Umsetzbare Energie im Schweinefutter - welcher Wert soll verwendet werden?

Schweinefutter

Im Jahr 2006 hat die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie ( GfE) eine neue Schätzformel für Berechnung der Umsetzbaren Energie aus den verdaulichen Rohnährstoffen veröffentlicht. Diese Formel wird im Regelfall nur dann für Einzelfuttermittel verwendet, wenn entsprechende Verdaulichkeiten der Nährstoffe bekannt sind.

Im Mischfutter sind die Nährstoffverdaulichkeiten meistens nicht bekannt, daher gibt es hierfür eine Schätzformel, die aus den Rohnährstoffen des Futters den Gehalt an Umsetzbarer Energie bestimmt. Auch diese Formel wurde von der GfE im Jahr 2008 überarbeitet. Seit dem 1. September 2010 ist diese neue Formel für Mischfuttermittel anzuwenden.

In der Vergangenheit ist in NRW, anders als beispielsweise in Süddeutschland, fast ausschließlich mit der Mischfutterformel gearbeitet worden. uch bei Einzelfuttermitteln haben wir diese Formel angewendet, wohl wissend, dass sie für das einzelne Futtermittel unter Umständen keinen korrekten Energiewert ergibt. In der Futtermischung realisiert aber natürlich jedes einzelne Futtermittel den Energiewert nach Mischfutterformel.

Momentan scheint allerdings gerade bei Einzelfuttermitteln noch eine gewisse Unsicherheit darüber zu herrschen, welcher Energiewert denn sinnvoller Weise anzugeben bzw. anzuwenden ist.

Die LUFA-NRW weist zurzeit beispielsweise in den Prüfberichten für Getreide und Corn-Cob-Mix drei Energiewerte für Schweine aus:

  1. Energiewert nach alter Mischfutterformel,
  2. Energiewert GfE - 2006 (Einzelfutter) und
  3. Energiewert GfE - 2008 (Mischfutter).

Andere Untersuchungseinrichtungen geben bei Einzelfuttermitteln nur einen Wert, nämlich den Energiewert GfE - 2006 (Einzelfutter) an.

Um in der Kombination aus eigenem Getreide und CCM mit weiteren zugekauften Energieträgern und Ergänzern für die Eiweißversorgung nur einen (überprüfbaren!) Energiewert zu haben, empfehlen wir derzeit, den Energiewert für Mischfutter, nach GfE - 2008, zu verwenden.

Sollten allerdings künftig für die gesamte Palette der Futtermittel alle Nährstoffverdaulichkeiten zur Verfügung stehen, so ist sicherlich auch die Anwendung der entsprechenden Formel GfE - 2006 sinnvoll.

Eine kleine Excel-Anwendung zur Berechnung der Energie nach neuer Mischfutterformel steht hier zum Herunterladen zur Verfügung:

Autor: Klemens Kuhlmann