Moderne Verfahren der Grundfuttervorlage

Selbstfahrender Futtermischwagen
Selbstfahrender Futtermischwagen, Firma SGARIBOLDI

Einführung

Neben einer Reduzierung von Handarbeit verbessern moderne Futtervorlagegeräte die Arbeitswirtschaft und ermöglichen die Frischsilagefütterung. Mit zunehmendem Mechanisierungsgrad ist sogar eine leistungs- und rationsgerechte Futtervorlage, bis hin zur TMR (Totale Misch-Ration), möglich.

Je nach Mechanisierungsgrad ist die Arbeitswirtschaft für die Futtervorlage immer noch mit viel Handarbeit verbunden. Neben der Melkarbeit stellt die Fütterung den zweitgrößten Zeitbedarfsfaktor dar. Daher zielen alle Entwicklungen in der Technik auf eine Entlastung der Arbeitskraft mit hoher Flexibilität und entsprechender Schlagkraft ab. Es bestehen jedoch die Fragen, ob die Gebäude- und Funktionsbereichsabmessungen den Einsatz der notwendigen und sinnvollen Technik zulassen und außerdem die Investitionskosten für den Betrieb ökonomisch vertretbar sind. Es kann daher mitunter günstiger sein, zuerst in die Verbesserung der Tierhaltung und Arbeitswirtschaft im Jungviehbereich zu investieren, als sofort in teure Technik nur für den Kuhbereich.

Im praktischen Einsatz sind die einfachen Siloblockschneider ohne Verteiler noch dominierend. Arbeitserleichterung, als auch Arbeitszeiteinsparung sind jetzt die Schlagworte, nach denen die gewünschte Technik heute gekauft wird.

Blockverteilwagen

Blockverteilwagen
Rundballen- und Blockverteilwagen, Firma -holaras- Hoopman Machines bv. Aalten

Vielen Landwirten, die nur ein bis zwei Grundfutterarten verfüttern, aber über größere Viehbestände verfügen, reicht das Fassungsvolumen eines Blockschneiders nicht aus, um mit einer Durchfahrt den Tagesbedarf Grundfutter vorzulegen. Weiterhin wollen vom Hof entfernt angelegte Silomieten genutzt werden. Oft müssen sie für einige "Nebengebäude" den Blockschneider aber weiter nutzen. Für diese Betriebe sind Blockverteilwagen gut geeignet.

Diese einachsigen Geräte werden an Ackerschiene oder im Zugmaul angehängt. Über eine hydraulisch zu betätigende Heckklappe werden die Silageblöcke unterfahren und durch Anheben der Klappe in den Vorratsbehälter geworfen. Je nach Fassungsvermögen können bis zu zwei Silageblöcke aufgenommen werden. Die Dosierung erfolgt über einen hydraulisch angetriebenen Kratzboden zu einer mechanisch angetrieben Fräs- oder Dosierwalze oder umlaufende Rechenkette auf ein Querförderband in den Trog. Die Futtervorlage ist hier gleichmäßiger als bei den Blockverteilern. Das Zwischenlagern der Blöcke kann an Stallwänden, Silowänden oder besser sogar unter Abdächern erfolgen. Die Abstellfläche muss für eine saubere Aufnahme befestigt sein. Ein Vorteil ist der geringe Leistungsbedarf der Verteilwagen. Durch die Anhängung sind Antriebsleistungen von 22 bis 35 kW und relativ geringe Hydraulikleistungen ab 25 l/min erforderlich, die leicht von Schleppern älterer Bauart erreicht werden. Ein derartiges "Gespann" kann ausschließlich für diesen Zweck auf dem Hof verbleiben. Die Preise für die Verteilwagen liegen bei 7.000 bis 9.000 €. In der Gesamtkalkulation darf aber das Entnahmegerät nicht vergessen werden. Meistens gelangt das im Betrieb vorhandene Gerät zum Einsatz. Bei Gesamtinvestitionen von 12.500 € und mehr zwar nicht die billigste, aber flexibelste Lösung. Es ist z.Z. das einzigste Gerät, welches Rundballen und Silagepacken selbsttätig aufnehmen, auflösen und gleichmäßig rechts und links verteilen kann. Schmale Futtertische, niedrige Stalldurchfahrten als auch verwinkelte Altgebäude stellen für die Futtervorlage kein Problem dar. Technisch ist der Blockverteilwagen als ausgereift zu bezeichnen. Die Verfahrenskosten werden hier stärker von den laufenden Kosten des Entnahmegerätes beeinflusst als von der Investitionshöhe des Verteilgerätes.

