Maßnahmenblatt: Erhalt und Pflege von Krautsäumen an Waldrändern und Gehölzen

Krautsaum am FeldrandBild vergrößern

Bereich Strukturelemente

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Saumstrukturen an Gehölz- bzw. Waldrändern, bestehend aus Krautschicht und Gräsern, stellen ein wichtiges „Übergangsbiotiop“ zwischen Wald/Gehölz und Feldflur dar. Sie erhöhen damit die ökologische Vielfalt des Lebensraumes. Sie schaffen Rückzugsräume für verdrängte Tiere und Pflanzen, indem sie Deckungsmöglichkeiten und ein reichhaltiges Nahrungsangebot bereitstellen. Zudem fungieren sie als Leitlinien für wandernde Tiere und als Verbindungselement zu anderen Biotopen. Sie entstehen durch das „Aus-der-Bewirtschaftung-Nehmen“ von streifenförmigen Grünland- oder Ackerbereichen im Übergang zu Gehölz bzw. Wald und beanspruchen damit häufig Flächen, deren Ertragsfähigkeit eingeschränkt ist - z. B. durch Beschattung oder Nährstoffkonkurrenz. Der zur Erhaltung der Krautsäume nötige Pflegeaufwand ist in der Regel gering.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Maßnahmenumsetzung erfolgt häufig ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern. Gegebenenfalls können Beihilfen über die Förderung nicht produktiver Investitionen im Forst für Gestaltungs- und Erhaltungsmaßnahmen von Sonderbiotopen im Wald in Anspruch genommen werden. Auskünfte erteilt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW. An Hecken ist die Mahd der Säume nach VNS-Richtlinien förderfähig mit bis zu 4 € je laufenden Meter und Jahr. Im Rahmen des Greening werden Streifen auf beihilfefähigen Ackerflächen entlang von Waldrändern als ökologische Vorrangflächen anzurechnen sein. Nähere Einzelheiten hierzu müssen noch festgelegt werden.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm

Landesbetrieb Wald und Holz
www.wald-und-holz.nrw.de


Hinweise zur Umsetzung

Die Pflanzen der Krautschicht siedeln sich in der Regel von selbst an. Eine Ansaat ist nur auf Ackerflächen zu empfehlen, besonders dann, wenn sich schnell ein geschlossener Bestand entwickeln soll, z. B. um Problemunkräuter einzudämmen. Die Breite der Saumstreifen sollte für ausreichenden Platz sorgen und mindestens 5 m betragen. Das regelmäßige Mähen oder Mulchen ist nötig, um einer Verbuschung vorzubeugen, kann allerdings gegebenenfalls in mehrjährigem Turnus erfolgen. Bei angrenzenden Acker- oder Grünlandflächen sollte dabei nicht bis an den Rand gemäht werden. Die Pflegemaßnahmen beschränken sich ansonsten auf ein gelegentliches Auslichten und Zurückschneiden der an die Saumstrukturen angrenzenden Sträucher und Bäume. Für die Beantragung der Betriebsprämie sind die Saumstreifen als „aus der Erzeugung genommenes Acker- oder Grünland“ zu codieren (Mindestgröße 0,1 ha). Die Prämie wird gewährt, wenn mindestens einmal jährlich gemäht oder gemulcht wird oder ansonsten ein naturschutzbedingtes Aussetzen der jährlichen Pflege durch die zuständige Untere Landschaftsbehörde genehmigt wurde.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe: Mehr Natur für Hof und Flur, 1990 (vergriffen)

aid Infodienst e.V.: Waldränder gestalten und pflegen, 2010
www.aid.de


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen
www.wald-und-holz.nrw.de

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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