Sanierung der Pseudotuberkulose bei Ziegen

PseudotuberkuloseBild vergrößern
Vereiterte Lymphknoten am Kopf einer Ziege. Foto: Dr. Cordula Koch

Die Haltung von Milchziegen in NRW hat eine steigende Tendenz, denn der Absatz von Ziegenkäse und Ziegenmilchprodukten nimmt immer weiter zu. Inzwischen bietet sogar jeder Disccounter Ziegenkäse an. Um so wichtiger ist es, die Tiergesundheit im Auge zu behalten.

In NRW gibt es seit diesem Jahr Richtlinien zur Sanierung und Überwachung der Pseudotuberkulose. Die Pseudotuberkulose der Ziegen ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die zur Bildung von Abszessen in den Lymphknoten führt. Äußerlich sichtbar wird es vor allem im Kopfbereich unterhalb der Ohren, am Unterkiefer, vor den Schultergelenken, aber auch am seitlichen Bauchbereich und am Euter. Problematisch wird es vor allem dann, wenn diese Abszesse aufplatzen und Eiter am Tier herunterläuft.

Die Abszesse können jedoch auch die inneren Lymphknoten befallen. In der Folge kommt es dementsprechend zu Fruchtbarkeitsstörungen, Atemwegsproblemen, Verdauungsproblemen und verminderter Leistung. Dazu kommt, dass mehr und mehr Ziegenhalter und -züchter darauf achten, dass ihre Tiere, und die die sie zukaufen, Pseudotuberkulose- und CAE-unverdächtig sind. Solche Tiere lassen sich auch deutlich besser vermarkten.

Diese Sanierungsrichtlinie beruht darauf, dass dreimal im Abstand von je 12 Monaten alle Tiere klinisch untersucht, d.h. abgetastet sowie blutserologisch untersucht werden. Sind über diesen Zeitraum von 2 Jahren alle Ergebnisse negativ, gilt der Bestand als pseudotuberkuloseunverdächtig. Die Zahl der zu untersuchenden Tiere verringert sich, wenn der Bestand in den folgenden 2 Jahren unverdächtig bleibt. Andere Bundesländer, wie z.B. Bayern, stellen die entsprechenden Bescheinigungen schon seit geraumer Zeit aus. Im März dieses Jahres haben sich jedoch alle Bundesländer, die ein Programm anbieten, auf einheitliche Regelungen geeinigt, sodass die Bescheinigungen aus anderen Bundesländern gegenseitig anerkennt werden. Ausgehend von diesen Mindestbedingungen haben in NRW bereits 5 Betriebe diesen Status erreicht.

Zudem soll in absehbarer Zukunft ein Konsiliarlabors für Pseudotuberkulose eingerichtet werden. Bei unsicheren bzw. fraglichen Probenergebnissen sind dann die Ergebnisse des staatlichen Untersuchungsamtes Stuttgart entscheidend.

Interessierte Ziegenhalter können sich an die Ziegenzuchtverbände Westfalen bzw. Rheinland wenden. Die Teilnahme an dem Sanierungsprogramm setzt die Mitgliedschaft in einem der Verbände voraus. Die Untersuchungskosten belaufen sich auf 4 €/Probe + Verwaltungsgebühr. Für die Beprobung von CAE und Pseudotuberkulose genügt ein Röhrchen EDTA-Blut.

Finanzielle Unterstützung: Wenn ein Tierhalter CAE und Pseudotuberkulose gleichzeitig untersuchen läßt, kann er eine Beihilfe von 2 € /Tier bei der Tierseuchenkasse beantragen.

Autor: Dr. Cordula Koch