Maßnahmenblatt: Stehenlassen von Getreidestoppeln

Stoppelacker bei BillerbeckBild vergrößern

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die längeren Stoppeln dienen insbesondere dem Schutz von Jungtieren während der Ernte, außerdem bieten sie vielen Tieren der offenen Feldflur auch nach der Beerntung eine bessere Deckung und daher Schutz vor Prädatoren. Besonders in Verbindung mit einem Verbot auf den Herbizideinsatz wird eine verbesserte Nahrungsgrundlage für die Tiere geschaffen. Das Stehenlassen von Getreidestoppeln ist dann sinnvoll, wenn es über den Winter hinaus durchgeführt wird. Wenn möglich, sollten die Stoppeln bis Mitte oder besser noch bis Ende März stehen bleiben.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Förderfähig ist diese Maßnahme im Rahmen des Vertragsnaturschutzes in NRW. Für das Stehenlassen von Getreidestoppeln mindestens bis zum 28. Februar des Folgejahres liegt die Förderhöhe zurzeit bei 220 €/ha und Jahr. Zusätzlich ist die Maßnahme als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe denkbar. Sie wird aber vielfach auch umgesetzt, ohne dass Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Bei der Vertragsnaturschutz-Maßnahme beträgt die Stoppelhöhe in der Regel mindestens 20 cm, der Herbizideinsatz auf der Fläche ist untersagt. Weitere Einschränkungen, wie z.B. der Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmaßnahmen in der Hauptkultur bestehen nicht. Die Maßnahme lässt sich relativ einfach in die Bewirtschaftung integrieren, allerdings kann bei Flächen mit Problemunkräutern kaum auf eine Unkrautbekämpfung verzichtet werden. Auf die Gewährung der Betriebsprämie hat diese Maßnahme keine Auswirkungen.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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