Entnahme-, Transport- und Verteilgeräte

Siloking
SILOKING- Silokamm Type DA 3600 F, Firma Mayer Maschinenbau- und Handelsgesellschaft mbH

Ein Nachteil der zuvor beschriebenen Blockverteilwagen besteht darin, dass immer zwei Geräte auf dem Hof erforderlich sind, die untergestellt und gewartet werden müssen. Geräte die sowohl die Silage täglich frisch entnehmen, transportieren, aber auch im Stall verteilen sind "in" und werden inzwischen in unterschiedlichster Ausführung angeboten. Dabei ist zunächst zwischen Anbau- und Anhängegeräten sowie Selbstfahrern zu unterscheiden.

Anbaugeräte kommen nur für relativ kleine Vorratsbehälter bis maximal 2,5 m3 in Frage, da die erforderlichen Hydraulikhubkräfte sonst zu groß werden. Bei derartigen Fassungsvolumen sind Schlepper mit 50 bis 60 kW erforderlich. Je mehr Futter auf einmal mitgenommen werden muss umso eher empfiehlt sich ein angehängtes Gerät. Diese haben dann den Vorteil im geringeren Leistungsbedarf. Etwa 30 bis 45 kW-Schlepper bei 4 bis 5,5 m3 Fassungsvolumen reichen aus, da die Ölversorgung über eine bordeigene Hydraulik erfolgt. Auch hier lassen sich alte Hofschlepper sehr gut einsetzen. Selbstfahrende Entnahme-, Transport- und Verteilgeräte sind bisher in der Praxis wenig verbreitet, da die Investitionskosten 25.000 € weit übersteigen.

Deutliche Unterschiede bestehen bei den Befülleinrichtungen. Eine kostengünstige Lösung stellt der Reißkamm am hydraulischen Ausleger dar. Die Arbeitsweise ist derart, dass durch hydraulisches Eindrücken des Reißkammes in den Silagestock das Futter keilförmig aus dem Futterstock gedrängt und in den Vorratsbehälter des Gerätes gezogen wird. Bei kurzgeschnittenen Silagen betragen die Entnahme- und Befüllzeiten ca. 3 Minuten. Über Stockhebel werden die einzelnen Arbeitsgänge gesteuert. Der Antrieb ist ölhydraulisch. Ein einfachwirkendes Steuergerät mit drucklosem Rücklauf bei mindestens 40 l/min Pumpenleistung sind notwendig. Über eine Restgutklappe zwischen den Reißzinken ist eine saubere Entnahme bis auf den Boden bei allen Futterstrukturen gegeben. Der Reißkamm stellt hinsichtlich der Investitionskosten und laufenden Kosten die preisgünstigste Lösung dar. Bei einem Volumen von 2,2 m3 und gut 5.000 € Anschaffungskosten ist dieses Gerät ideal für Betriebe um die 50 Kühe plus Nachzucht, womit bis zu drei Behälterbefüllungen täglich der gesamte Bestand schlagkräftig und rationsgerecht gefüttert werden kann.

Glatte, feste Anschnittsflächen werden bei allen Silagearten mit Schneidschildern als Schneideinrichtung an hydraulischen Auslegern erreicht. Für diese bessere Optik sind ca. 3.000 € höhere Investitionskosten und, da durchweg als Blockdrillmesser ausgeführt, auch mit entscheidend höheren Wartungskosten zu veranschlagen. Seitlich angeordnete Schneideinrichtungen hinterlassen auch zur Seite hin eine glatte Anschnittfläche, so dass bei der Entnahme am Flachsilo über die gesamte Breite sauber entnommen werden kann. In puncto Nachgärung sind beide Entnahmesysteme gleichwertig einzustufen. Die optimale Entnahmetiefe pro Füllvorgang von ca. 10 cm lässt gewisse Nachgärrisiken erst gar nicht aufkommen.

