Ergänzungsfutter für Legehennen im Test - vft 89/2013

Legehennen im offenen Stall

In der Zeit von Juli bis September 2013 wurden zehn Alleinfutter I und drei Ergänzungsfutter für Legehennen vom Verein Futtermitteltest (VFT) geprüft. Nachfolgend wird das Ergebnis dieses Testes kommentiert.

Insgesamt waren sieben Herstellerwerke in diesem Test beteiligt, deren Futter beprobt und analysiert wurden. Alleinfutter I sind als Universalfutter für die Fütterung von ein bis zwei Wochen vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode geeignet. Die Ergänzungsfutter dienen dem gleichen Einsatzzweck und werden in Abhängigkeit vom gewünschten Getreideeinsatz mit unterschiedlich hohen Rohprotein-, Aminosäuren- und Mineralstoffgehalten konzipiert.

Die deklarierten Energiegehalte der zehn Alleinfutter schwankten zwischen 10,6 und 11,6 MJ ME/kg. Der eher niedrige Wert beim LA-Gold, gepr von RWZ aus Neuss ist durch den vorgesehenen Einsatz auch bei Legegänsen (mit größerer Futteraufnahme und geringerer Legeleistung) bedingt. Die Energiegehalte der drei Ergänzungsfutter waren mit 8,4, 9,8 und 10,0 MJ ME je kg Futter deklariert. Die Rohprotein- bzw. Methioningehalte der Alleinfutter variierten von 16,0 bis 17,5 % Rohprotein bzw. von 0,30 bis 0,45 % Methionin. In den Ergänzungsfuttern reichten diese Angaben zur Eiweißausstattung von 18,5 bis 30,0 % Rohprotein bzw. von 0,40 bis 0,90 % Methionin. Das Methionin der Komponenten wird gegebenenfalls durch Zusatz anderer Methionin-Quellen wie DL-Methionin oder Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) ergänzt. Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte der Alleinfutter schwankten von 3,30 bis 3,90 % Calcium bzw. von 0,45 bis 0,60 % Phosphor bei den Alleinfuttern. Bei den Ergänzungsfuttern wurden 4,30 – 10,00 % Calcium bzw. 0,50 und 0,86 % Phosphor deklariert. Bei neun der zehn Alleinfutter sowie bei allen Ergänzungsfuttern war Phytase zur Verbesserung der Verwertung des organisch gebundenen Phytinphosphors aus den pflanzlichen Komponenten den Mischungen zugesetzt.

Vier Deklarationsabweichungen

Bei der analytischen Überprüfung der deklarierten Energie-, Rohprotein-, Methionin-, Calcium- und Phosphorgehalte wurde bei dem Alleinfutter UNION LA 200 des Herstellers Heiliger aus Zülpich ein zu hoher Rohproteingehalt von 19,3 % festgestellt. Das Ergänzungsfutter UNION LS 211 des gleichen Herstellers wies einen zu geringen Calciumgehalt von 2,21 % auf. Beim Ergänzungsfutter HS Legehennen Ergänzer des Herstellers Schräder aus Ochtrup wurden ein zu geringer Energiegehalt von festgestellten 7,8 MJ ME/kg und ein zu geringer Rohproteingehalt von 26,9 % analysiert.

Zwei deutliche Abwertungen mit Note 3

Bei der fachlichen Überprüfung der Futter wird in erster Linie geprüft, ob die Nährstoffausstattung mit empfohlenen Versorgungswerten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes übereinstimmen. Der Einsatzzweck soll durch die Produktbezeichnung in Verbindung mit den Fütterungshinweisen der Hersteller gut erkennbar sein. Zwei Ergänzungsfutter bestanden diese Prüfung nicht und erhielten lediglich die Note 3, weil deutliche Mängel auftreten. Das Ergänzungsfutter UNION LS 211 der Firma Heiliger aus Zülpich wurde aufgrund des Calcium-Untergehaltes so eingestuft. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium (ca. 3,1 g/MJ ME) ist im Hinblick auf die Eischalenfestigkeit bedeutsam. Beim Ergänzungsfutter HS Legehennen Ergänzer der Firma Schräder auch Ochtrup war es der Energieuntergehalt, der zur Abwertung und Bewertung mit Note 3 führte. Wie in der Übersicht dargestellt erhielten alle weiteren Futter die Bestnote 1.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann