Mastschweinefutter im Test

Tragende Sauen an der AbrufstationBild vergrößern

Von Oktober bis Dezember 2016 wurden in Nordrhein-Westfalen neun Alleinfutter für Mastschweine vom VFT beprobt, analysiert und abschließend bewertet. Die Daten sind in der Übersicht dargestellt. An dem Test waren sieben Mischfutterwerke beteiligt. Üblicherweise werden Schweinemastfutter als Phasenfutter für unterschiedliche Gewichtsabschnitte optimiert und angeboten.

Die in diesem Test geprüften Mastfutter lassen sich wie folgt differenzieren:

  • ein Anfangsmastfutter
  • drei Universalfutter (ab 35 kg Tiergewicht bis Mastende)
  • fünf Mittel-/Endmastfutter ab 45, 50, 60 bzw. 90 kg Tiergewicht

Dabei waren drei Futter (je ein Anfangs-, Universal- und Endmastfutter) ohne nähere Angaben.

Die Anpassung der Nährstoffversorgung an die im Mastverlauf sinkenden Anforderungen durch eine 2- oder noch besser 3-phasige Fütterung mit voran geschalteter Vormast hilft überschüssige Nährstoffe einzusparen, entlastet das N- und P-Nährstoffmanagement und reduziert die Futterkosten. Auch bei Einsatz von „Universalfutter“ zu Mastbeginn kann im Mastverlauf auf Mittel- oder Endmastfutter umgestellt werden. Einzelne Futter waren zwar mit „Anfangs-Mast“ oder „Endmast“ benannt, um die Futter tatsächlich entsprechend dem konzipierten Einsatzbereich (in kg LM) zuordnen zu können, sollte im Fütterungshinweis und/oder in der Bezeichnung aber auch der Einsatzbeginn angegeben werden. Ein Kürzel oder Namensbestandteil kann dies nicht ersetzen.

Kommentierung der Ergebnisse

Die von den Herstellern deklarierten Energiegehalte reichten von 12,7 bis 13,6 MJ ME je kg Futter. Die Angabe der Energiegehalte im Futter hat nach der seit 2010 rechtlich gültigen Formel für Mischfutter (GfE 2008) zu erfolgen. Die deklarierten Rohproteingehalte der Futter schwankten von 13,0 bis 17,0 % Rohprotein. Die den Eiweißbedarf genauer umschreibende Aminosäure Lysin schwankte in den Deklarationen von 0,85 bis 1,20 % Lysin und spiegelt den Einsatzbereich besser wieder als die Rohproteingehalte.

Die Calcium- und Phosphorgehalte der Futter lagen zwischen 0,60 bis 0,75 % Calcium sowie zwischen 0,42 bis 0,50 % Phosphor, wobei allen Futtern mikrobiell hergestellte Phytase zur besseren Verwertung des organisch gebundenen Phosphors aus pflanzlichen Komponenten zugemischt war.

Deklarationsabweichung

Bei einem der analysierten Futter wurde eine Deklarationsabweichung bei Energie- und Nährstoffgehalten festgestellt. Beim Mastfutter Prima Euro Mast kr des Herstellers ForFarmers aus Lochem in den Niederlanden wies statt deklarierten 13,0 nur 12,5 MJ ME je kg Futter auf.

Eine Abwertung

Die weitergehende fachliche Bewertung basiert auf den Einsatzzweck, der durch die Fütterungshinweise deutlich wird. Hier verlangt der VFT die Angabe der Energiege-halte und die Einhaltung der fachlich geforderten Richtwerte für die Aminosäuren und Mineralstoffe in g/MJ ME. Das Futter Prima Euro Mast kr des Herstellers ForFarmers aus Lochem in den Niederlanden erhielt nur die Note „3“ wegen der festgestellten Energieunterschreitung. Die für den Einsatzzweck notwendigen Gehalte an Aminosäuren (Lysin) und den Mineralstoffen Calcium und Phosphor wurden bei allen Futtern erreicht. Alle anderen Futter konnten mit der Note „1“ bewertet werden.

Hinweis

Ausführliche Erläuterungen zu Richtwerten, zur Vorgehensweise sowie zur Bewertung der Futter durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de einsehbar. Dort sind dort auch Tests aus anderen Regionen aufgeführt.