Kupfer- und Zinkgehalte wurden angepasst

Schweinefutter

Nach einer kürzlich erlassenen EU-Verordnung müssen die Höchstgehalte für Spurenelemente in Alleinfuttermitteln abgesenkt werden. Wie die Mischfutterhersteller und Schweinehalter hierauf reagierten, zeigen Futteruntersuchungen aus der Praxis, die von Dr. Wolfgang Sommer und Klemens Kuhlmann der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen kommentiert werden.

Seit dem 26. April dieses Jahres müssen die in Alleinfuttermitteln bisher zugelassenen Höchstgehalte an Spurenelementen abgesenkt werden. Neu reglementiert wird dies durch die EU-Verordnung Nr. 1334/2003, wonach die Spurenelemente Kupfer, Zink, Mangan, Eisen und Kobalt teils drastisch reduziert werden müssen. Für die landwirtschaftliche Praxis ist Kupfer und Zink besonders wichtig. Hintergrund dieser EU-Verordnung sind zum einen Umweltgesichtspunkte. Erhöhte Spurenelementeinträge über tierische Exkremente in die Böden werden zunehmend als ökologisches Gefahrenpotential angesehen. Nach den Vorgaben der Bundes-Bodenschutz- und Altlasten-Verordnung dürfen beispielsweise bei hoch versorgten Böden maximal 360 g Kupfer und maximal 1 200 g Zink je Hektar und Jahr zusätzlich ausgebracht werden.

Zum anderen waren die bisherigen Spurenelementhöchstgehalte in den Alleinfuttermitteln aus Sicht der Tierernährung als stark überhöht anzusehen. Für die tägliche Bedarfsdeckung reichen nämlich weitaus geringere Spurenelementgehalte völlig aus. Beispiel: Zuchtsauen benötigen für ihre Kupferversorgung eine Konzentration von rund 10 mg Kupfer je kg fertiges Futter. Der zulässige Höchstgehalt an Kupfer lag vor der neuen Regelung jedoch bei 35 mg/kg Sauenfutter. Jetzt wurde dieser Wert auf 25 mg/kg Alleinfutter begrenzt. Der eigentliche Bedarf von 10 mg/kg wird damit allerdings weiterhin etwas überschritten, was aber als Sicherheitsmarge zu betrachten ist. Ähnlich verfuhr die EU bei den anderen Höchstgehalten der verschiedenen Futter bzw. Tierkategorien, wie in Übersicht 1 dargestellt wird.

In der Ferkelfütterung spielt Kupfer eine besondere Rolle. Bestimmte Mengen an Kupfer können kotstabilisierend und leistungssteigernd wirken. Wahrscheinlich ist die EU deshalb von den bisherigen Höchstgehalten im Ferkelfutter auch nur unwesentlich abgewichen. So wurde der Höchstgehalt an Kupfer von 175 mg auf lediglich 170 mg/kg Ferkelaufzuchtfutter abgesenkt. Parallel hierzu wurde allerdings der zulässige Einsatzbereich für diese Futter von 16 auf maximal 12 Lebenswochen verkürzt.

Wie sich nun die Mischfutterhersteller und Schweinehalter in der Konzeption ihrer Futter auf diese neue Situation eingestellt haben, zeigt eine Sonderuntersuchung der Landwirtschaftskammer NRW an Fertigfuttern und Eigenmischungen aus praktischen Betrieben. Im Rahmen der Untersuchungsreihe wurden insgesamt 65 Alleinfutter für Sauen, Ferkel und Mastschweine auf die Gehalte an Kupfer und Zink untersucht. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse zeigt die Übersicht 2.

Erfreulich ist die geringe Anzahl der Untersuchungsergebnisse, die außerhalb der zulässigen Höchstwerte für Kupfer (170 mg/kg bzw. 25 mg/kg) und Zink (150 mg) liegen. So überschritten insgesamt 5 Untersuchungsergebnisse die zulässigen Höchstgehalte für Kupfer, beim Zink waren es sogar nur 3 Werte. Von zwei Ausnahmen (Mittel-/Endmastfutter) abgesehen, handelte es sich nur um ganz geringfügige Überschreitungen.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen weiterhin, dass sich die Alleinfutter für die einzelnen Tiergruppen im Zinkgehalt nur wenig unterscheiden. So wurden im Mittel im Mastfutter 111 mg/kg gefunden, im Ferkelfutter waren es durchschnittlich 136 mg/kg und im Sauenfutter durchschnittlich 142 mg/kg.

