Legehennenfutter im Test

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In der Zeit von Januar bis April 2014 wurden fünf Alleinfutter I und fünf Ergänzungsfutter für Legehennen vom Verein Futtermitteltest (VFT) geprüft. Im Folgenden werden die Ergebnisse dieses Testes kommentiert.

Insgesamt waren sieben Herstellerwerke in diesem Test beteiligt, deren Futter beprobt und analysiert wurden. Alleinfutter I sind als Universalfutter für die Fütterung von ein bis zwei Wochen vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode geeignet. Die Ergänzungsfutter dienen dem gleichen Einsatzzweck und werden in Abhängigkeit vom gewünschten Getreideeinsatz mit unterschiedlich hohen Rohprotein-, Aminosäuren- und Mineralstoffgehalten ausgestattet angeboten.

Die deklarierten Energiegehalte der fünf Alleinfutter schwankten zwischen 10,6 und 11,6 MJ ME/kg. Die Energiegehalte der fünf Ergänzungsfutter lagen zwischen 9,8 und 13,0 MJ ME je kg Futter.

Die Rohprotein- bzw. Methioningehalte der Alleinfutter variierten von 16,0 bis 17,5 % Rohprotein bzw. von 0,33 bis 0,45 % Methionin. In den Ergänzungsfuttern reichten diese Angaben zur Eiweißausstattung von 10,0 bis 19,8 % Rohprotein bzw. von 0,33 bis 0,56 % Methionin. Das Methionin der Komponenten wird gegebenenfalls durch Zusatz anderer Methionin-Quellen wie DL-Methionin oder Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) ergänzt.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte der Alleinfutter schwankten von 3,50 bis 3,80 % Calcium bzw. von 0,50 bis 0,60 % Phosphor bei den Alleinfuttern. Bei den Ergänzungsfuttern wurden 0,10 – 4,30 % Calcium bzw. 0,30 und 0,70 % Phosphor deklariert. Bei drei der fünf Alleinfutter sowie bei drei Ergänzungsfuttern war Phytase zur Verbesserung der Verwertung des organisch gebundenen Phytinphosphors aus den pflanzlichen Komponenten den Mischungen zugesetzt.

Eine Deklarationsabweichung

Bei der analytischen Überprüfung der deklarierten Energie-, Rohprotein-, Methionin-, Calcium- und Phosphorgehalte wurde bei dem Ergänzungsfutter UNION Körnerfutter KI des Herstellers Heiliger aus Zülpich ein zu hoher Rohproteingehalt von 11,4 % festgestellt.

Zweimal deutlich abgewertet und einmal mit Note 2

Bei der fachlichen Überprüfung der Futter wird in erster Linie geprüft, ob die Nährstoffausstattung mit empfohlenen Versorgungswerten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes übereinstimmen. Der Einsatzzweck soll durch die Produktbezeichnung in Verbindung mit den Fütterungshinweisen der Hersteller gut erkennbar sein.

Zwei Alleinfutter und ein Ergänzungsfutter bestanden diese Prüfung nicht und erhielten lediglich die Note 2 und 3, weil deutliche Mängel auftreten. Das Alleinfutter Zuchtvollkorn P. der Firma AGRAVIS aus Münster wurde aufgrund knapper Calcium-Ausstattung mit der Note 2 bewertet. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium ist im Hinblick auf die Eischalenfestigkeit bedeutsam.

Beim Alleinfutter LEGME F1 RO KAT HP-D der Firma De Heus aus Maasbracht, Niederlande fehlte die Energieangabe, was zur Abwertung und Bewertung mit Note 3 führte. Das Ergänzungsfutter RWZ-VITALGOLD GEPR des Herstellers RWZ Rhein-Main aus Neuss erhielt aufgrund des Calcium-Untergehaltes nur die schlechte Note 3. Wie in der Übersicht dargestellt, erhielten alle weiteren Futter die Bestnote 1, der Ergänzer UNION Körnerfutter KI erhielt keine Benotung. Während üblicherweise Ergänzer für Legehennen (Legemehl) die Eiweiß- und Mineralstofflücken des betrieblichen Futtergetreides abdecken sollen, handelte es sich hier um ein reines Körnerfutter, zu dem noch eine Eiweiß- und Mineralergänzung nötig ist.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die beprobten Futterlieferungen und erlauben keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Futterhersteller.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann