Maßnahmenblatt: Errichten von Trocken- und Natursteinmauern, Lesesteinwällen

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Bereich Strukturelemente

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Trockenmauern sind Mauerwerke, die ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet werden. Sie bieten mit ihren Ritzen, Spalten, Nischen und Hohlräumen einer ganzen Reihe von Pflanzen und Tieren, insbesondere wärme- und trockenheitsliebenden Arten, eine optimale Lebensgrundlage. Kleintiere wie Kröten, Eidechsen und Molche oder Insekten wie Hummeln, Wildbienen und Laufkäfer finden hier Unterschlupf. An Pflanzen kommen vor allem wärmeliebende Arten vor, in je nach Standortbedingungen variierenden Pflanzengesellschaften. 

Trockenmauern können als Grundstücksabgrenzung, gestalterisches Element und Gliederung des Geländes oder zur Absicherung bzw. als Stütze von Gartenwegen, Terrassen oder Böschungen verwendet werden. Als freistehende Weidemauern oder Stützmauern sind sie für einige Regionen typisch. Aufgrund ihrer Linienstruktur können sie zur ökologischen Verbindung von Hofstelle und angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen beitragen. Als Standort bieten sich auch landwirtschaftlich nicht mehr genutzte Restflächen oder Feldraine an, wobei Trockenmauern dann außerhalb der Hofstelle als strukturgebende und möglicherweise auch biotopvernetzende Landschaftselemente fungieren.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Errichtung von Trockenmauern, Lesesteinwällen sowie spätere Erhaltungsarbeiten sind derzeit nur als freiwillige Maßnahme ohne Förderung umsetzbar. Im Rahmen der Fördermaßnahme „Dorferneuerung und -entwicklung“ können unter Umständen Erhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen gefördert werden, sofern sie im Zusammenhang mit der Umsetzung eines Dorfinnenentwicklungskonzeptes, eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) oder eines LEADER-Konzeptes stehen. Nähere Auskünfte erteilen die zuständigen Bezirksregierungen (Dezernate 33 - Ländliche Entwicklung, Bodenordnung).

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Dezernate 33 der Bezirksregierungen:
Arnsberg
www.bezreg-arnsberg.nrw.de
Detmold
www.bezreg-detmold.nrw.de
Düsseldorf
www.brd.nrw.de
Köln
www.bezreg-koeln.nrw.de
Münster
www.bezreg-muenster.de


Hinweise zur Umsetzung

Informationen zur Auswahl des Standortes, zur Errichtung der Trockenmauer, zur Bepflanzung – wenn nicht ohnehin die Selbstbesiedlung vorgezogen wird – und zu nötigen Pflegemaßnahmen sind den untenstehenden Literaturhinweisen zu entnehmen. Trockenmauern können auch als Gabionen gestaltet werden. Vorzugsweise sollte aus der Region stammendes Steinmaterial verwendet werden.

Bei Aufschichtungen bis zu 2 m Höhe beträgt der einzuhaltende Grenzabstand 0,5 m. Ausnahmen regelt das Nachbarrechtsgesetz NRW. Je nach Lage und Zuordnung zu landwirtschaftlichen Nutzflächen kann es sich bei Trockenmauern/Steinwällen mit einer Länge von mindestens 5 Metern um CC-relevante Landschaftselemente handeln, für die Betriebsprämie beantragt werden kann. Im Rahmen des Greening können derartige Landschaftselemente auch als ökologische Vorrangflächen mit einem Gewichtungsfaktor von 1 anerkannt werden. Weitere Informationen hierzu enthält das Maßnahmenblatt „Ökologische Vorrangflächen im Greening – Landschaftselemente“

Weiterführende Informationen:

Landschaftselemente
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/direktzahlungen/landschaftselemente.htm

Praxisbeispiel: Projekt „Summendes Rheinland“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de/themen-projekte/kulturlandschaft-erhalten-und-foerdern/summendes-rheinland-landwirte-fuer-ackervielfalt

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Abteilung Landespflege, Autor Johannes Pitzer:
Mehr als ein Lesesteinhaufen - (Trocken) Mauern fachgerecht bauen, Neue Landschaft 7/2009, Seite 58-63
www.lwg.bayern.de/landespflege/gartendokumente/fachartikel/090515

Bioland Beratung GmbH/ Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen/Demeter NRW/Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Merkblatt - Die Hofstelle naturnah und attraktiv gestalten, 2. Aufl. 2008, zu bestellen über:
www.oekolandbau.nrw.de/service/literatur/bioland-koen-demeter_merkblatt_hofstelle_naturnah_okt2010.php

Niehörster, K.: Gabionen: Wohnraum für Bienen & Co., Landwirtschaftliche Zeitung Rheinland (LZ) 48 / 2013, S.73PDF-Datei

Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe: Mehr Natur für Hof und Flur, 1990 (vergriffen)


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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