Wann lohnt die Mast von Ebern?

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Ebermast. Foto: Ludger Bütfering

Ab 2019 ist die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel bis zum 7. Lebenstag durch den Landwirt per Gesetz verboten. Für diese bis dahin geltende Ausnahmeregelung entfällt nach Auffassung des Gesetzgebers die Begründung, weil es inzwischen Alternativen dazu in der Praxis gibt: Kastration nach Betäubung durch den Tierarzt, Immunokastration und Ebermast. Auch der Einsatz Schmerz ausschaltender Analgetika (Schmerzmittel) vor der Kastration durch den anwendenden Landwirt wird in den Formulierungen des kürzlich geänderten Tierschutzgesetzes als Variante für die Zukunft genannt.

In den letzten Monaten sind zu den praktischen Fragen der Ebermast, wie z.B. zur Haltung, Fütterung und zur Vermarktung zahlreiche Untersuchungen in Prüfstationen und auch in der Praxis durchgeführt worden. Grundsätzlich bleibt für die „Neueinsteiger in die Ebermast“ jedoch die entscheidende Frage, unter welchen Rahmenbedingungen sich die Ebermast „rechnet“. Auf diese Frage wird es wie in vielen anderen Fällen keine generelle, sondern nur eine auf die einzelbetrieblichen Verhältnisse angepasste Antwort geben. Die Berater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen haben diese Frage aufgrund von Erfahrungen in ihren Beratungsbetrieben intensiv diskutiert und daraus ein spezielles edv-gestütztes Beratungsinstrument entwickelt. Jeder interessierte Landwirt kann die Beratung zur Beantwortung der Wirtschaftlichkeit der Ebermast auf der Grundlage der einzelbetrieblichen Verhältnisse jetzt nachfragen. Im Folgenden sollen zu diesem Beratungsangebot einige grundlegende Aspekte dargestellt werden.

Die bisherigen Ergebnisse zu den biologischen Leistungen der Eber, zu den produktionstechnischen Anforderungen und zu den Eckdaten der Ebervermarktung werden im Folgenden als „Basis“ bezeichnet und als Vergleich zur Kastratenmast für einen Stall mit 1000 Mastplätzen dargestellt. Die gleichzeitige Mast von weiblichen Ferkeln wird in der Bewertung nicht berücksichtigt, d.h. der Ferkelbezug mit gemischt geschlechtlichen Ferkelpartien soll unverändert bleiben. Der wirtschaftliche Vergleich erfolgt auf Vollkostenbasis und wird auf einen m² Stallplatz bezogen.

In den produktionstechnischen Kennzahlen bestehen zwischen der Mast von Ebern und Kastraten zahlreiche Unterschiede. Als erster Unterscheidungsfaktor ist zunächst die Ausschlachtung der Eber zu nennen. Mit 78,5 % wird in der „Basisberechnung“ eine um einen Prozentpunkt schlechtere Ausschlachtung bei den Ebern angesetzt (Übersicht 1). Dies muss bei der Auswahl der verkaufsfähigen Tiere berücksichtigt werden, damit die Schlachtkörper möglichst in den optimalen Schlachtgewichtskorridor des Abrechnungsmodells des jeweiligen Abnehmers passen. Im Vergleich zu Kastraten weisen die Eber etwas veränderte Körperproportionen - z.B. leichterer und trockenerer Bauch- auf, die eine optimale Einschätzung des Schlachtkörpers erschweren. Zur Schulung der individuellen Gewichtseinschätzung ist deshalb eine Tierwaage von großem Vorteil, auch wenn dies mit einem gewissen Maß an Mehrarbeit verbunden ist.

