Stuten- und Fohlenfutter bewertet

Schimmel am Futtertrog

Die neun vom Verein Futtermitteltest (VFT) kontrollierten Ergänzungsfutter für Stuten und Fohlen wurden im August letzten Jahres in verschiedenen Regionen des Bundesgebietes gezogen und anschließend geprüft und bewertet. Die Probenahme der Futtermittel erfolgte überwiegend in Pferde haltenden Betrieben. Am Test waren acht verschiedene Herstellerwerke beteiligt. Ob drin war, was drauf stand, lesen Sie im folgenden Bericht.

Ergänzungsfutter müssen so beschaffen sein, dass sie die tägliche Futterration vollwertig komplettieren. Im Vordergrund steht die geeignete Ausstattung mit Eiweiß und Energie sowie Mineralstoffen und Vitaminen. An die Fütterung von Zuchtpferden werden hohe Anforderungen gestellt. Entsprechend muss die Qualität des Raufutters und Kraftfutters sein. Bei Stuten und Fohlen spielt die Versorgung mit Eiweiß eine besondere Rolle. Gegenüber Sportpferden haben diese Tiere einen weit höheren Eiweißbedarf. Die Ergänzungsfutter sollten deshalb auch mindestens 14 % Rohprotein enthalten. Im Test wurde im Mittel der neun Futter ein deklarierter Rohproteingehalt von 15,85 % erreicht, die Spanne reichte von 15 bis 17 %. Die Werte stehen in der Tabelle unter der Rubrik Angaben der Hersteller. Die angegebenen Rohfasergehalte wiesen mit Werten zwischen 4 und 23 % (im Mittel 9,2 %) eine ungewöhnlich weite Spanne auf. Das Futter mit den hohen 23 % Rohfaser enthielt andererseits mit 10 % sehr viel Rohfett, was die Energieversorgung der Pferde sicherstellen soll. Trotzdem ist dies mit 10,3 MJ DE (verdauliche Energie) das energieärmste Futter im Test. Die angegebenen Rohfettgehalte variierten zwischen 2,6 und 10,0 % (im Mittel 4,7 %). Die Calciumwerte reichten von 1,00 bis 1,70 % (im Mittel 1,26 %), die   Phosphorwerte von 0,50 bis 0,70 % (im Mittel 0,63 %). Alle Mittelwerte liegen im üblichen Rahmen.

Drei Futter beanstandet

Inwieweit die von den Herstellern angegebenen Gehalte tatsächlich eingehalten wurden, zeigen die Laboranalysen des VFT. Grundlage dieser Überprüfung sind die futtermittelrechtlichen Bestimmungen. Danach können gewisse Über- oder Unterschreitungen der deklarierten Gehalte toleriert werden. Bei Überschreitung dieser Toleranzen liegt jedoch eine Beanstandung des Futters vor. In diesem Test war dies bei drei Futtern der Fall, wie der Spalte Abweichender Befund in der Tabelle zu entnehmen ist. Das holländische Futter Fohlenstarter von Havens, Niederlande, hatte neben einer leichten Überschreitung des Rohfaserwertes einen energetischen Untergehalt. Deklariert waren 13,0 MJ DE/kg, festgestellt wurden jedoch nur 12,2 MJ DE/kg. Nach den Vorschriften des Futtermittelgesetzes darf der Energiegehalt für Pferdefutter auf Sackanhängern oder Lieferscheinen nicht angegeben werden, weil im Gesetz noch keine Energieschätzformel hierfür festgelegt ist. Allerdings ist zu erwarten, dass diese Gesetzeslücke in absehbarer Zeit geschlossen wird, denn bereits seit längerer Zeit liegt eine wissenschaftlich fundierte Schätzformel zur Ermittlung des Energiegehaltes von Pferdefuttermitteln vor, die ins Gesetz übernommen werden könnte. Der VFT wendet diese Formel bereits an und ermittelt bei jedem geprüften Futter den Energiegehalt. Allerdings werden die so ermittelten einzelnen Energiegehalte bisher nicht veröffentlicht. Sie werden lediglich als Mittelwert oder mit einer Spanne angegeben.

Die geprüften neun Futter hatten einen mittleren Energiegehalt von 11,8 MJ DE/kg, was einem üblichen Niveau entspricht. Die Spanne war allerdings erheblich, sie reichte von sehr niedrigen 10,3 MJ DE/kg bis hohen 13,6 MJ DE/kg.

Das Futter Ramikal Fohlenstarter 524 von Meyer in Twistringen hatte einen erheblichen Eiweißuntergehalt. Deklariert waren 16,0 % und ermittelt wurden lediglich 13,7 %. Auf die Einhaltung des deklarierten Rohproteingehaltes muss natürlich besonderer Wert gelegt werden, zumal die richtige Eiweißversorgung von Fohlen entscheidenden Einfluss auf Leistung und Entwicklung dieser Zuchtpferde haben kann.

Bei einem weiteren Ergänzungsfutter lag eine Überschreitung des deklarierten Zinkzusatzes vor, was ebenfalls kritisiert werden muss. Da Raufuttermittel meist wenig Zink enthalten, dürften diese Überschreitungen unter praktischen Fütterungsgesichtspunkten jedoch zu keinen Nachteilen in der Versorgung der Stuten und Fohlen führen.

Kupfergehalte ausreichend hoch

Bei den Futtern für Zuchtpferde und Fohlen werden auch die Kupfergehalte mit untersucht. Kupfer spielt gerade beim wachsenden Fohlen eine besondere Rolle. Die analysierten Kupfergehalte waren ausreichend hoch, in zwei Fällen lagen sogar unnötig hohe Gehalte vor.

Fütterungshinweise sind wichtig

Wie bereits erwähnt, sollen Ergänzungsfutter dazu dienen, das vorhandene Raufutter mit fehlenden Nähr- und Wirkstoffen zu ergänzen. Für Pferdehalter ist es deshalb hilfreich, wenn möglichst genaue Hinweise zum richtigen Einsatz des Ergänzungsfutters angegeben werden. Die Hersteller sollten deshalb genaue und möglichst ausführliche Fütterungshinweise deklarieren. Der VFT legt hierauf besonderen Wert, was mit einer entsprechenden Vollständigkeitsprüfung dokumentiert wird. Die Ergebnisse hierzu sind dem rechten Teil der Übersicht zu entnehmen. Ein Häkchen bedeutet dabei, dass die geforderten Fütterungshinweise zu einzelnen Bereichen vorlagen. Bei den beiden Futtern aus den Niederlanden und aus Belgien fehlten jegliche Fütterungshinweise, was auf jeden Fall beanstandet werden muss.

Die Ergebnisse dieser Testreihe gelten nur für die geprüften Futter.

Hinweis

Informationen zum VFT sind ausführlich unter www.futtermitteltest.de dargestellt. Dort sind auch die Testergebnisse der letzten Prüfungen von Pferdefutter und die Prüfergebnisse von Mischfuttermitteln für Schweine, Rinder und Geflügel aus verschiedenen Regionen des Bundesgebietes sowie weitere Auswertungen aufgeführt.