Für die Entleerung und den Futteraustrag der Geräte werden meistens Kratzböden in Kombination mit Austragwalzen und bei Anhängegeräten zusätzliche Querförderbänder verwendet. Geräte mit Querförderband können die Silage beidseitig austragen, während Anbaugeräte in der Regel das Futter nur zu einer Seite vorlegen können. Wahlweise ist in der Kombination von zwei Dosierwalzen ein Rechts- als auch Linksaustrag möglich. Die Dosierwalzen und der Kratzboden werden hydraulisch angetrieben. Um Verstopfungen besser beheben zu können, sind getrennter hydraulischer Antrieb von Dosierwalzen und Kratzboden zu empfehlen. Dann ist die Austragsgeschwindigkeit stufenlos verstellbar. Gleichgültig, welche Futtertischkonzepte gegeben sind, lautet die Empfehlung für einen gleichmäßigen Futteraustrag: Mit einer Vor- und Rückfahrt pro Fütterung ist eine homogene Verteilung gewährleistet. In den Dosiereffekten gibt es keine Unterschiede. Diese bestehen jedoch teilweise in technischen Details. Stützwalzen an den Heckkanten helfen, in Fahrsiloanlagen bis an die Wand zu fahren, sauber das Futter zu entnehmen, ohne Gerät und Wand zu beschädigen. Auch die Bauweise und Befestigungsart der Steuerblöcke ist unterschiedlich und somit auf die verschiedensten Einsatzbedingungen abgestimmt.

Die angehängten Entnahme-, Transport- und Verteilgeräte sind z.Z. überwiegend als sogenannte Kombinationsgeräte im Angebot. Damit ist sowohl das Entnehmen, Transportieren und Verteilen von Futter als auch das Einstreuen möglich. Mit Rundballen oder Packen ist eine gleichmäßige Einstreu aller bekannten Strohhaltungssysteme möglich. Um die notwendigen Wurfweiten zu erreichen und ein Zerreißen des Strohes zu bewirken, verfügen diese Geräte über ein Wurfrad. Meist ist noch eine Auflösewalze eingebaut, um einen gleichmäßigen Gutzulauf zu gewährleisten. Mit einer hydraulisch verstellbaren Auswurfklappe ist ein Futteraustrag nur zu einer Seite möglich. Die Wurfradgeschwindigkeit ist über ein Getriebe einstellbar. So sind beim Einstreuen Wurfweiten von 15 bis 18 m möglich. Preislich sind diese Geräte bei einem Fassungsvolumen von ca. 6 m3 bei über 20.000 € anzusiedeln. In der Ausstattung mit Schwenkdeichsel sind die Geräte sehr wendig und ermöglichen einen spurtreuen Lauf.

Futterverteilwagen

Wenn die kombinierten Entnahme- und Verteilgeräte vom Fassungsvolumen zu klein sind, wenn die Silage mit dem Frontlader entnommen werden soll und wenn keine exakte Mischung erforderlich ist, kommen für die Futtervorlage größere Futterverteilwagen in Betracht. In der Praxis sind viele unterschiedliche Lösungen zu finden. Ausgesprochen preiswert sind dabei herkömmliche Stalldungstreuer oder auch Kurzschnittladewagen, die mit einem Querförderband für den Futteraustrag in den Trog ausgerüstet bzw. Nachgerüstet werden. Nachteilig bei diesen Lösungen ist, dass das Querförderband hinten am Wagen angebracht ist und dadurch der Futterauswurf vom Schleppersitz aus schlecht eingesehen werden kann. Von Vorteil ist jedoch, dass besonders Stichfuttertennen bis zum letzten Fressplatz bedient werden können.

Spezielle Verteilwagen sind von der Bauart und der technischen Konzeption her voll auf die Bedürfnisse der Futtervorlage ausgelegt. Das fängt bei dem hydraulisch angetriebenen und in der Geschwindigkeit stufenlos verstellbaren Kratzboden und Querförderband an und hört beim günstigen Leistungsbedarf mit einfacher Bedienung auf.

Aggressive Dosierwalzen entnehmen das Futter, lockern es auf und sind je nach Komponentenart in der Lage, mit Mischeffekten das Futter vorzulegen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Mischeffekte weniger von der Technik als vielmehr von einer gleichmäßigen Befüllung abhängen. Der Kratzboden sollte aus geschlossenen Mitnehmerleisten bestehen, die auch relativ nahe bis an die Bordwand reichen. Damit ist die Gefahr von verbleibenden Futterresten, die verderben können, gering. Ob die Kratzbodenleisten geschraubt oder verschweißt sind, spielt allenfalls bei einer auftretenden Reparatur eine Rolle. Es ist jedoch kein Kaufentscheidungskriterium. Das gilt auch für die Ausführung der Querförderbänder. Ob Gummi oder Kunststoff, kalt verschweißt oder geklammert, entscheidend ist die Möglichkeit, mit Hilfe von Abstreifern den Bandzwischenraum freizuhalten und die auftretenden feinen Futterreste direkt nach außen fördern zu können. Eine regelmäßige Kontrolle und Wartung hilft, eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.

Als interessante Details sind noch die Schmierpulte zu erwähnen, die eine regelmäßige Wartung erleichtern. Auch die Übersicht beim Dosier- und Austragevorgang ist mit perforierten Gitternetzen oder Plexiglasscheiben gut herzustellen. Auflage- oder Verschleißkanten aus Holz oder Kunststoff helfen, die Lebensdauer bei den Bordwandoberkanten zu verlängern. Spezielle pulverbeschichtete Lackierungen erhöhen die Haltbarkeit und Lebensdauer der Bordwände. Dies besonders deshalb, weil diese Teile täglich der Futtersäure und der Stallluft ausgesetzt sind. Die Profile der Bordwände sollten möglichst flach ausgebildet sein. Dann kann sich kein Futter ansammeln und verderben. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um den Bereich Futterhygiene geht. Die Bedienung ist einfach und bequem, auch aus der Schlepperkabine möglich. Mittels Bowdenzug oder Stockhebel sind alle Funktionen zu bedienen.

Der Antrieb erfolgt für die Dosieraggregate über Zapfwellen, Kratzboden und Austrageband werden hydraulisch angetrieben. Dafür ist ein einfach wirkendes Steuergerät mit drucklosem Rücklauf notwendig. Der Leistungsbedarf ist abhängig von der Futterstruktur und -dichte. Mit 5 bis 8 kW für die Zapfwelle und 4 bis 6 kW für den hydraulischen Bereich ist auch der Einsatz leistungsschwächerer Schlepper möglich. Bei Ladeinhalten von 9 bis 11 m3 bewegen sich die Investitionskosten im Bereich von 10.000 bis 13.000 €, je nach technischer Ausstattung. Bei den Geräten mit Stützfuß ist ein Befüllen auch im abgehängten Zustand möglich. Überwiegend gelangen zwei Schlepper zum Einsatz. Wobei zur Befüllung immer mehr auf den Radlader mit spezieller Entnahmetechnik zurückgegriffen wird. Bei der Betrachtung des Verfahrens Futterverteilwagen bleibt festzuhalten, dass diese Technik für wachsende Betriebe mit mehreren Futterkomponenten die einfachste, flexibelste und auch preiswerteste, dabei auch noch schlagkräftigste Lösung darstellt.

Futtermischwagen-Systeme und Einsatzkriterien

Für Rindviehbestände mit einem hohen Leistungsniveau, Betriebe mit einer Fülle interessanter Futterkomponenten und größeren Herden ist der Futtermischwagen eine interessante und bedeutende Fütterungstechnologie. Neben den Fragen zur Art der Mischungen, ob Grundfuttermischung oder TMR, der idealen Behältergröße, Selbst- oder Fremdbefüllung ist ebenso eine Entscheidung zur Bauart des Mischsystems notwendig.

Mit Schneidwerk besser und schneller mischen

Das haben viele Hersteller erkannt und bieten mittlerweile Schneidsätze für ihre Mischsysteme an. Bei den Haspel- und Balkenmischern sind Messer von unterschiedlicher Form und Größe eingebaut. Sie beschleunigen in erster Linie die Mischzeit und verbessern die Mischqualität. Eine vergleichbare Mischqualität mit relativ günstigem Leistungsbedarf, wie bei den Zwangsmischern, ist nicht gegeben. Besonders bei der Umsetzung einer TMR sind hohe Mischqualität und angepasste Mischzeiten für eine hohe Gesamtfutteraufnahme von größter Bedeutung. In den klassischen Schneckenmischern gelangen Messer der unterschiedlichsten Form und Größe zum Einsatz. Aus den bisherigen Prüfungen und Praxiserfahrungen haben sich geschwungene Messerelemente mit Wellenschliff als futterschonend, mit guter Schnittqualität, geringem Bruchrisiko durch Fremdkörper und günstigem Leistungsbedarf herausgestellt. Für die Futterschonung (geringe Vermusung und Verpressung) und den Leistungsbedarf hat u.a. der Abstand der Mischschnecke zum Behälterboden und der Winkel im Übergang vom Mischschnecke und Behälterwand eine große Bedeutung. Ein enger Abstand ergibt eine gute Schnittqualität bei bester Futterschonung mit geringen Futterresten im Bodenbereich. Ein relativ spitzer Winkel zwischen Schnecke und Behälterwand unterstützt den schonenden Gutstromverlauf, besonders wenn es darum geht, nennenswerte Anteile von Rundballen- und Packensilage einzumischen.

Die Qual der Wahl bei Mischsystemen

Eine Fülle an Mischsystemen mit ihren unterschiedlichen technischen Variationen macht die Entscheidung für ein bestimmtes System, geschweige Gerät, keineswegs einfacher. Grundsätzlich sollte jedes Gerät in der Lage sein, auch größere Mengen langstrukturierten Futters schonend zu schneiden und zu mischen. Außerdem sollte eine Eignung zum Mischen einer TMR mit hoher Mischgenauigkeit gegeben sein. Denn eine Anschaffung wird heute meist nach den gegebenen Betriebskriterien gefällt. Da eine gute Technik 10 Jahre und älter werden kann, sind beim Kauf heute auch eventuelle Veränderungen in der Rationsgestaltung nicht auszuschließen und demnach auch zu berücksichtigen.

Einschneckenmischer

Ein Untersetzungs- oder Planetengetriebe treibt ohne Kette direkt eine Schnecke an. Der einfache Aufbau setzt sich auch beim Behälter und Fahrwerk fort. Die Preise bewegen sich bei 2.000 € je m3 Inhalt ohne und ca. 3.000 € je m3 Inhalt mit Fräse und Wiegeeinrichtung. Bei diesem Mischertyp wird das Futter über eine Schnecke zur Mitte gefördert und dann nach dem "Maulwurfprinzip" nach oben gehoben. Über eine keilförmige Behälterwand oder angetriebene Pendel kann das Futter sowohl nach vorne als auch nach hinten verteilt werden. Das geschieht in Abhängigkeit von Trockenmasse-Gehalt und der Struktur des Futters. Trockene und spezifisch leichte Komponenten benötigen eine längere Mischzeit und der Leistungsbedarf kann Werte von 4 bis 5 kW je m3 erreichen. Bei strukturschwachen und feuchten Komponenten besteht die Gefahr des Vermusens. Durch das relativ hohe Gewicht des Futters wird permanent ein hoher Eigendruck des Futters auf die Walze und das nachfolgende Futter ausgeübt. Bei keinem Mischsystem variiert daher der Leistungsbedarf so stark wie bei den Mischsystemen, die nach dem Maulwurfprinzip verfahren. Eine volle Ausnutzung des gegebenen Behältervolumens ist nur zu 70 bis 75 % gegeben. Bei diesem System sollten Rundballen und Packen nur portionsweise eingefüllt werden. Offizielle Messergebnisse liegen z.Z. noch nicht vor, dennoch ist zu beobachten, dass eine Eignung für die TMR von der Struktur und Art der Komponenten abhängig ist.

Zweischneckenmischer

Im Aufbau und der Funktion ähnelt er dem vorgenannten Mischsystem. Mittlerweile gibt es drei Varianten auf dem Markt. Ursprünglich drehten sich beide Schnecken in die gleiche Richtung. Damit war aber nur ein einseitiger Austrag gegeben. Da die meisten Stallungen mit Stichfuttertennen ausgerüstet sind, besteht die Notwendigkeit eines beidseitigen Austrages, um alle Fressplätze bedienen zu können. Um dies auch zu gewährleisten, kam eine Generation auf dem Markt, wo die Schnecken sich nun gegenläufig nach innen drehen. Somit ist zwar ein beidseitiger Futteraustrag gegeben, am Effekt des System ist nicht viel verbessert worden. Die Mischqualität und der Leistungsbedarf sind stark abhängig von der Futterart und -struktur und der Schnecken- und Behälterbodengeometrie als auch Materialart. Bekanntermaßen unterstützt Edelstahl als auch Kunststoff den Gutfluss, was zu einem günstigeren Leistungsbedarf und zu einer geringeren Vermusungs- und Verpressungsgefahr führt. Ein weiteres wichtiges Detail ist der Übergangsbereich, wo die beiden Schnecken sowohl das Futter austragen als auch nach oben heben. Da hier ein Großteil des Futters auf den Schnecken lagert ist die Ausgestaltung des Überganges zwischen diesen beiden Schnecken für den notwendigen Leistungsbedarf von großer Bedeutung. Hier sind in der Praxis bisher sehr differenzierte Erfahrungen gemacht worden. Untersuchungen und Messungen werden auch hier weiteren Aufschluss auf die vielschichtige Praxistauglichkeit geben. Aus den bisherigen Prüfungen lässt sich ein stark variierender Leistungsbedarf von 3 bis 6 kW je m3 Inhalt aufzeigen. Ohne Befülleinrichtung sind Preise von 2.250 bis 2.500 € je m3 Inhalt zu veranschlagen.

