Biologische Bekämpfung von Trauermückenlarven

Larve derTrauermücke (Bradysia paupera)
Larve derTrauermücke (Bradysia paupera)

Trauermücke (Bradysia paupera)
Trauermücke (Bradysia paupera)

Nematode (Steinernema feltiae)
Nematode (Steinernema feltiae)

Raubmilbe (Hypoaspis miles)
Raubmilbe (Hypoaspis miles)

Trauermücken treten häufig bei der Vermehrung vieler Zierpflanzenarten auf, da sie feuchte Bedingungen bevorzugen. Die erwachsenen Trauermücken sind ca. 3 mm groß, schwarz und haben lange Fühler. Nach der Paarung legen die Weibchen zwischen 50- 300 Eier in mehreren Gelegen in das Substrat. Die daraus schlüpfenden Larven sind durchscheinend weiß und haben eine schwarze Kopfkapsel.

Sie sind das eigentlich schädliche Entwicklungsstadium der Trauermücken. Diese ernähren sich von abgestorbenem organischen Material im Boden, fressen aber auch an den Wurzeln von Stecklingen und Sämlingen und dringen in deren Stängel ein. Dabei schaffen sie Eintrittspforten für bodenbürtige Krankheiten. In Folge dessen können die Pflanzen an Kümmerwuchs und Welkeerscheinungen bis zum Absterben leiden. Für die Entwicklung (temperaturabhängig) vom Ei bis zum erwachsenen Tier benötigen Trauermücken ca. 3- 4 Wochen. Zur biologischen Bekämpfung von Trauermücken können Nematoden der Gattung Steinernema feltiae, Hypoaspis miles oder aculeifer (Raubmilben) oder Bacillus thuringiensis israelensis eingesetzt werden.

1. Biologische Bekämpfung von Trauermücken mit Steinernema feltiae

Steinernema feltiae sind von verschiedenen Anbietern unter unterschiedlichen Produktnamen ,z.B. Nemaplus, Traunem, Nemasys etc, erhältlich. In der Regel werden sie in einem Tonmineral oder Gel geliefert .. Das Präparat wird nach dem Auflösen in Wasser mittels Gießkanne, Dosatron oder Pflanzenschutzspritze auf die zu behandelnde Fläche gleichmäßig mit einer Menge von 0,5 Mio Tiere/m² ausgebracht. Sinnvoll ist der vorbeugende Einsatz von Steinernema feltiae oder bei dem ersten sichtbaren Befall. Bei stärkerem Befall muss die Anzahl der Tiere/m² erhöht werden.

Pflanzenschutzspritzen müssen vor der Verwendung gründlich gereinigt werden. Um eine Verstopfung des Gerätes zu vermeiden, sind sämtliche Siebe aus dem Gerät zu entfernen. Die Düsenöffnung sollte mindestens 1,5 mm groß sein und der Druck darf maximal 5 bar betragen. Während der Ausbringung muss die Brühe ständig gerührt werden, um das Absinken der Nematoden auf den Boden zu vermeiden.

Da die Nematoden lichtempfindlich sind, sollte die Ausbringung möglichst in den Abendstunden erfolgen. Nach der Anwendung müssen die Pflanzen kurz überbraust werden, um auf den Pflanzen verbliebene Nematoden in das Substrat einzuspülen. Dieses ist nach der Anwendung gleichmäßig feucht zu halten. Eine Behandlung mit Steinernema feltiae hält ca. 4 Wochen bei optimalen Bedingungen vor. Bestehen dann noch Probleme mit einem Trauermückenbefall, sollte die Behandlung wiederholt werden.

Die Bodentemperaturen liegen zwischen 15°C- 28°C für eine optimale Entwicklung der Nematoden.

2. Biologische Bekämpfung von Trauermücken mit Hypoaspis ssp.

Die Raubmilben werden i.d.R. in einem Gemisch aus Vermiculit und Torf geliefert. Der Behälter mit den Tieren sollte erst am Einsatzort geöffnet und vorher vorsichtig gedreht werden. Mit der Hand oder einem Löffel werden vorbeugend mindestens 125 Tiere/m² gleichmäßig ausgestreut. Bei stärkerem Befall muss die Zahl der Tiere entsprechend erhöht werden.

Die Tiere können maximal 3 Tage in der Packung aufbewahrt werden. Dabei sollte die Temperatur zwischen 15°C- 20°C liegen. Bei Temperaturen unter 8°C können die Raubmilben absterben. Deshalb sollten sie nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

3. Biologische Bekämpfung von Trauermücken mit Bacillus thuringiensis israelensis

Für die Bekämpfung von Trauermücken in Kalthauskulturen kann Bacillus thuringiensis israelensis ( B.t.i.) angewendet werden. Dies ist ein Fraßgift, das ausschließlich über den Verdauungstrakt von Mückenlarven wirkt und innerhalb von wenigen Stunden zu deren Tod führt. Es wirkt selektiv und ist für andere Lebewesen unschädlich.

Von verschiedenen Firmen werden Produkte zur Bekämpfung von Stech- und Kriebelmücken sowie sonst lästiger Mückenarten unter verschiedenen Handelsnamen angeboten (z.B. BioMück, Neudomück, u.a.).

Autor: Marion Ruisinger