Legehennenfutter im Test

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In der Zeit von Januar bis April 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen vier Alleinfutter I und fünf Ergänzungsfutter für Legehennen vom Verein Futtermitteltest (VFT) geprüft. Die Ergebnisse dieses Testes werden im Folgenden kommentiert.

Es waren sechs Herstellerwerke in diesem Test beteiligt, deren Futter überprüft und analysiert wurden. Alleinfutter I sind als Universalfutter für die Fütterung von ein bis zwei Wochen vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode geeignet. Die Ergänzungsfutter dienen dem gleichen Einsatzzweck und werden in Abhängigkeit vom gewünschten Getreideeinsatz mit unterschiedlich hohen Rohprotein-, Aminosäuren- und Mineralstoffgehalten ausgestattet angeboten. Bei einem der Ergänzungsfutter handelte es sich um ein Geflügelkörnerfutter, was statt hofeigenen Getreides mit Legemehl (Eiweiß- und Mineralergänzer) eingesetzt wird.

Die deklarierten Energiegehalte der vier Alleinfutter schwankten zwischen 10,6 und 11,6 MJ ME/kg. Die Energiegehalte der vier üblichen Ergänzungsfutter wurden mit 8,4 bis 10,2 MJ ME je kg Futter deklariert. Ein Futter ist auch für den Einsatz bei Legegänsen vorgesehen.

Die Rohprotein- bzw. Methioningehalte der Alleinfutter variierten von 16,0 bis 17,0 % Rohprotein bzw. von 0,30 bis 0,42 % Methionin. In den Ergänzungsfuttern reichten diese Angaben zur Eiweißausstattung von 19 bis 30 % Rohprotein. Die Methioningehalte der Ergänzungsfutter variierten zwischen 0,40 und 0,90 % Methionin. Das Methionin der Komponenten wird gegebenenfalls durch Zusatz anderer Methionin-Quellen wie DL-Methionin oder Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) ergänzt.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte der Alleinfutter schwankten von 3,30 bis 3,80 % Calcium bzw. von 0,45 bis 0,60 % Phosphor bei den Alleinfuttern. Bei den Ergänzungsfuttern wurden 4,8 bis 10,0 % Calcium deklariert. Die Phosphorgehalte der Ergänzungsfutter variierten zwischen 0,60 und 0,86 % Phosphor. Bei drei der vier Alleinfutter sowie bei den vier üblichen Ergänzungsfuttern war Phytase zur Verbesserung der Verwertung des organisch gebundenen Phytinphosphors aus den pflanzlichen Komponenten den Mischungen zugesetzt.

Das Geflügelkörnerfutter war mit 12,2 MJ ME/kg und 10,2 % Rohprotein ausgewiesen.

Zwei Deklarationsabweichungen beim Ergänzungsfutter

Bei der analytischen Überprüfung der deklarierten Energie-, Rohprotein-, Methionin-, Calcium- und Phosphorgehalte wurde bei dem Ergänzungsfutter HeLi Legemehl der Raiffeisen Sauerland Hellweg Lippe aus Werl ein analysierter Ca-Gehalt von 3,31 % statt deklariertem Ca-Gehalt von 5,70 % festgestellt. Beim Ergänzungsfutter HS LEGEHENNEN-ERGÄNZER der Firma Schräder aus Ochtrup konnte der deklarierte Energiegehalt von 8,4 MJ ME/kg Futter nicht bestätigt werden. Es wurde mit 7,2 MJ ME/kg analysiert.

Zweimal deutlich abgewertet

Bei der fachlichen Überprüfung der Futter wird in erster Linie geprüft, ob die Nährstoffausstattung mit empfohlenen Versorgungswerten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes übereinstimmen. Der Einsatzzweck soll durch die Produktbezeichnung in Verbindung mit den Fütterungshinweisen der Hersteller gut erkennbar sein.

Die deutliche Unterschreitung des Ca-Gehaltes beim Ergänzungsfutter HeLi Legemehl der Firma Raiffeisen Sauerland Hellweg Lippe aus Werl führte zu einer Bewertung mit der Note 3. Beim gleichen Futter wurde die Überschreitung des Energiegehaltes bemängelt. Statt deklarierten 10,2 MJ ME/kg wurden 11,0 MJ ME je kg Futter analysiert. Der zu niedrige Energiegehalt im Ergänzungsfutter HS LEGEHENNEN-ERGÄNZER der Firma Schräder aus Ochtrup wurde fachlich bemängelt und es erfolgte eine abwertende Bemerkung mit der Note 3.

Die Bewertung zum Produkt Zentrakorn der Firma AGRAVIS aus Münster entfällt, da es im Verschnitt mit GoldDott Hennenmehl eingesetzt wird und somit eine Ergänzung eines Legemehls (Ergänzungsfutter) darstellt.

Alle anderen Futter erhielten mit der Note 1 die Bestbewertung.

Hinweis

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die beprobten Futterlieferungen und erlauben keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Futterhersteller. Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann