Maßnahmenblatt: Anlage von Tümpeln und Blänken

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Bereich Strukturelemente

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Tümpel und Blänken sind kleine, flache Gewässer in natürlichen Geländemulden oder Bodenvertiefungen, die häufig nur temporär Wasser führen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Wasserführung und Lichtverhältnissen besitzen derartige Kleinstgewässer eigene Pflanzen- und Tierwelten. Häufig sind Zwergbinsen-Gesellschaften und andere Arten der Ufer- und Flachwasserzonen sowie Amphibien, Watvögel, aber auch verschiedene Insektenarten vorhanden. Tümpel und Blänken stellen Laichplätze für Amphibien dar, bieten Tränk- und Badegelegenheiten für Säugetiere, Vögel und Bienen, sichern Nahrungsreserven für insektenfressende Tiere wie Fledermäuse, Lurche und Vögel und gehören damit zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt. Sie dienen darüber hinaus dem Schutz einiger besonders gefährdeter Arten in NRW. Gleichzeitig gliedern und bereichern sie das Landschaftsbild und können bei entsprechender Anordnung zur Biotopvernetzung beitragen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Anlage von Tümpeln und Blänken ist förderfähig auf der Grundlage des Leitfadens Artenschutz NRW. In Vorkommensgebieten oder Populationszentren bestimmter schutzwürdiger Arten können hier bei Vergabe an Dritte bis zu 80% der Investitionskosten übernommen werden. Als Maßnahme zum investiven Arten- und Biotopschutz kann die Anlage von Kleinstgewässern auch im Rahmen der ELER-Förderung (Art. 57 Richtlinie bzw. Neufassung) unterstützt werden. Hier gelten nach Schutzstatus gestaffelte Fördersätze von 50 bis 80%. Die Anlage von Kleinstgewässern kann gegebenenfalls als Entwicklungsmaßnahme in Landschaftsplänen enthalten sein und dann mit Landesmitteln gemäß den Förderrichtlinien Naturschutz (FöNa) gefördert werden. Weiterhin bietet sie sich als Kompensationsmaßnahme in Verbindung mit der Eingriffsregelung an. Im Rahmen der Direktzahlungen sind Kleinstgewässer (Tümpel, Sölle, Moore, Dolinen und andere vergleichbare Feuchtgebiete) als CC-relevante Landschaftselemente bis zu einer Größe von maximal 2.000 m² prämienfähig. CC-relevante Landschaftselemente, die Teil einer beihilfefähigen Ackerfläche sind, können als ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings anerkannt werden. Im Falle von Feuchtgebieten gilt der Gewichtungsfaktor 1. Oftmals wird die Maßnahme auch ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern umgesetzt.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm

Landschaftselemente
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/direktzahlungen/landschaftselemente.htm

Leitfaden „Artenschutz in der Landwirtschaft“
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/artenschutz/leitfaden-artenschutz.htm

Richtlinien über die Gewährung von Zuwendung zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des kulturellen und natürlichen Erbes und zur Erstellung von Schutz- und Bewirtschaftungskonzepten im Bereich Naturschutz
recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=1&gld_nr=7&ugl_nr=791&bes_id=33684

Förderrichtlinien Naturschutz
recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000439

Maßnahmenblatt Ökologische Vorrangflächen im Greening - Landschaftselemente, DruckversionPDF-Datei 170 KB


Hinweise zur Umsetzung

Tümpel, Blänken und andere Kleinstgewässer oder Feuchtgebiete sind vorwiegend im Grünland, aber auch auf Ackerflächen denkbar. Bei Neuanlage ist darauf zu achten, dass die Bewirtschaftung der umgebenden Flächen – oder auch der temporär wasserführenden Mulden selbst – möglich bleibt (flach ausgezogene Ränder!). Ein Eintrag von Dünger sollte ausgeschlossen werden. Viehtrittschäden sind zu vermeiden. Bei der Neuanlage von Kleingewässern ist zu prüfen, ob von rechtlicher Seite Verbote oder Genehmigungspflichten bestehen (Berücksichtigung von Grundwasserverhältnissen und Topographie). Eventuelle Restriktionen gemäß Schutzgebietsverordnungen oder aufgrund von Landschaftsplänen sind zu berücksichtigen. Auskunft erteilen die Unteren Landschafts-, Wasser- oder Naturschutzbehörden. Zu bedenken ist, dass die Anlage eines künstlichen Gewässers ab einer Abgrabtiefe von mehr als 2 m auf einer Grundfläche von mindestens 400 m2 selbst als Eingriff in Natur und Landschaft zu werten ist und dass sich Kleingewässer möglicherweise im Laufe der Zeit zu gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 62 LG entwickeln können.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen - Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.kulturlandschaft.nrw/web/stiftung-westfaelische-kulturlandschaft

aid Infodienst e.V.: Kleingewässer - erkennen, schützen und schaffen (Heft 1141), 2007
www.aid.de


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Untere Wasserbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.flussgebiete.nrw.de


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