Sichere Lebensmittel

Brot
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Unsere Lebensmittel sind sicherer als die meisten Menschen glauben. Das ist das Fazit zweier Tagungen zum Thema Lebensmittelsicherheit, die die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche in Viersen und Münster veranstaltete. Zahlreiche Fachkräfte aus Ernährungsberatung, Bildung und Verbraucherschutz diskutierten mit Experten, ob die Risiken bei Lebensmitteln wirklich so hoch sind, wie die Berichte zum Beispiel über Gammelfleisch oder Vogelgrippe vermuten lassen.

So gibt es bei pflanzlichen Lebensmitteln fast keine Risiken durch chronisch wirksame Stoffe, wie Dr. Gustav Offenbächer, Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Speyer, feststellte. Für Rückstände, wie Nitrat, Schwermetalle, Mykotoxine, Acrylamid oder das krebserregende MCPD, das bei der Herstellung von Suppenwürze und Sojasauce entsteht, gebe es strenge gesetzliche Höchstmengen, die einen hohen Sicherheitsabstand zu möglichen Gesundheitsrisiken gewährleisteten. Das gleiche gelte auch für Pflanzenschutzmittel, die zu den am besten untersuchten Chemikalien gehörten, so Dr. Rainer Savinsky, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Braunschweig. Würden die strengen Höchstmengen überschritten, dürfte die Ware nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.

Bei Lebensmitteln tierischer Herkunft geht es vor allem um Antibiotika, Medikamente gegen Parasiten sowie hormonell wirksame Stoffe, erläuterte der Lebensmitteltoxikologe Dr. Gerd Hamscher von der Uni Hannover. Auch Dioxine, Schimmelpilzgifte und Tierarzneimittel gehören zu den Stoffen, bei denen die Einhaltung der Grenzwerte regelmäßig kontrolliert wird. Bei kritischen Stoffen, wie den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie den heterozyklischen aromatischen Aminen, die beim unsachgemäßen Grillen von Fleisch entstehen können, hat es der Verbraucher selbst in der Hand, die Bildung dieser Stoffe zu vermeiden.

Die Berichterstattung über Tierseuchen, wie Schweinepest und Vogelgrippe, verbreite häufig Ängste unter den Verbrauchern. Dr. Jürgen Harlizius, Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer NRW, machte deutlich, dass die Schweinepest eine Viruserkrankung ist, die nur Schweine krank macht und die menschliche Infektion mit der Geflügelpest nur bei direktem und engem Kontakt möglich ist. Geflügelfleisch sei in der Regel nicht infiziert und nach dem Verzehr könne es auch keine Virusvermehrung im Darm mehr geben.

Dr. Barbara Laubrock, Ernährungsexpertin der Landwirtschaftskammer, erläuterte, dass die größte Gefährdung durch Lebensmittel die fehlerhafte Verwendung durch die Verbraucher sei. Fehlende Kompetenz bei der Auswahl der Lebensmittel sei ebenso ein Problem wie die mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung und Lagerung im eigenen Haushalt. Entscheidend sei es, bereits in der Erziehung der Kinder auf richtiges Ernährungsverhalten hinzuwirken, denn schon bei Kindern sei die Lust am gesunden Essen die Basis für ein lebenslanges, gesundheitsbewusstes Ernährungsverhalten.

Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 13.09.2006