Maßnahmenblatt: Extensive Grünlandnutzung

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Bereich Grünland

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Extensiv genutzte Grünlandflächen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Agrarlandschaft überhaupt. Sie sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, wie z. B. für viele, teils seltene Blumen- und Gräserarten, für Heuschrecken und Schmetterlinge, für Vögel (Wiesenbrüter!) und Säugetiere. Ziel ist es einerseits, vorhandene artenreiche Grünlandbestände bzw. Grünlandflächen mit hohem Naturschutzpotenzial zu erhalten und zu fördern, andererseits auch intensiver genutztes Grünland durch Aushagerung in artenreiches Grünland zu überführen.

Grundsätzlich ist zwischen reiner Weide- oder Wiesennutzung und kombinierter Mähweidenutzung zu unterscheiden. Als Maßnahmen kommen je nach Extensivierungsstufe neben einem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel Beschränkungen des Düngemitteleinsatzes, der Grünlandpflege und der Nutzung in Betracht. Die Maßnahmen sollten sich außer an Naturschutzzielen an den standörtlichen und betrieblichen Gegebenheiten orientieren. Extensive Grünlandflächen, insbesondere entlang linearer Strukturen (Fließgewässer, Gräben, Wege) können auch bedeutende Lebensraumvernetzungsfunktionen übernehmen. Durch blütenreiche Extensiv-Grünlandflächen wird zusätzlich das Landschaftsbild in besonderer Weise bereichert.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die extensive Dauergrünlandnutzung ist als Agarumweltmaßnahme förderfähig (Förderbetrag 150 €/ha und Jahr), wobei die gesamte Dauergrünlandfläche des Betriebes einzubeziehen ist. Darüber hinaus kann im Rahmen des Vertragsnaturschutzes auf Einzelflächen eine Vielzahl an Extensivierungspaketen - u. a. Aushagerung, extensive Beweidung, extensive Mahd, Großbeweidungsprojekte, naturschutzgerechte Bewirtschaftung/Pflege von Biotopen sowie Zusatzverpflichtungen vereinbart werden. Die nach den jeweiligen Bewirtschaftungsauflagen gestaffelten Förderbeträge liegen hierbei zwischen 275 und 685 €/ha/Jahr. Bei Überlagerung von Agrarumweltmaßnahme und Vertragsnaturschutz werden die Prämien verrechnet. Die extensive Grünlandnutzung ist auch als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe möglich. Eine Förderung innerhalb der Extensivierung oder im Vertragsnaturschutz ist in diesem Fall jedoch nicht möglich.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Rahmenrichtlinie Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm

Rahmenrichtlinie Extensive Grünlandnutzung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/gruenland.htm


Hinweise zur Umsetzung

Die Bewirtschaftungsbeschränkungen und einzelnen Nutzungsvorschriften bei Teilnahme an der extensiven Dauergrünlandnutzung als Agrarumweltmaßnahme sowie an den weitergehenden Vertragsnaturschutzpaketen sind den einschlägigen Förderrichtlinien zu entnehmen. Bei Umsetzung von PIK-Maßnahmen ist Vertragsnaturschutzförderung auf derselben Fläche ausgeschlossen, die Teilnahme an der Agrarumweltmaßnahme ist aber weiterhin möglich, wenn für die entsprechende Einzelfläche keine Auszahlung im Rahmen der Agrarumweltförderung beantragt wird. Die Grünlandextensivierung hat keinen Einfluss auf die Gewährung der Betriebsprämie.

Weiterführende Informationen:

Förderrichtlinien Extensive Grünlandnutzung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/gruenland.htm

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Berendonk, Dr. Clara: Standortgerechte Weide- und Mähweidenutzung des Dauergrünlandes, 2009
www.landwirtschaftskammer.de/riswick/pdf/standortgerechte_weide-_und_maehweidenutzung.pdfPDF-Datei

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL): Extensiv beweiden - Zukunftsfähiger Naturschutz auf Weide-Grünland in der EU, Bund und Ländern; zu beziehen über:
www.lpv.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/Policy_Paper_Beweidung.pdfPDF-Datei

Wissenschaftlicher Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen beim BMELV: Biodiversität im Grünland - unverzichtbar für Landwirtschaft und Gesellschaft, 2013
www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ministerium/Beiraete/Biodiversitaet/StellungnahmeBiodivGruenland.html


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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