Dreischneckenmischer

In der Ausstattung mit offener Rührwelle ist die schonende Futterbehandlung überzeugend. Mit den Schneideinsätzen in Wellenschliffform ist ein vielseitiger Einsatz bei relativ günstigem Leistungsbedarf gegeben. Ganze Rund- und Quaderballen können jedoch nicht aufgelöst werden. Diese sollten portionsweise in den laufenden Mischprozess gefüllt werden. Bei der Selbstbefüllung kann das über die Fräsen erfolgen. Die im oberen Behälterbereich eingebauten Rückförderschnecken sollten möglichst an beiden Stirnwänden gelagert sein. Zwar steigt mit zunehmenden Heuanteil in der Ration das Verstopfungsrisiko, das lässt sich jedoch stark reduzieren, wenn zu Beginn des Mischvorganges kurzstrukturiertes Futter zuerst eingefüllt wird. Der Leistungsbedarf beträgt 3 - 4 kW je m3 Inhalt. Es ist das Mischsystem für kleine Behältergrößen von 7 - 10 m3 Inhalt. In der Kombination mit Fräse auch gut zur Selbstbefüllung bei schonender Gutbehandlung geeignet. Insgesamt bietet er sich dort an, wo in erster Linie kurzstrukturierter Futtermittel mit feuchten Zusatzkomponenten wie Pressschnitzel, Treber oder ähnlichen in einem nennenswerten Umfang zu einer schonenden Gesamtration gemischt werden sollen. In der Ausstattung mit geschlossener Schneidschnecke sind höhere Leistungsbedarfswerte, längere Mischzeiten und ein höheres Vermusungsrisiko festzustellen.

Vierschneckenmischer

Die Vierschneckenmischer überzeugen bei großen Behälterinhalten durch das gute Auflösen von ganzen Rund- und Quaderballen. Wegen ihrer kompakten Abmessungen sind sie besonders bei den Selbstfahrern im überbetrieblichen Einsatz gefragt, da sie bei großem Nutzinhalt eine relativ geringe Bauhöhe haben. Dann sind auch niedrige Stallein- und -durchfahrten nutzbar. In ihrer technischen Ausführung unterscheiden sich die verschiedenen Fabrikate sehr. Unterschiedlicher Schneckendurchmesser, -gang, unterschiedliche Geschwindigkeiten und Abstände zu den oberen Rückführschnecken haben entscheidenden Einfluss auf den Leistungsbedarf, Schnittqualität, Futterschonung und Mischgenauigkeit. Sie sind als ideal für die Fremdbefüllung zu bezeichnen und in der Ausführung als Fremdbefüller ist eine schlagkräftige Befüllung ohne Verstopfungsrisiko möglich. Im Leistungsbedarf variieren sie zwischen 3 und 5 kW je m3 Inhalt. Sie sind aufgrund ihres höheren technischen Aufwandes auch teurer. In der Ausstattung mit Selbstbefüllung liegen die Preise bei 3.000 bis 3.500 € je m3 Inhalt.

Vertikalmischer

Vertikalmischer
Vertikalfuttermischwagen V-MIX 8 LS, Firma Bernard van Lengerich

In der Technik nicht neu aber als Mischsystem ist die senkrechte Schnecke sehr interessant. Das haben viele Hersteller erkannt und bieten mittlerweile eine so große Vielzahl mit unterschiedlichen technischen Ausführungen und teilweise Philosophien an, dass eine sachliche Entscheidung schwer fällt. Festzuhalten bleibt, dass eine gute Ausführung in den entscheidenden Details diese Mischer zum "Allround-Mischer" machen. Eine Schnecke mit zwei Schneckenwindungen, ein Schneckengang ohne Gefälle nach außen, eine Bestückung mit Messern, die bis zur Höhe der Gegenschneiden recht nahe an diese heranragen und ein Behälter in gezogener Bauform ist z.Z. das non plus ultra bezüglich Futterschonung, Schnittqualität, Leistungsbedarf und Mischungsqualität. Denn eine vertikale Schnecke in einem ovalen Behälter macht noch lange keinen Topmischer aus. In der Praxis wird dieses Mischsystem wegen seiner Robustheit und Vielseitigkeit geschätzt. Hier ist der Futteraustrag serienmäßig nach rechts und links. Für einen geringen Aufpreis kann der Futteraustrag auch im Heck erfolgen. Zwar ist dann die Übersicht auf den Austrag nicht mehr so gut gegeben, jedoch jeder Fressplatz kann mit Futter bedient werden. Mit der senkrechten Schnecke können, unabhängig vom Behälterinhalt, ganze Rund- und Quaderballen schlagkräftig aufgelöst, geschnitten und äußerst schonend gemischt werden. Die Schnittintensität lässt sich über mindestens zwei verstellbare Gegenschneiden den Futterstrukturen anpassen. Dadurch ist es sogar möglich, schlagkräftig, mit günstigem Leistungsbedarf und ohne Staubentwicklung die Einstreu für Liegeboxen aus Rund- und Quaderballen zu erstellen. Probleme können beim Einsatz in niedrigen Stallgebäuden auftreten. Für sein Behältervolumen ist der Vertikalmischer relativ hoch. Nach den bisherigen Tests und Praxiserfahrungen ist er als idealer Fremdbefüller anzusehen. Die große konische Behälteröffnung erlaubt ein einfaches Befüllen von fast allen Seiten. Bei optimaler Konstruktion liegt der Leistungsbedarf bei 3 kW je m3 Inhalt, sonst sind Werte von 5 kW je m3 Inhalt möglich. Eine Ausstattung mit Untersetzungsgetriebe ist zu empfehlen. Der stabile Wagenaufbau ist zwar einfach konstruiert und in der Wartung sehr anspruchslos, hat aber seinen Preis. Je nach Ausstattung und Verarbeitungsniveau bewegen sich die Preise zwischen 2.000 und 3.000 € je m3 Inhalt.

