Ertragsanpassung bei der Düngebedarfsermittlung - einmal ist kein Mal

Was passiert in Trockenjahren wie 2018 mit der Ertragsanpassung bei der Düngebedarfsermittlung?

Viele Landwirte machen sich Sorgen, dass Sie im nächsten Jahr viel weniger Düngen dürfen, da die Erträge in 2018Jahr weit unter den üblichen Erträgen lagen.

Diese Sorge ist unbegründet, da die Düngeverordnung schon eine Ausnahme-Regelung vorgibt. In Tabelle 3 der DüV, die die Zu- und Abschläge auf Grund von abweichendem Ertragsniveau bei Ackerkulturen regelt, gibt es eine Fußnote, die besagt:

„Weicht das tatsächliche Ertragsniveau in einem der letzten drei Jahre um mehr als 20 % vom Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres ab, kann statt des tatsächlichen Ertragsniveaus, das im Jahr der Abweichung erreicht wurde, das Ertragsniveau des jeweils vorangegangenen Jahres für die Ermittlung der Ertragsdifferenz herangezogen werden.“

Beispiel:

Jahr dt/ha
2015 85
2016 80
2017 90
3 Jähriges Mittel 85

Für die DBE 2018 hat der Betrieb 85 dt/ha als Ertragsniveau im dreijährigen Mittel errechnet. Im Jahr 2018 lag das Ertragsniveau auf Grund von Trockenheit bei 55 dt/ha. Der Betrieb prüft nun, ob zwischen 2017 und 2018 eine Ertragsabweichung von 20 % vorliegt.

  Abweichung
zum Vorjahr
20 % Abweichung
=
Jahr dt/ha dt/ha dt/ha
2015 85    
2016 80    
2017 90   18
2018 55 35  
3 Jähriges Mittel 75    

In dem Beispiel liegen die 20 % Abweichung bei 18 dt/ha. Um den Ertragswert des Vorjahres nehmen zu können muss die Abweichung größer als 18 dt/ha sein. Der Betrieb hat tatsächlich 35 dt/ha weniger geerntet. Daher kann er für die DBE im Jahr 2019 den Ertrag von 2018 durch den Ertrag aus dem Vorjahr ersetzen und fügt die 90 dt/ha aus 2017 ein. Statt 75 dt/ha im dreijährigen Schnitt berechnet er 87 dt/ha.

Jahr dt/ha
2016 80
2017 90
2017 (statt 2018) 90
3 Jähriges Mittel 87

Autor: Dr. Renate Block