Biologische Bekämpfung von Weißen Fliegen

Bemisia tabaci
Bemisia tabaci. Foto: Marion Ruisinger

Weiße Fliege
Weiße Fliegen. Foto: Marion Ruisinger

Encarsia formosa
Encarsia formosa. Foto: Marion Ruisinger

Weiße Fliege, parasitierte Puppen
Weiße Fliege, parasitierte Puppen. Foto: Marion Ruisinger

An vielen Zierpflanzenarten, wie z.B. Poinsettien, Lantanen, Fuchsien und Gerbera, treten die beiden Weiße Fliegen- Arten Bemisia tabaci und Trialeurodes vaporariorum als Schädlinge auf. Bemisia tabaci ist schwieriger zu bekämpfen als Trialeurodes vaporariorum, da sie eine höhere Vermehrungsrate hat, gegen viele chemische Pflanzenschutzmittel resistent ist und von der Schlupfwespe Encarsia formosa nicht im gleichen Maße wie Trialeurodes vaporariorum als Wirtstier akzeptiert wird. Beide Arten sind als erwachsenes Tier nur schwer voneinander zu unterscheiden. Die erwachsenen Tiere saugen auf der Blattunterseite am Pflanzengewebe und scheiden dabei Honigtau aus, der nachfolgend von Rußtaupilzen besiedelt wird. Während ihrer Saugtätigkeit können Viren übertragen werden.

Die Weibchen legen ihre spitz ovalen Eier senkrecht ins Pflanzengewebe ab, wobei von Trialeurodes vaporariorum häufig kreisförmige Eigelege angelegt werden. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen drei bewegliche Stadien und ein Puppenstadium. Dieses wird von dem fertig entwickelten Tier durch einen T- förmiges Schlupfloch verlassen. Die Dauer eines Entwicklungszykluses ist von der Temperatur und der Wirtspflanze abhängig. Bei 25°C benötigt Trialeurodes vaporariorum ca. 21 Tage, während Bemisia tabaci bereits nach 18 Tagen eine neue Generation gebildet haben kann.

Einsatz von Encarsia formosa

Zur Bekämpfung von Trialeurodes vaporariorum und Bemisia tabaci kann die Schlupfwespe Encarsia formosa eingesetzt werden. Die etwa 0,7 mm große Schlupfwese wird von verschiedenen Anbietern als verpupptes Stadium auf Kärtchen geliefert. Die daraus schlüpfenden Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in das dritte und vierte Larvenstadium der Weißen Fliege ab, können aber auch die anderen beiden Stadien parasitieren. In der Weißen Fliege Larve findet die gesamte Entwicklung vom Ei bis zur adulten Schlupfwespe ab. Parasitierte Larven färben sich bei Trialeurodes vaporariorum nach ca. zwei Wochen schwarz, während Larven von Bemisia tabaci häufig gelb/ bräunlich marmoriert erscheinen. Bei Temperaturen von 25°C benötigen die Schlupfwespen für ihre Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier zwei bis drei Wochen. Pro Weibchen werden bis zu 150 Eiern abgelegt.

Neben der Parasitierung findet eine weitere Dezimierung der Weißen Fliege durch „Hostfeeding“ statt. Dabei werden die jüngeren Larvenstadien von den adulten Schlupfwespen angestochen und ausgesaugt.

Vor Beginn des Nützlingseinsatzes sind alle hygienische Maßnahmen zu treffen, um den Zuflug von Weißen Fliegen und anderen Schädlingen aus umstehenden Pflanzen oder Unkräutern zu verhindern. Nach Erhalt der Jungpflanzen ist es empfehlenswert diese direkt auf Befall zu kontrollieren. Da die Schlupfwespen empfindlich auf Rückstände verschiedener chemischen Pflanzenschutzmittel (z.B. Imidachloprid) reagieren, sollte abgeklärt werden welche Pflanzenschutzmittel bei den Jungpflanzen angewendet wurden. Bei selbst vermehrten Pflanzen ist auf solche Pflanzenschutzmittel zu verzichten.

Die Schlupfwespen werden nach der Bewurzelung oder Topfen der Kultur in wöchentlichen Abständen mit mindestens 5 Tieren/ m² eingesetzt. Die Anzahl der freigelassenen Tiere ist abhängig vom Befallsdruck, der Größe der Kultur und der vorhandenen Weißen Fliegen Art. Bei Befall durch Bemisia tabaci empfiehlt sich eine höhere Einsatzmenge.

Nach Erhalt der Nützlinge setzt man diese so schnell wie möglich aus und verteilt die Kärtchen (Hänger oder Sticker) gleichmäßig im Pflanzenbestand. Die Puppen der Schlupfwespen sollten dabei weder ständiger Nässe noch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

Autor: Marion Ruisinger