorläufige Fassung, Stand Mai 2015
www.naturschutzinformationen-nrw.de/vns/de/downloads

RASKIN R.: Berücksichtigung des Feldhamsters bei Eingriffen. Ein Erfahrungsbericht zu zwei Großprojekten in der rheinischen Lössbörde in Naturschutz und Landschaftsplanung 41, (5), S.139-144, 2009


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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