Übersicht 1: Bestimmungsfaktoren für die Wirtschaftlichkeit der Ebermast im Vergleich zur Kastratenmast
(Auswertungsdaten Landwirtschaftskammer NRW, 2013)

 

Parameter Kastraten Veränderungen Eber
1. Ausschlachtung % 79,5 -1,0
2. Maskenpotenzial €/kg -0,0540 -0,0373
3. Futterverwertung kg/kg 2,9 - 0,3
4. Futterpreis Eberfutter €/ dt 28,0 + 1,5
5. Tageszunahmen g 846 ± 0
6. Platzanspruch m ² 0,75 ± 0
7. Anspruch an Futtertechnik   ± 0
8. Allg. Erlösniveau €/kg 1,65 ± 0
9. Allg. Futterpreisniveau €/ dt 28,0 ± 0
10. Tierverluste % 2,0 + 0,2
11. Arbeitsanspruch h/Tier 0,25 + 0,02

Mit dem Begriff „Maskenpotenzial“ sind die maskenbedingten Abzüge zusammengefasst, die durch Über- und/oder Unterschreiten der „Standardwerte“ in den Abrechnungsmodellen der Schlachtbetriebe entstehen. Dieser negative Betrag wird manchmal auch mit dem Begriff „Sortierverluste“ oder auch „Maskenschlupf“ bezeichnet. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Eberschlachtkörper oft weniger streuen. Das Maskenpotenzial der vermarkteten Eber zeigt auch anhand zahlreicher Auswertungen aus dem Internetportal „Schlachtdaten-online“ ein um ca. 1,7 Cent/kg Schlachtgewicht (SG) günstigeres Maskenpotenzial (geringere Sortierdifferenz) als die Kastraten.

Das Merkmal „Futterverbrauch je kg Zuwachs“ hat aufgrund der zurzeit hohen Futterpreise eine herausragende Bedeutung. Die Überlegenheit der Eber gegenüber den Kastraten wird in der „Basisberechnung“ mit einem Vorteil von 0,3 kg Futter je Tier in Ansatz gebracht, d.h. die Futterverwertung wird bei den Ebern mit 2,6 kg Futter je kg Zuwachs unterstellt. Zum Vergleich liegen die Kastraten anhand aktueller Auswertungen bei etwa 2,9 kg.

Bei einem allgemeinen Futterpreisniveau in Höhe von 28 €/ dt muss aufgrund der höheren Ansprüche der Eber an die Proteinversorgung mit einem um 1,5 €/ dt höheren Futterpreis kalkuliert werden. Eber haben ein höheres Fleischbildungspotenzial und gleichzeitig ein begrenztes Futteraufnahmevermögen. Sie sollten daher auf einem höheren Proteinversorgungsniveau grundsätzlich ad libitum gefüttert werden. Die vorliegenden Versorgungsempfehlungen der Landwirtschaftskammer zur Fütterung von Ebern sollten bis auf weiteres als Richtschnur für die Praxis angewendet werden.

Des Weiteren wird in der „Basiskalkulation“ unterstellt, dass die Eber das Leistungsniveau der Kastraten im Merkmal „tägliche Zunahmen“ zunächst einmal nicht übertreffen. Die Ergebnisse der vorliegenden Versuche dazu sind zum Teil uneinheitlich. Beim Anspruch an die Stallgrundfläche und an die Futtertechnik werden zunächst keine höheren Anforderungen für die Ebermast kalkuliert. In der Ebermast werden aufgrund der höheren Aktivität der Tiere die Verluste auf 2,2 % erhöht und wegen der etwas intensiveren Tierbetreuung soll der Arbeitsaufwand um 0,02 Stunden/Tier höher angesetzt werden.

Bei den in Übersicht 1 dargestellten Ansätzen für Kastraten- bzw. für die Ebermast und bei einem Preisniveau von 1,65 €/kg Schlachtgewicht (SG) errechnet sich für die Ebermast im Vergleich zur Mast von Kastraten ein wirtschaftlicher Vorteil in Höhe von 4,63 Cent/kg SG (Übersicht 2: Basis, siehe unten).

Die Auswirkungen möglicher betriebsindividueller Unterschiede in den Leistungsparametern bzw. den Rahmenbedingungen werden im Folgenden durch die Veränderung jeweils eines der wesentlichen Faktoren auf die Wirtschaftlichkeit der Ebermast dargestellt. In der Übersicht 3 sind diese Ansätze zusammenfassend dargestellt. Zur Übersichtlichkeit wird dabei immer nur einer der aufgeführten Ansätze angepasst, die restlichen verbleiben auf dem „Basisniveau“.

