Sauenfutter im Mischfuttertest
Wie 16 Alleinfutter für Sauen aus Nordrhein-Westfalen vom Verein Futtermitteltest (VFT) bewertet wurden.
In dieser Testreihe aus der Zeit von Juli bis September 2005 wurden 16 Alleinfutter für Sauen vom Verein Futtermitteltest (VFT) geprüft und bewertet. Dabei waren fünf Futter für tragende Sauen, 10 Futter für säugende Sauen und ein Futter ohne genaue Angabe des Einsatzbereiches einbezogen. Bei letzterem Futter handelte es sich um ein Ökofutter aus Holland. Am Test waren diesmal 13 verschiedene Hersteller beteiligt.
Die Säugefutter wiesen mit deklarierten 12,6 bis 13,4 MJ ME/kg die für diesen Leistungsbereich üblichen Energiegehalte auf. Die deklarierten Rohproteingehalte lagen zwischen 16,0 und 18,0 %, die Lysingehalte zwischen 0,9 und 1,0 %. Bei den Tragefuttern variierten die von den Herstellern angegebenen Energiegehalte zwischen 11,8 und 12,0 MJ ME/kg und die Rohproteingehalte zwischen 13,5 und 14,6 %. Das Ökofutter enthielt laut Deklaration 16,0 % Rohprotein und 0,76 % Lysin. Der Energiegehalt war nicht angegeben, wurde aber mit 12,3 MJ ME/kg ermittelt. Neun Prüffutter enthielten einen Zusatz von mikrobieller Phytase, die unter anderem dazu dient, die Phosphorverdaulichkeit des Futters zu verbessern und bei abgesenktem P-Gehalt die P-Ausscheidung der Tiere zu verringern.
Die deklarierten Gehalte an Energie, Rohprotein, Lysin, Calcium und Phosphor wurden mit einer Ausnahme von allen Herstellern eingehalten. Nur bei einem Futter lag der analysierte Rohproteingehalt mit 17,8 % deutlich über dem deklarierten Wert (16,0 %), was sich aber nicht auf die Gesamtbewertung auswirkte. Auch die Fütterungsempfehlungen der Hersteller zum Einsatzbereich waren fast ausnahmslos in Ordnung. Lediglich bei dem holländischem Ökofutter Eureko Univers.Sauenbrock von Coöperatie ABCTA/Lochem fehlte eine genaue Angabe zum Einsatzzweck. Bei diesem Futter handelte es sich um ein sogenanntes Kompromissfutter, das alle Leistungsphasen der Sau abdecken soll. Aus Erfahrung weiß man aber, dass dies problematisch ist, da sich die Nährstoffansprüche tragender und säugender Sauen stark unterscheiden. Des weiteren fehlten bei diesem Futter Angaben zum Energiegehalt und zum Calciumgehalt. Eine gezielte, leistungsgerechte Verwendung eines Futters ist nur möglich, wenn dem Landwirt keine wichtigen Informationen zur Ermittlung des Futterwertes und der Preiswürdigkeit des Futters vorenthalten werden. Aus diesem Grunde wurde das Futter auch nur in Gruppe 3 eingestuft. Alle anderen Futter erreichten mit Gruppe 1 das bestmögliche Gesamtergebnis, was den hohen Qualitätsstandard der industriell hergestellten Sauenfutter in NRW einmal mehr dokumentiert.
Die vorliegenden Ergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen.
Hinweis
Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.
- Tabellen: VFT 75/2005
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