Tuberkuloseüberwachung bei Ziegen

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gehäuften Tuberkulosefälle bei Rindern im Jahr 2013 ist auch die Tuberkuloseüberwachung bei Ziegen in den Vordergrund gerückt. Bei Rind und auch Mensch zeigt sich das Krankheitsbild häufig in einer massiven Infektion der Atemwege inklusive der Lunge, sodass es beim Rind oft zu Husten, Leistungsdepression und in der Folge zu Abmagerung kommt. Bei Ziegen sind die Symptome eher unspezifisch wie Abmagerung und körperlicher Verfall. Die typischen Veränderungen fallen erst bei der Schlachtung auf. Tuberkulose beim Schaf ist extrem selten.

Die derzeitige Gesetzeslage sieht vor, dass Ziegen, die zusammen mit Milchkühen gehalten werden, unabhängig von ihrer eigenen Nutzung auf Tuberkulose untersucht werden müssen (VO EG 853/2004). Betroffene Bestände werden in der Regel durch die Veterinärämter dementsprechend informiert.

In den Bundesländern Bayern und NRW wurden Ausführung und Kontrolle dieser Verordnung durch einen Erlass noch detaillierter vorgegeben.

So sind Ziegen eines Bestandes, die älter als 9 Monate sind, einmalig auf Tuberkulose zu testen. Dazu wird den Ziegen in der Regel am Hals oder an der Schwanzunterseite die Substanz Tuberkulin in die Haut injiziert, die im positiven Fall eine allergische Reaktion und eine Schwellung der Haut hervorruft. Aus diesem Grund wird zum Zeitpunkt der Injektion die Hautdicke mittels Kutimeter ermittelt und nach drei Tagen kontrolliert. Hat die Hautdicke in dieser Zeit um mehr als 4 mm zugenommen, ist die Reaktion positiv. Eine sogenannte Simultanprobe ist in der Regel nicht erforderlich. Derzeit ist ein Tuberkulin auf dem Markt, was für Rinder, Schafe und Ziegen zugelassen ist.

Neu eingestallte Ziegen sind jeweils einmalig auf Tuberkulose zu untersuchen und dürfen erst nach Vorliegen des Ergebnisses zur Milchgewinnung genutzt werden. Regelmäßige Wiederholungsuntersuchungen sind in unauffälligen Beständen nicht erforderlich. Die Tuberkulinisierung ist auch dann durchzuführen, wenn Ziegen und Kühe in verschiedenen Stallungen auf einem Betriebsgelände gehalten werden.

Diese Vorgaben gelten zunächst einmal für Ziegenbestände. Generell haben Veterinärämter jedoch auch die Befugnis, Tiere aus Beständen, die Milch liefern, das heißt Schafe und Ziegen ohne räumliche Nähe zu Milchkühen, untersuchen zu lassen. Dies ist jedoch eine „KANN“-Bestimmung, das heißt die Untersuchung ist nicht zwingend notwendig.

Die Kosten der Untersuchung sind generell vom Tierhalter zu tragen.

Autor: Dr. Cordula Koch