Übersicht 3: Wie wirken sich Veränderungen in den Produktionsbedingungen im Vergleich zu den Kastraten (Übersicht 2) auf die Wirtschaftlichkeit der Ebermast aus? (Beispiel: 1000 Mastplätze)

1. Ausschlachtung der Eber ist um 1,5 % schlechter
2. Maskenpotenzial (Sortierdifferenz) der Eber ist im Vergleich zu den Kastraten gleich
3. a) Futterverbrauch je kg Zuwachs ist um 0,1 besser als bei den Kastraten
3. b) Futterverbrauch je kg Zuwachs ist um 0,2 besser als bei den Kastraten
4. Eberfutter ist um 2 €/ dt teurer
5. Tageszunahmen der Eber sind um ca. 5 % (ca. 40 g ) höher
6. Platzanspruch der Eber ist um 10 % ( d.h. 0,83 m³) höher
7. Investitionsbedarf in die Futtertechnik 25.000 €
8. Allgemeines Marktpreisniveau ist um 0,2 €/kg Schlachtgewicht niedriger
9. a) Allgemeines Futterpreisniveau sinkt um 10 €/ dt Futter
9. b) Allgemeines Futterpreisniveau steigt um 5 €/ dt Futter
10. Tierverluste bei den Ebern liegen um 1,2 %-Punkte höher

Wachsen die Eber zum Beispiel um ca. 5 % besser, d.h. sie steigern das mit 846 g angesetzte Zunahmeniveau der Kastraten auf ca. 890 g (Übersicht 2: Nr. 5) oder wird ihnen etwa 10 % mehr Stallgrundfläche gewährt (Übersicht 2: Nr. 6) oder sinkt das allgemeine Preisniveau (Übersicht 2: Nr. 8), so wirkt sich das im Vergleich zur Basisrechnung kaum aus. Die Überlegenheit der Eber liegt unter sonst jeweils gleichen Bedingungen nahezu unverändert bei ca. 4 bis knapp 5 Cent/kg SG.

Steigt der Nachteil der Eber im Merkmal „Ausschlachtung“ von 1,0 auf 1,5 % (Übersicht 2: Nr. 1), wird das Eberfutter statt um 1,5 €/ dt um 2 €/ dt teurer (Übersicht 2: Nr. 4) oder steigen die Verluste um 1,2 %-Punkte bei den Ebern (Übersicht 2: Nr. 10), so sinkt bei jeder der dargestellten Änderung der wirtschaftliche Vorteil der Eber um ca. 1 Cent/kg SG auf rund 3 bis 3,5 Cent/kg SG.

Kann der Maskenschlupf beim Verkaufsmanagement im Vergleich zu den Kastraten nicht verbessert werden, d.h. es bleibt bei den Ebern auf einem Niveau von ca. -5 Cent/kg SG (Übersicht 2: Nr. 2) oder werden Investitionsmaßnahmen in die Futtertechnik in Höhe von 25.000 € erforderlich (Übersicht 2: Nr. 7), verlieren die Eber in der Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur „Basiskalkulation“ jeweils ca. 50 % ihres wirtschaftlichen Vorteils.

Die Auswirkungen der Futterverwertung auf das wirtschaftliche Ergebnis zeigen sich unter den angesetzten Futterpreisen besonders deutlich. Liegt der Leistungsvorteil der Eber statt bei – 0,3 kg Futter je kg Zuwachs „nur“ bei – 0,1 kg, geht der Vergleich zur Kastratenmast negativ aus. Erst bei einer Verbesserung im Bereich von – 0,2 kg Futter je kg Zuwachs schlägt sich die Überlegenheit der Eber auch im wirtschaftlichen Gesamtergebnis nieder (Übersicht 2, Nr.3a und 3b). In ähnlich deutlicher Weise wird der Einfluss des allgemeinen Futterpreisniveaus deutlich. Bei einer Futterverwertung in Höhe von 2,6 kg /kg Futter („Basis) steigen die Vorteile der Ebermast mit steigendem allgemeinem Futterpreisniveau und umgekehrt (Übersicht 2: Nr. 9a und 9b).

