Düsenbauarten (hydraulisch)

Die am häufigsten in der Landwirtschaft eingesetzte Zerstäuber- bzw. Düsenbauart, ist die hydraulische Düse. Hierbei wird die unter Druck stehende Flüssigkeit durch eine kleine Öffnung gepresst und mit hoher Geschwindigkeit nach außen geschleudert. Man unterscheidet bei den Düsen, die im Ackerbau verwendet werden, zwischen Flachstrahl- und Rundstrahldüsen (Voll- bzw. Hohlkegeldüsen).

Bei den Flächenbehandlungen werden überwiegend Flachstrahldüsen (LU, XR, AD, DG, etc.), Pralldüsen (z.B. TT) und Doppelflachstrahldüsen (DF, TJ etc.) eingesetzt.

Eine weitere Variante der Flachstrahldüsen sind die Schrägstrahldüsen, sie werden überwiegend in Reihenkulturen eingesetzt, bieten aber auch eine gute Alternative als Enddüse bei Flächenbehandlungen.

Flachstrahldüsen, Pralldüsen, Doppelflachstrahldüsen

Schrägstrahldüse

Am Beispiel der Firma TeeJet lassen sich noch folgende Formen der Schrägstrahldüsen unterscheiden:

  • Typ UB (Unterblatt) zur Behandlung von Reihenkulturen und als Enddüse für eine randscharfe Abgrenzung der Behandlungsfläche verwendet
  • Typ OC (off centre) als Enddüse zur Verbreiterung der Arbeitsbreite eingesetzt
  • Typ TQ eine zweiseitige Flachstrahldüse mit einem Gesamtspritzwinkel von 150°, der aus zwei 90° Spritzkegeln besteht und einen geringen Abstand zur Behandlungsfläche benötigt

Der große Anteil der verwendeten Flachstrahldüsen im Ackerbau hat über die Jahre dazu geführt, dass die Düsen hinsichtlich ihrer Abdriftneigung optimiert wurden. So wurden zusätzlich zu den Standardflachstrahldüsen sogenannte Antidriftdüsen (AD, DG, etc.) auf den Markt gebracht, die sich zur Flachstrahldüse durch eine zusätzliche Dosierblende unterscheiden.

Unterschied zwischen Standard Flachstrahldüse (XR) und Anti Drift Düse (DG)

Unterschied zwischen Standard Flachstrahldüse (XR) und Anti Drift Düse (DG) - Quelle: verändert nach TeeJet

Die im Moment überwiegend eingesetzten Düsen zur Vermeidung von Abdrift sind die sogenannten Luft-Injektor Düsen. Hierbei finden sich Varianten von allen gängigen Firmen auf dem deutschen Markt. Bei diesen Düsen wird das sog. Venturi-Prinzip genutzt, wobei die Düse passiv Luft in den Flüssigkeitsstrom saugt. Diese wird in einer Mischkammer mit der Flüssigkeit vermischt und am eigentlichen Mundstück zu luftgefüllten Tropfen aufbereitet. Hierbei ergeben sich große bis sehr große Tropfen, die weniger driftanfällig sind und beim Auftreffen auf die Pflanze zerplatzen und so einen guten Belag bilden.

Blasentropfen

"Blasentropfen" in Spritztropfen aus emulgierbaren Konzentrat (links) und wasserdispergierbarem Pulver (rechts). Quelle: Foto Graef (AGROTOP)

Zusätzlich zu den "klassischen" Injektordüsen (TD, TDXL, AI, AIC, ID, S Injet etc.) gibt es noch etwas kürzer bauende Injektordüsen der Hersteller Agrotop (AirMix), Lechler (IDK) und Hardi (Minidrift). Die Vorteile dieser kompakten Injektordüse liegt in ihrem niedrigen Betriebsdruckbereich (2 bis 3 bar optimaler Betriebsdruck), so dass im Gegensatz z.B. zu einer ID Düse (5 bis 8 bar optimaler Betriebsdruck) niedrige Aufwandmengen von 200 l/ha auch mit einem kleineren Düsenkaliber realisiert werden können.

Die Verwendung der einzelnen Düsen und ihre Eintragung in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" des JKI's (JKI = Julius Kühn Institut, vormals BBA) wird in einem gesonderten Kapitel näher beschrieben. In der nachfolgenden Tabelle soll ein Überblick über die unterschiedlichen Düsenarten und ihr entsprechender Einsatzbereich gegeben werden.

Autor: Harald Kramer