Biologische Bekämpfung von Thripsen

Raubmilbe Amblyseius cucumeris
Raubmilbe Amblyseius cucumeris. Foto: Prof. Dr. Urs Wyss

Im Zierpflanzenbau unter Glas treten verschiedene Thripsarten als Schädlinge auf. Am häufigsten trifft man Frankliniella occidentalis, Thrips tabaci und Thrips fuscipennis in Gewächshauskulturen an.

Thripse verursachen Schäden an Blüten und Blättern durch ihre Saugtätigkeit in den oberen Epidermiszellen des Pflanzengewebes. Die besaugten Zellen sterben ab und verfärben sich zuerst silbrig grau, später erscheinen die Flecken nekrotisch. Wird junges Blattgewebe von den Schädlingen besaugt, entstehen deformierte Blätter. An Blüten äußert sich ein Befall durch Thripse durch aufgehellte Streifen auf den Petalen, bei stärkerem Befall auch durch deformierte Blüten. Neben den direkten Schäden, sind Thripse auch als Überträger verschiedener Viruserkrankungen bekannt.

Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise und hohen Vermehrungsrate, sind Thripse nur schwer mit chemischen Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Deshalb ist der Einsatz der Raubmilbe, Amblyseius cucumeris zur Bekämpfung von Thripsen sinnvoll.

Bei Amblyseius cucumeris handelt es sich um eine ca. 0,4 mm große Raubmilbe mit beige bis hellbrauner Färbung. Neben Thripslarven ernähren sie sich auch von kleinen Spinnmilbenstadien, anderen Milbenarten und Pollen. Pro Raubmilbe können bis zu 6 Thripslarven pro Tag ausgesaugt werden.

Amblyseius cucumeris entwickelt sich vom Ei über ein Larvenstadium zur Protonymphe, dann zur Deutonymphe bis zur erwachsenen Raubmilbe. Die Entwicklungsdauer ist von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dem Nahrungsangebot abhängig. Bei 20°C dauert ein Entwicklungszyklus ca. 9 Tage. Werte von >70% relativer Luftfeuchtigkeit begünstigen den Schlupf der Larven aus den Eiern.

Zur Bekämpfung von Thripsen sollte Amblyseius cucumeris von Beginn der Kultur vorbeugend und regelmäßig ausgebracht werden. In der Praxis hat sich für viele Topfpflanzenarten die Freilassung von 100 Tieren/m² in vierwöchigen Abständen bewährt. Die Pflanzen werden direkt nach dem Topfen das erste Mal mit der Mischung aus Weizenkleie, Futtermilben und Raubmilben abgestreut, dann kurz vor dem Rücken das zweite Mal. Auf diese Art können Streuverluste vermieden und Kosten reduziert werden. Erfolgt eine dritte Freilassung der Raubmilben, vier Wochen nach dem Rücken der Pflanzen, ist der Pflanzenbestand meistens so weit geschlossen, dass es nur geringe Streuverluste gibt. Bei der Verwendung von losem Streumaterial sollte beachtet werden, dass die oberirdischen Teile der Pflanzen trocken sind, um das Ankleben der Kleie auf den Blättern zu vermeiden.

Zur Ausbringung der Raubmilben auf größeren Flächen werden in vielen Betrieben adaptierte Motorstäubegeräte oder umgebaute Laubblasgeräte eingesetzt. Die Eignung des jeweiligen Gerätes sollte vorher unbedingt geprüft werden.

Für Schnittblumenkulturen ist der Einsatz von Amblyseius cucumeris in Tüten empfehlenswert. Die Tüten enthalten ebenfalls Weizenkleie, Futtermilben und Raubmilben. Da die Bedingungen in den Tüten günstig für die Vermehrung der Raubmilben sind, können sie 4- 6 Wochen im Pflanzenbestand verbleiben. Während dieses Zeitraums verlassen die Nützlinge nach und nach die Tüte, um im Pflanzenbestand auf Nahrungssuche zu gehen. Für einen Quadratmeter Nettofläche der Kultur rechnet man 0,5- 1Tüte.

Die Kontrolle der biologischen Bekämpfung von Thripsen erfolgt am einfachsten mit Hilfe von Blau-

Tafeln, die möglichst dicht über dem Pflanzenbestand angebracht werden. Die Tafeln müssen wöchentlich kontrolliert werden. Bei steigenden Fangzahlen sollte eine zusätzliche Freilassung der Raubmilben oder die Anwendung eines integrierbaren chemischen Pflanzenschutzmittels erfolgen.

Autor: Marion Ruisinger