Leitbetriebe Biodiversität

Landschaft in der EifelBild vergrößern

Im Dezember 2014 haben die Landwirtschaftsverbände, die Landwirtschaftskammer NRW und das NRW-Landwirtschaftsministerium eine Rahmenvereinbarung zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften abgeschlossen. Diese sieht auch die Einrichtung und Betreuung von Leitbetrieben Biodiversität durch die Landwirtschaftskammer NRW vor. Ziel hierbei ist es, auf landesweit insgesamt 14 Betrieben eine möglichst große Vielfalt an betriebsspezifischen Natur- und Artenschutzmaßnahmen beispielhaft umzusetzen. Bis Mitte 2016 konnten alle Leitbetriebe gewonnen werden.

Das Projekt „Leitbetriebe Biodiversität“

Die Leitbetriebe Biodiversität sollen sich zu Kristallisationspunkten entwickeln, an denen die Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen exemplarisch demonstriert wird. Damit können sowohl den Berufskolleginnen und -kollegen vor Ort als auch den Vertreterinnen und Vertretern des Naturschutzes die Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung verschiedener Maßnahmen aufgezeigt werden. Landwirtinnen und Landwirte beteiligen sich eher an Natur- und Artenschutzmaßnahmen, wenn sie sich davon überzeugen können, dass die Maßnahmen in der Praxis auch umsetzbar sind. Damit sind die Leitbetriebe Orte der Werbung für biodiversitätsfördernde Maßnahmen. Zusätzlich können die Umsetzungserfahrungen auf den Leitbetrieben genutzt werden, um biodiversitätsfördernde Maßnahmen weiterzuentwickeln.

Netzwerk der Leitbetriebe

Die 14 Betriebe bilden ein Netzwerk, das nahezu alle in NRW vertretenen Landschaftsräume und Produktionsrichtungen abdeckt und damit die betriebliche Vielfalt der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft widerspiegelt. Neben der Regionalität war die Aufgeschlossenheit des Betriebsleiters gegenüber dem Thema Naturschutz oder das Engagement für den Berufsstand in der Region ein wesentliches Auswahlkriterium.

Zusammenarbeit mit den Leitbetrieben

Die Landwirtschaftskammer NRW übernimmt die Gesamtkoordination des Projektes und begleitet die Betriebe in Form einer individuellen Beratung bei der Maßnahmenumsetzung sowie der Planung und Durchführung von Demonstrationsveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Betriebsleiter wird der Status quo der Betriebe ermittelt und die bisher durchgeführten Maßnahmen aufgenommen. Zusätzliche wird mit den Betriebsleitern ein individuelles Maßnahmenkonzept erarbeitet, welches weitere Möglichkeiten für die Umsetzung von Maßnahmen beinhaltet  und entsprechende Förderangebote darstellt.

Maßnahmen auf den Betrieben

Die Bestandsaufnahmen zeigen, dass auf den Leitbetrieben bereits heute einige Agrarumweltmaßnahmen umgesetzt werden. Neben blütenreichen Blühstreifen werden Uferrandstreifen zum aktiven Gewässerschutz angelegt. In den Ackerbauregionen bringt zudem der Anbau vielfältiger Kulturen zusätzlich Struktur in die Landschaft. In den typischen Grünlandregionen fördert die extensive Grünlandnutzung spezifische Lebens- und Nahrungsräume.

Durch die Beratung konnten bereits im ersten Jahr weitere Flächen für Agrarumweltmaßnahmen (insgesamt 15 ha für die Anlage von Blüh- und Uferrandstreifen), aber auch für unterschiedliche Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes (insgesamt knapp 12 ha auf Acker und 17 ha auf Grünland) zur Verfügung gestellt werden.

Arbeitsgemeinschaft Leitbetriebe Biodiversität

Im Herbst 2016 wird die erste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Leitbetriebe stattfinden. Die Arbeitsgemeinschaft soll über den gesamten Projektzeitraum ein Forum zum Austausch zwischen den Leitbetrieben bieten, auf dem alle wesentlichen Themen vertrauensvoll diskutiert und gemeinsam Lösungen entwickelt werden können.

Demonstrationsveranstaltungen - Dialog am Feldrand

Zu Beginn der Vegetationsperiode 2017 werden die ersten Feld- und Fachtage auf den Leitbetrieben stattfinden. Dieser Zeitraum bietet optimale Bedingungen, die umgesetzten Maßnahmen zu besichtigen und die Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort zu diskutieren. Geplant sind ca. zwei Feldtage pro Jahr und Betrieb. Hierzu sind die Berufskolleginnen und -kollegen vor Ort, die amtlichen und ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter im Bereich Naturschutz und auf einigen Betrieben auch die Schülerinnen und Schüler der Berufs- und Fachschulen herzlich eingeladen.

Die folgende Karte zeigt Lage und Betriebsart der 14 Leitbetriebe.

Karte von NRW mit den Leitbetrieben Biodiversität
Karte von NRW mit den Leitbetrieben Biodiversität. Klicken zum Vergrößern.

Die Arbeiten werden teilweise finanziert durch das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Landesinitiative des Landes NRW.