Legehennenfutter im Test

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Zehn Legehennenfutter getestet

In der Zeit von Juli bis September 2016 wurden vom Verein Futtermitteltest (VFT) in Nordrhein-Westfalen sieben Alleinfutter I für Legehennen und drei Ergänzungsfutter für Legehennen überprüft und bewertet. An dieser Testreihe waren neun Hersteller beteiligt.

Das Alleinfutter I für Legehennen wird üblicherweise ab Legebeginn oder kurz vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode eingesetzt. Die deklarierten Energiegehalte der Legehennen-Alleinfutter I reichten von 10,6 bis 11,6 MJ ME/kg. Beim deklarierten Rohproteingehalt reichte die Spanne von 16,0 bis 17,5 %, beim Methioningehalt von 0,30 bis 0,43 %. Die deklarierten Calciumgehalte lagen zwischen 3,30 und 3,80 %, die Phosphorgehalte lagen alle zwischen 0,45 und 0,60 %. Bis auf eines waren alle mit mikrobieller Phytase ausgestattet.

Die drei Ergänzungsfutter enthielten laut Herstellerangabe 9,8 bis 10,4 MJ ME/kg und 19,0 % Rohprotein. Die deklarierten Gehalte an Methionin lagen zwischen 0,33 bis 0,42 %, die von Calcium zwischen 4,00 bis 4,80 % und die vom Phosphor bei zweimal 0,60 % und einmal 0,50 %. Der Einsatz war in allen Fällen mit zwei Teilen Ergänzer und einem Teil Getreide vorgesehen. Zu dem Futter mit 4 % Calcium sollte zusätzlich Muschelschalen gegeben werden.

Drei abweichende Befunde

Drei deklarierte Gehalte konnten nicht bestätigt werden. Im Ergänzungsfutter für Legehennen LA Gold gepr des Herstellers RWZ Rhein-Main aus Wiesbaden konnte der deklarierte Calciumgehalt von 3,30 % nicht bestätigt werden. Es wurden lediglich 2,60 % im Futter analysiert. Das Ergänzungsfutter Union LE 411 des Herstellers Heiliger aus Zülpich wies zwei abweichende Befunde auf – statt 4,30 % wurden lediglich 2,87 % Calcium analysiert und statt 0,40 % lediglich 0,30 % Methionin.

Hilfreiche Empfehlungen?

Die fachliche Bewertung berücksichtigt neben Angabe und Einhaltung des Energiegehaltes die Einhaltung der Empfehlungen für Energie, Aminosäuren und Mineralstoffe. Beim Ergänzungsfutter werden die Nährstoffgehalte der verfütterten Mischung jeweils anteilig aus dem Ergänzer und Getreide berechnet und mit den Empfehlungen für Alleinfutter verglichen. Die fachliche Bewertung der untersuchten Futter nach Einsatzzweck ergab zwei Abwertungen. Die Unterschreitung des deklarierten Calciumgehaltes des oben bereits genannten Alleinfutters LA Gold gepr des Herstellers RWZ Rhein-Main aus Wiesbaden erhielt eine deutliche Abwertung mit der Note 3. Eine überhöhte Energiekonzentration führt zur unausgewogenen Nährstoffversorgung. Da die Auswahl des Futters auf die Herde abgestimmt ist, wird eine Einhaltung der Angaben erwartet. Ein zu geringer Calciumgehalt verschlechtert Bruchfestigkeit der Eier und ggfs. ebenfalls die Legeleistung.

Das Ergänzungsfutter Union LE 411 des Herstellers Heiliger aus Zülpich erhielt wegen Energie-Überschreitung, eines Methionin/Cystin-Untergehaltes und eines Calcium-Untergehaltes ebenfalls die deutlich abwertende Note 3. Alle anderen geprüften Futter erreichten die Vorgaben und konnten so die Benotung 1 erhalten. Bei den Ergänzern wäre wegen der Optimierung der Farbstoffzusätze und deren unterschiedliche Gehalte im Getreide ein Hinweis zum „passenden“ Getreide wünschenswert.

Hinweis

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen. Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.