Maßnahmenblatt: Extensive Nutzung von Äckern / Acker(rand)streifen

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Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die extensive Ackernutzung beinhaltet im Wesentlichen jeglichen Verzicht auf Unkrautbekämpfungsmaßnahmen und Beschränkungen im Bereich der Düngung. Sie dient vornehmlich dem Schutz der Ackerlebensgemeinschaften, insbesondere dem Schutz gefährdeter Ackerwildkrautarten. Von den 319 Ackerwildkrautarten stehen in NRW 111 Arten als ausgestorben oder gefährdet auf der Roten Liste. Extensivierte Ackerflächen bieten aber auch gefährdeten Tierarten der offenen Feldflur wie z. B. Feldhamster, Feldhase, Rebhuhn, Wachtel, Wachtelkönig, Kiebitz, Feldlerche, Grauammer, Knoblauchkröte Lebensräume und leisten so einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Darüber hinaus eignen sie sich, insbesondere bei streifenförmiger Anlage, zur Vernetzung von Biotopen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes ist die extensive Ackernutzung zum Schutz von Ackerwildkräutern landesweit auf Ackerrändern sowie im Einzelfall auf Äckern bis zu einer Größe von 1,5 ha förderfähig. Die Förderhöhen betragen in der neuen Förderperiode 765 bzw. 1140 € / ha je nach Art der Düngebeschränkung.

Die Maßnahmen zum Schutz spezieller gefährdeter Tierarten werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzes dagegen nicht flächendeckend sondern in zielartspezifischen Flächenkulissen gefördert. Es handelt sich um eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die in unterschiedlicher Weise kombinierbar sind.

Daneben besteht die Möglichkeit einer Extensivierung der Ackernutzung im Rahmen einer Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahme (PIK). In diesen Fällen ist eine Förderung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes nicht möglich, um Doppelförderung auszuschließen.

Bestimmte Ackerextensivierungen sind auch als Ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings anrechenbar, entweder als Stilllegung, als Pufferstreifen, Feldrandstreifen bzw. Streifen an Waldrändern oder als Leguminosen. Bei gleichzeitiger Vertragsnaturschutzförderung gelten dann maßnahmenabhängige Abzugsbeträge von 175 bis 380 € / ha. Näheres hierzu siehe in den Maßnahmenblättern „Ökologische Vorrangflächen im Greening - Streifenmaßnahmen“ und „Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen“.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Ackerrandstreifen zum Schutz der Feldflora sollten 3 bis 12 m breit sein, unter besonderen Bedingungen sind auch Äcker bis 1,5 ha förderfähig. Die extensivierten Flächen müssen hierbei über den gesamten Verpflichtungszeitraum von 5 Jahren an derselben Stelle liegen. Die Größe der förderfähigen Ackerstreifen/-flächen zum Schutz der Ackerlebensgemeinschaften (Fauna) variieren in Abhängigkeit von Maßnahme und Zielart. (Streifenbreite in der Regel 6 bis 25 m, Flächengröße max. 0,5 ha). Bei starkem Auftreten von Problemunkräutern kann nach Zustimmung der Bewilligungsbehörde eine mechanische Bekämpfung, in Einzelfällen die chemische Bekämpfung einzelner Unkrautnester erfolgen. Unter Umständen ist - bei Aussetzen der Prämie im entsprechenden Jahr - auch eine flächige chemische Unkrautbekämpfung möglich.

Nähere Auskünfte zur Umsetzung der Maßnahmen erteilen die Unteren Landschaftsbehörden der Kreise oder kreisfreien Städte als Bewilligungsbehörden.

Die extensive Nutzung der Ackerfläche hat in aller Regel keinen Einfluss auf die Zahlung der Betriebsprämie.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: Anwenderhandbuch Vertragsnaturschutz, Erläuterungen und Empfehlungen zur Handhabung der Bewirtschaftungspakete der Rahmenrichtlinien über die Gewährung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz, vorläufige Fassung, Stand Mai 2015
www.naturschutzinformationen-nrw.de/vns/de/downloads


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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