Ergänzungsfutter für Schweine im Test

MastschweinBild vergrößern

Elf Ergänzungsfutter im Test

Im Zeitraum von August bis September 2016 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt elf Ergänzungsfutter für Schweine beprobt, untersucht und bewertet. Die Futterproben stammten von neun Mischfutterwerken. Im Einzelnen handelte es sich um drei Ergänzungsfutter für Mastschweine, fünf Ergänzungsfutter für Zuchtsauen und drei Ergänzungsfutter für Ferkel. Die drei Mastergänzungsfutter konnten laut Deklaration den eiweißreichen Ergänzungsfuttern mit 36,0 % und mehr Rohprotein zugerechnet werden. Die Schwankungsbreite aller Ergänzungsfutter für Mastschweine reichte von 36,0 bis 40,0 % Rohprotein. Die Lysingehalte der Mastergänzer reichten von 3,00 bis 3,50 %, die Methioningehalte lagen zwischen 0,65 und 0,95 %.

Die fünf Ergänzungsfutter für Zuchtsauen wiesen laut Deklaration 14,9 bis 27,5 % Rohprotein und 0,70 bis 1,95 % Lysin sowie 0,25 bis 0,55 % Methionin auf. Die großen Spannbreiten der Rohprotein- sowie Lysingehalte der Mast- und Zuchtsauenfutter hängt mit den Einsatzbereichen und Mischungsanteilen zusammen. Die drei Ergänzungsfutter für Ferkel wiesen 27,9 bis 31,0 % Rohprotein sowie 2,76 bis 3,30 % Lysin auf. Die Deklarationen für die Aminosäure Methionin lag bei 0,80 bis 0,95 %. Ausführliche Erläuterungen zu Richtwerten, Vorgehensweise und zur Bewertung der Futter durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort gibt es auch Tests aus anderen Regionen.

Fehlende Energiedeklaration

Lediglich für die Ergänzungsfutter des Herstellers ForFarmers aus Hamburg und Lochem in den Niederlanden war ein Energiegehalt deklariert. Diese Angabe erlaubt dem Landwirt einen gezielteren Futtereinsatz über die Berechnung des Energiegehaltes für die Futtermischung beziehungsweise die genaue Futterzuteilung auf Basis einer betriebs- und leistungsbezogenen Futterkurve zu ermöglichen. Zur Berechnung des Energiegehaltes in Ergänzungsfuttern steht seit Herbst 2010 die neue futtermittelrechtlich geltende Mischfutterformel zur Verfügung.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte aller Ergänzer schwankten von 1,18 bis 2,95 % Calcium und von 0,65 bis 1,15 % Phosphor. Allen Ergänzern war zur besseren Verwertung des pflanzlich gebundenen Phosphors mikrobiell hergestellte Phytase zugesetzt. Dies ermöglicht ein geringeres Brutto-Phosphor-Angebot, aber auch niedrigere Brutto-Calciumgehalte, weil eine höhere Verdaulichkeit des Phytin-Phosphors eine geringere Phosphor-Ergänzung aus anorganischen Quellen gestattet. Bei allen Ergänzungsfuttern wurden die Deklarationen unter Beachtung der futtermittelrechtlich vorgesehenen Toleranzen bestätigt.

Ein Futter erhielt nur eine 2

Neben der Überprüfung der Deklarationen erfolgte eine fachliche Bewertung der Nährstoffgehalte nach Einsatzzweck. Dazu werden die Nährstoffgehalte der verfütterten Mischung anteilig aus dem Ergänzer und einer Gerste-Weizen-Mischung oder anderen Komponenten laut Fütterungshinweis berechnet und mit den Anforderungen für ein Alleinfutter für den jeweiligen Einsatzbereich verglichen. Das Ergänzungsfutter für Ferkel MIXX Start1 21741 kr des Herstellers ForFarmers aus Lochem in den Niederlanden erhielt lediglich die Note 2, weil im Vergleich mit VFT-Vorgaben sowohl ein Calcium- als auch Phosphor-Untergehalt vorlag. Alle anderen Ergänzer erhielten mit der Note 1 die Bestbewertung.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen. Sie erlauben auch keine Rückschlüsse auf übrige Produkte der Hersteller.