Haspel- und Balkenmischer

Der Haspel- und Balkenmischer hat das Interesse am Mischwagen und insbesondere an der TMR wieder neu belebt. Sie zeichnen sich durch einen einfachen Aufbau, günstigen Leistungsbedarf und schonende Mischwirkung aus. Das Futter kann in der Grundausstattung nicht nachhaltig zerkleinert werden, wodurch sich lange Mischzeiten ergeben können. Systembedingt ist eine Ausnutzung des Behälterinhaltes nur zu 60 bis 70 % gegeben. Da das Futter nur in einem geringen Umfang im Behälter hin und her bewegt wird, ist die Mischgenauigkeit von einem gleichmäßigen Befüllgrad, von der Front bis zum Heck des Behälters, abhängig. Häckselgut wäre ideal. Der Leistungsbedarf beträgt ca. 3 kW je m3 und die Preise betragen pro m3 Nutzinhalt 3.000 bis 3.500 €.

Futteraustrag

Ob das Futter über Förderketten oder Förderband ausgetragen wird, ist nicht so entscheidend. Eine breite Ablage im Trog, ohne das Futter zu überfahren, und eine Reinigungsmöglichkeit im Rückführbereich der Förderkette sind wichtig. Außerdem kann es je nach Trogform oder Futtertischgestaltung von Vorteil sein, in ein verlängertes bzw. hydraulisch in der Höhe verstellbares Austrageband zu investieren. Die einmal tägliche Futtervorlage reicht aus und die Futteraufnahme lässt sich durch mehrmaliges Vorlegen nicht erhöhen. Je nach Mischungszusammensetzung sind sogar Bevorratungen für zwei Tage möglich.

Behältergröße

Je nach Rationsgestaltung und Futterbeschaffenheit sind bei einer reinen Grundfuttermischung Füllmengen von 90 bis 110 kg Trockenmasse je m3 nutzbarem Volumen zu veranschlagen. Mit einer einmaligen Futtervorlage am Tag können 7 bis 9 Kühe bzw. GV damit ausreichend versorgt werden. In einer aufgewerteten Mischung mit Pressschnitzel, Treber usw. sind Werte von 120 bis 140 kg Trockenmasse je m3 zu Grunde zulegen. Dementsprechend können in Abhängigkeit von der Verdaulichkeit der Gesamtration 6 - 9 Kühe je m3 gefüttert werden. Bei den Horizontalmischern sollten mindestens 50 % des Behälters gefüllt sein, nur beim Haspel- und Vertikalmischer sind auch geringere Mengen unter Beibehaltung einer guten Mischqualität möglich. Von daher ist ein Mischvolumen ab 7,5 m3 interessant und auch für kleinere Bestände keineswegs zu groß.

Befüllung

In größeren Beständen mit mehreren Futterkomponenten hat sich die Fremdbefüllung durchgesetzt. Höhere Flexibilität, kürzere Lade- und Mischzeiten, günstigere Kosten und geringerer Energiebedarf sprechen dafür. Die Aspekte kommen bei kleineren Bestandsgrößen nicht so sehr zum Tragen. Hier kann es ohne weiteres von Vorteil sein, die Selbstbefüllung mit Fräse zu wählen oder die Befüllung über einen Hallenkran zu tätigen. Das trockene Beifutter kann dann, abhängig von den Mengen, von Hand oder über eine Schnecke aus dem Silo erfolgen. Grundsätzlich gilt, dass trockene Produkte in kleinen Mengen zum Beginn des Mischprozesses in den Wagen gefüllt werden. Die weitere Reihenfolge ergibt sich aus der Futterstruktur und sonstigen Beschaffenheit. Komponenten, die einer nachhaltigen Zerkleinerung bedürfen sind immer zuerst, strukturschwache und feuchte Komponenten zum Ende des Mischvorganges beizufügen. Eine Mischzeit von 3 Minuten nach dem letzten Befüllvorgang reicht für eine homogene Mischung mit hoher Mischgenauigkeit bei den Zwangsmischern aus. Wenn viele Punkte bei kleinen Beständen für das Selbstbefüllen über Fräse sprechen, sind der höhere Wartungs- und Reparaturaufwand dennoch nicht außer Acht zu lassen. Der Wagen wird durch die Befülltechnik um 0,8 bis 1,2 t schwerer und ein höherer Leistungsbedarf von mindestens 20 kW gilt es zu berücksichtigen, so dass Schlepper ab 45 kW eine zufriedene Arbeitsleistung bieten. Bei den Entnahmeleistungen dürfen die Erwartungen dann aber auch nicht zu hoch angesetzt sein. Denn für Fräsleistungen von 350 - 450 kg/min bei Ladewagensilage sind immerhin alleine 30 - 35 kW Antriebsleistungen notwendig. Außerdem können Futterstruktur und Futterschonung bei zu langer Befüllzeit beeinträchtigt werden.

Haltbarkeit und Wartung

In gewisser Weise spiegelt sich die Haltbarkeit im Kaufpreis wider. Hier haben die Hersteller in den letzten Jahren durch die DLG-Prüfungen gelernt und wichtige Details verbessert. Denn wo viel Futter bewegt wird ist auch Verschleiß. Dieser ist neben der Materialart sehr stark von der Geometrie der einzelnen Bauteile, wie schon beschrieben, abhängig. Bei der Wartung sollte im Bereich der Verlustschmierung Pflanzenöl, bzw. -fett zulässig sein. Hier ist teilweise noch eine Rücksprache mit dem Hersteller notwendig.

Resümee

Die Weiterentwicklung der verschiedenen Mischsysteme zeigt sich in der veränderten und verbesserten Geometrie zwischen Mischschnecken und Mischwanne. Enge Abstände, Messer mit Wellenschliff, Wanne aus hochwertigen Werkstoffen und veränderte Schneckengeschwindigkeiten haben das Ziel, zügig und dennoch schonend zu mischen und den Leistungsbedarf zu reduzieren. Besonders bei den Zweischneckenmischern haben diese Details zu einer Verbesserung der Mischqualität geführt. Dennoch reagiert dieses Mischsystem stark auf die Art und Beschaffenheit des Futters. Besonders wenn es um die Umsetzung einer TMR geht, können gerade diese Kriterien von Bedeutung sein. Im Rahmen der DLG-Prüfungen haben die Dreischneckenmischer ihre Stärken und Schwächen gezeigt. Die Hersteller haben die Messergebnisse zu weitergehenden Verbesserungen genutzt, was sich in der neuen Generation auch zeigt. Für eine schlagkräftige Selbstbefüllung und bei größeren Behältervolumen liegen die Argumente beim Vierschneckenmischer. Dann können auch ganze Rundballen und Packen schlagkräftig aufgelöst, geschnitten und dennoch schonend gemischt werden. Als "Allround-Mischer" gilt das vertikale Mischsystem. Viele Hersteller haben das erkannt und bieten dieses System neben anderen bisher firmenspezifischen Verfahren an. Hier werden weitere Untersuchungen, Messungen und Beobachtungen in der Praxis zeigen, inwieweit die bisherigen guten Erfahrungen weiter verarbeitet und umgesetzt worden sind. Denn Futter in einen Behälter füllen und irgendwie durcharbeiten macht noch keine Mischung aus. Mischeffekte lassen sich auch mit Verteilwagen erzielen. Daher ist auch auf die notwendige Ausrüstung mit einer Wiegeeinrichtung zu achten. Bei kleineren Behältergrößen hat die Selbstbefüllung gewisse Kostenvorteile. Ansonsten sollte einzelbetrieblich die Frage nach Selbst- oder Fremdbefüllung geklärt werden. Bei einem geringen Leistungsangebot sind Fräsen zu bevorzugen. Bei hohen Futterstöcken mit hoher Verdichtung hat das sehr viel teuere Schneidschild seine Vorzüge.

Autor: Heinz-Günter Gerighausen, Dr. Horst Cielejewski