Maßnahmenblatt: Anlage einer Wildblumenwiese

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Foto: Antje Deepen-Wieczorek, piclease

Bereich Hofstelle

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Wildblumenwiesen sind angesäte Flächen auf oder im Umfeld der Hofstelle und können sich zu einem gestaltenden Element der Hofanlage entwickeln. Sie bestehen aus blütenreichen Mischungen von überwiegend mehrjährigen heimischen Arten und enthalten auch typische Pflanzenarten der Wiesengesellschaften (wie z. B. Margerite, Schafgarbe, Wilde Möhre, Wiesenflockenblume).

Sie besitzen eine wichtige Nahrungs- und Habitatfunktion für zahlreiche Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer und fördern hierbei besonders auch stark spezialisierte Insektenarten. Sie ermöglichen damit eine Diversifizierung von Lebensräumen, die in der freien Flur nur noch selten zu finden sind. Außerdem bieten sie zahlreichen Vogelarten, sowohl samen- als auch insektenfressenden, gute Nahrungsquellen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Im Gegensatz zu den Wiesenflächen im Rahmen der Extensiven Grünlandnutzung oder der Anlage von Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme/Ökologische Vorrangfläche ist die Anlage von Wildblumenwiesen im Bereich der Hofstelle in der Regel nicht förderfähig. Durch den vergleichsweise geringen finanziellen und pflegetechnischen Aufwand bietet sie sich aber dennoch als einfache und effektive Maßnahme zur Förderung der Biodiversität an.


Hinweise zur Umsetzung

Wildblumenwiesen entwickeln sich besonders günstig auf nährstoffarmen, sonnigen und eher trockenen Standorten. Bei Neuanlagen muss daher unter Umständen eine Abmagerung z. B. durch Aufbringen von Schichten aus grobem Sand vorgenommen werden.

Der Handel bietet eine Vielzahl an Saatmischungen für Blumenwiesen an. Bei der Auswahl sollte man solche mit mehrjährigen und heimischen, - wenn erhältlich auch solche mit regional angepassten - Arten bevorzugen, da diese den größten ökologischen Nutzen haben.

Die Aussaat erfolgt am bestem im Frühjahr, um den vielfältigen Arten einen guten Start für ihre Entwicklung zu geben. Die Saatmenge sollte bei 5 bis 10 g/m2 liegen bei einer Aussaattiefe von bis zu 5 mm. Die Saat wird eingeharkt und anschließend festgewalzt. Der Boden sollte dann etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht gehalten werden, um das Keimen und Anwachsen zu beschleunigen. Im ersten Jahr nach Aussaat kann ein zwei- oder dreimaliges Mähen notwendig sein, um Unkräuter einzudämmen, ab dem zweiten Jahr ist meist nur noch eine einmalige Mahd nach der Samenreife (September/Oktober) erforderlich. Das anfallende Schnittgut ist zu entfernen. Düngung und Pflanzenschutz sind nicht notwendig.

Weiterführende Informationen:

Witt, Dr. R.: Einjährige Blühmischungen oder dauerhafte Wildblumenwiesen? Nachhaltig oder nicht?
www.naturgartenplaner.de/fileadmin/website-daten/Einjaehrige-Bluehmischungen-oder-Wildblumenwiesen.pdfPDF-Datei

www.mein-schoener-garten.de/de/gartenpraxis/ziergarten/blumenwiese-ein-meer-aus-tausend-blueten-53449

www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/gartenelemente/04630.html


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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