Ergänzungsfutter für Mastschweine im Test

Tragende Sauen an der AbrufstationBild vergrößern

Kommentierung von VFT-Prüfergebnissen zu 10 Ergänzungsfuttern für Schweine.

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 10 Ergänzungsfutter für Schweine beprobt, untersucht und bewertet. Die Futterproben stammten von 7 Mischfutterwerken. Im Einzelnen handelte es sich um fünf Ergänzungsfutter für Mastschweine und fünf Ergänzungsfutter für Zuchtsauen.

Von den fünf Mastergänzungsfuttern können laut Deklaration zwei den eiweißreichen Ergänzungsfuttern mit 36,0 % und mehr Rohprotein zugerechnet werden. Die Schwankungsbreite aller Ergänzungsfutter für Mastschweine reichte von 23,2 bis 38,0 % Rohprotein. Die Lysingehalte der Mastergänzer reichten von 1,88 bis 3,30 %.

Die fünf Ergänzungsfutter für Zuchtsauen wiesen laut Deklaration 22,0 – 31,6 % Rohprotein bzw. 1,60 – 2,60 % Lysin und 0,34 – 0,67 % Methionin auf. Teils wurde Methionin-Hydroxy-Analog als Methionin-Quelle eingesetzt, was bei den Inhaltsstoffen in der Angabe „Methionin-Äquivalent“ einbezogen ist. Die großen Spannbreiten der Rohprotein- sowie Lysingehalte der Mast- und Zuchtsauenfutter hängt mit den Einsatzbereichen und Mischungsanteilen zusammen.

Für sechs der untersuchten Ergänzungsfutter war ein Energiegehalt deklariert. Die deklarierten Energiegehalte schwankten von 8,6 bis 11,7 MJ ME je kg. Diese Angabe hilft dem Landwirt dabei, einen gezielteren Futtereinsatz über die Berechnung des Energiegehaltes für die Futtermischung bzw. eine genaue Futterzuteilung auf Basis einer betriebs- bzw. leistungsbezogenen Futterkurve zu erreichen. Zur Berechnung des Energiegehaltes in Ergänzungsfuttern steht seit Herbst 2010 die neue futtermittelrechtlich geltende Mischfutterformel zur Verfügung.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte aller Ergänzer schwankten von 1,52 bis 3,10 % Calcium bzw. von 0,61 bis 1,17 % Phosphor. Allen Ergänzern war zur besseren Verwertung des pflanzlich gebundenen Phosphors mikrobiell hergestellte Phytase zugesetzt. Dies ermöglicht ein geringeres Brutto-Phosphorangebot, aber auch niedrigere Brutto-Calciumgehalte, weil eine höhere Verdaulichkeit des Phytin-Phosphors eine geringere Phosphor-Ergänzung aus anorganischen Quellen gestattet.

Kein abweichender Befund

Bei allen Ergänzungsfuttern wurden die Deklarationen unter Beachtung der futtermittelrechtlich vorgesehenen Toleranzen bestätigt.

Ein Futter erhielt nur die Bewertung 2

Neben der Überprüfung der Deklarationen erfolgte eine fachliche Bewertung der Nährstoffgehalte nach Einsatzzweck. Dazu werden die Nährstoffgehalte der verfütterten Mischung anteilig aus dem Ergänzer und einer Gerste-Weizen-Mischung (bzw. anderen Komponenten laut Fütterungshinweis) berechnet und mit den Anforderungen für ein Alleinfutter für den jeweiligen Einsatzbereich verglichen. Das Ergänzungsfutter für Zuchtsauen Fisopan ER 30 S C4395 gran des Herstellers AGRAVIS aus Münster erhielt lediglich die Note 2, weil ein für den Einsatzzweck unzureichender Calciumgehalt vorlag.

Alle anderen Ergänzer erhielten mit der Note 1 die Bestbewertung.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen. Sie erlauben auch keine Rückschlüsse auf übrige Produkte der Hersteller.

Hinweis

Ausführliche Erläuterungen zu Richtwerten, zur Vorgehensweise sowie zur Bewertung der Futter durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de einsehbar. Dort sind dort auch Tests aus anderen Regionen aufgeführt.