Beim Kupfergehalt ergab sich erwartungsgemäß eine größere Variation der Ergebnisse. Hier wurden im Sauenfutter mit durchschnittlich 22 mg/kg die geringsten Werte gefunden. Dagegen wird bei den Ferkelfuttern und auch bei einigen Anfangsmastfuttern deutlich mehr Kupfer eingesetzt, was aber den gesetzlichen Vorgaben (Höchstgehalt 170 mg/kg) absolut entspricht.

Sowohl bei den Durchschnittswerten, als auch in der Streubreite der Ergebnisse ergeben sich kaum Unterschiede zwischen Eigenmischungen und Zukauffuttern.

Bei den Eigenmischungen hätte man im Vergleich zu den zugekauften Alleinfuttern eine größere Streubreite in den Befunden erwarten können. Dies ist erfreulicherweise nicht der Fall und spricht daher sowohl für die Qualität der eingesetzten Mischtechnik in landwirtschaftlichen Betrieben, als auch für die Qualität des „Mischpersonals“. Bei den untersuchten Mastfuttern (ohne Anfangsmastfutter) sind zwar nur wenige, dafür aber in zwei Fällen – wie bereits erwähnt - deutliche Überschreitungen des zulässigen Kupfergehaltes zu verzeichnen.

Der Kupfergehalte von 170 mg/kg ist auf Schweine bis zu einem Alter von 12 Wochen beschränkt. Es bleibt daher, realistisch betrachtet, für die Schweinemast nur eine geringe Zeitspanne für den Einsatz solcher Futter. Spezielle Mineral- und Ergänzungsfutter, die für Ferkel bzw. Mastschweine bis zu 12 Wochen Alter gedacht sind und entsprechende Kupfergehalte aufweisen, dürfen in der Mast nicht eingesetzt werden. Wegen der Schwierigkeit der Abgrenzung < 12 Wochen und > 12 Wochen sollte überlegt werden, Kupfergehalte von mehr als 25 mg/kg auf die Ferkelfütterung zu beschränken und in der Anfangsmast darauf zu verzichten.

Sowohl bei den Alleinfuttern für Zuchtsauen, als auch in solchen für die Schweinemast finden sich auch sehr niedrige Kupfergehalte im Bereich von 12 bis 15 mg/kg. Diese niedrigen Gehalte sind gezielt so eingestellt mit Kupferquellen wie z.B. Aminosäure-Kupferchelat, die im Vergleich zu herkömmlichen Kupferlieferanten eine bessere Verfügbarkeit haben sollen.

Neben den Alleinfuttern wurden im Rahmen des Untersuchungsprojektes auch insgesamt 29 Mineralfutter untersucht. Die entsprechenden Ergebnisse sind in Übersicht 3 dargestellt. Hier finden sich ähnliche Verhältnisse wie bei den Alleinfuttern. Die höchsten Kupfergehalte weisen erwartungsgemäß die Mineralfutter für Ferkel auf, gefolgt von denen für die Anfangsmast. Die höchsten Zinkgehalte wurden in den Mineralfuttern für Zuchtsauen gefunden.

Bei der Betrachtung der Ergebnisse und insbesondere der Streubreite ist zu berücksichtigen, dass die Mineralfutter mit Einsatzempfehlungen von 2 % bis 4 % angegeben sind. Dadurch erklären und relativieren sich die z. T. großen Spannen in den Untersuchungsbefunden.

Fazit:

Die Kupfer- und Zinkgehalte in den untersuchten Alleinfuttern für Sauen, Ferkel und Mastschweine orientieren sich an den futtermittelrechtlich zulässigen Gehaltswerten nach der neuen EU-Verordnung und sind damit in jedem Fall als bedarfsdeckend zu bezeichnen.

Bei den gefundenen Kupfergehalten der Futter finden sich insgesamt etwas größere Streuungen. Dies ist zu erklären durch gezieltes Einstellen niedriger Gehalte mittels z. B. Aminosäure-Kupferchelat auf der einen Seite. Andererseits werden die zulässigen Höchstwerte ausgereizt, um vermeintlich positive Wirkungen des Kupfers mitzunehmen.

Das Absenken der zulässigen Gehalte im Futter für Schweine beim Zink von 250 mg/kg auf 150 mg/kg und beim Kupfer von 35 mg/kg auf 25 mg/kg (bei Ferkeln von 175 mg/kg auf 170 mg/kg) ist in der Praxis und für die Praxis unspektakulär und ohne negative Auswirkungen auf das Leistungsgeschehen der Tiere umgesetzt worden.

Ein Vergleich der DLG-Empfehlungen zur Spurenelementversorgung der Schweine mit den jetzt futtermittelrechtlich zulässigen Gehalten lässt zudem den Schluss zu, dass hier noch weiteres Einsparpotential gegeben ist.

Autor: Dr. Wolfgang Sommer, Klemens Kuhlmann