Maßnahmenblatt: Wildtierschonendes Mähen

Junges Reh auf einem FeldBild vergrößern

Bereich Grünland

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Der Einsatz moderner Mähtechnik mit hoher Schlagkraft hat zu einer zunehmenden Gefährdung von Wildtieren der Agrarlandschaft geführt. Um Schäden und Verluste an Wildtieren zu vermeiden, kommt dem wildtierschonenden Mähen daher immer größere Bedeutung zu. Landwirte sollten die Jagdpächter schon im Vorfeld über geplante Mahdtermine informieren, damit rechtzeitig geeignete Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt werden können.

Besonders wichtig zur Vermeidung von Wildtierschäden ist die Mahd von innen nach außen, der Verzicht auf Nachtmahd, wenn möglich eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit beim Mähen, das Aussparen von Teilflächen sowie der Einsatz moderner Vergrämungstechniken während der Mahd. Der Schutzeffekt betrifft Rehwild und Feldhasen, aber auch andere Kleinsäuger, bodenbrütende Wiesen- und Feldvogelarten, wobei nicht alle Maßnahmen auf die unterschiedlichen Tiergruppen gleichermaßen wirken. So haben beispielsweise bei Reh und Hase erfolgreiche Vergrämungsmethoden bei bodenbrütenden Vogelarten wenig Effekte. Hier bietet es sich an, festgestellte Brutplätze zu markieren und zu umfahren. Auch wenn bei den aufgeführten Maßnahmen der Tierschutzaspekt im Vordergrund steht, sind sie vor dem Hintergrund der hohen Sensibilität der Bevölkerung doch auch wichtig für die Außenwahrnehmung und das Image der Landwirtschaft.

Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Gemäß dem neuen Landesnaturschutzgesetz NRW (§4 Abs. 1) ist es bei der Mahd auf Grünlandflächen ab 1 Hektar verboten, von außen nach innen zu mähen. Nur stark hängiges Gelände ist hiervon ausgenommen.

Fördermöglichkeiten gibt es nur im Rahmen von Grünlandextensivierungspaketen des Vertragsnaturschutzes, wenn aufgrund von Brutvorkommen gefährdeter  bodenbrütender Vogelarten der Bewirtschaftungstermin verschoben werden muss (50 €/ha/Jahr für jeweils 14 Tage).

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Zum Gelegeschutz durch Verschiebung des Bewirtschaftungszeitpunktes siehe:

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/pdf/rl-vertragsnaturschutz.pdfPDF-Datei

Hinweise zur Umsetzung

Wichtig ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Lohnunternehmer und Jagdpächter sowie eine sinnvolle Auswahl und Kombination von Maßnahmen, die arbeitstechnische, wirtschaftliche und naturschutzfachliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Mittelbare Effekte ergeben sich auch durch flankierende Maßnahmenpakete wie der Grünlandextensivierung, der dauerhaften Einrichtung von nichtgenutzten Randstreifen oder der Anlage von Blühstreifen.

Weiterführende Informationen:

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V. (LJV) und Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Wildtiere schonen – von innen nach außen mähen!
Broschüre (www.ljv-nrw.de)
Video (www.youtube.de)

Hünting, K., Klar, G.: Wildtiere nicht gefährden, LZ 16/2017, S. 21-23PDF-Datei

Küper, J.-M.: Grasernte – So schonen Sie das Wild, topagrar 5/2013, S. 96-99PDF-Datei

Internationaler Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und Deutsche Wildtier Stiftung: „Mähtod“ – Wildtierverluste durch Landwirtschaft
www.lebensraum-brache.de/Themen/Maehtod

Informationen zum akustischen LJV-Wildretter:
www.rwj-online.de/rwj/weitere-themen/wild-und-naturschutz-/13-87-euro-retten-wildtiere%E2%80%89-_6_274.html

Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.
Gabelsbergerstr. 2
44141 Dortmund
Telefon: 0231 2868600
Telefax: 0231 2868666
E-Mail: info@ljv-nrw.de
www.ljv-nrw.de

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung
Pützchens Chaussee 228
53229 Bonn
Telefon: 0228/977550
www.lanuv.nrw.de/natur/jagd/forschungsstelle-fuer-jagdkunde-und-wildschadenverhuetung

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