Die zum Teil gravierenden Auswirkungen einzelner Bestimmungsfaktoren zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit der Ebermast zeigen deutlich, dass es notwendig ist, Daten zum einzelbetrieblichen Leistungsniveau der Kastraten und zu den produktionstechnischen Rahmenbedingungen in die Kalkulation einzubringen. Nur dann ist die Gewähr für eine möglichst sichere Einschätzung der Wirtschaftlichkeit für die Ebermast gegeben. Empfehlenswert ist dabei eine eher vorsichtige Einschätzung des Leistungspotenzials der Eber. Wenn die tatsächlichen Ergebnisse dann besser ausfallen als prognostiziert, so ist das auf jeden Fall günstiger als eine zu optimistische Vorgehensweise. Sollten sich die Leistungsparameter der Eber im Vergleich zu den Kastraten eher ungünstiger darstellen, so resultieren daraus im Einzelfall auch Nachteile für die Ebermast. Umgekehrt führen deutlich bessere Bedingungen als die in den Modellrechnungen unterstellten im Einzelfall auch zu deutlich größeren Vorteilen für die Ebermast. Es kommt also auf die einzelbetrieblichen Verhältnisse an.

Sämtliche Aussagen unterstellen, dass die bisher geltenden Zusagen der Schlachtbetriebe, dass alle angedienten Schlachtkörper unabhängig vom Auftreten möglicher Geruchsabweichungen mit den angewandten Abrechnungsmodellen bezahlt werden.

Optimale Erlöse in der Ebermast

Wie in der Schweinemast gilt es auch für die Ebermast, das Verkaufsmanagement im Hinblick auf die angewandten Abrechnungsmodelle der Schlachthöfe zu optimieren. In den allermeisten Fällen werden die Eber mit der Autofom-Technologie klassifiziert. Das Unternehmen Tönnies wendet ein „Eber spezifisches“ Abrechnungsmodell an, bei Westfelsich und bei Vion erfolgt die Erlösfindung nach dem gleichen Verfahren wie bei den Mastschweinen. Mit steigendem Schlachtgewicht steigen die Indexpunkte je kg SG an und sinken nach einem Plateau teilweise deutlich ab (Übersicht 4, siehe unten). Die „ Tönnieskurve“ zeigt im Vergleich zu der bei Westfleisch ein stärker ausgeprägtes Plateau, d.h. die „Maske“ reagiert vergleichsweise unelastisch auf Abweichungen im Schlachtgewicht und toleriert daher eher, wenn Eberschlachtkörper den angestrebten Korridor von 88 bis 102 kg SG nicht treffen. Leichtere Tiere erlösen bei Tönnies mehr als bei Westfleisch und bei Vion.

Ab etwa 100 kg SG nähern sich die Kurven an. Die dargestellten Indexpunkte enthalten keine Bonuszahlungen, wie z.B. Geruchs- oder Einstiegsboni, sondern allein Masken bedingte Effekte.

Optimales Schlachtgewicht ermitteln

Betriebswirtschaftlich bedeutet maximaler Erlös nicht gleichzeitig wirtschaftliches Optimum. Zur Ermittlung des Optimums bedarf es einer sogenannten Grenzwertbetrachtung, wobei den Erlösen des jeweils letzten erzeugten kg SG der Aufwand für diesen Zuwachs gegenübergestellt werden muss. Das Optimum ist dann erreicht, wenn der zusätzliche Erlös für ein kg SG den Aufwand gerade noch abdeckt, d.h. die Differenz zwischen Grenzertrag und Grenzkosten noch nicht negativ ist. Um diesen Schnittpunkt sicher ermitteln zu können, bedarf es einer großen Zahl auswertbarer Datensätze, d.h. mit einer Schlachtpartie alleine führt die Methode nicht zu belastbaren Ergebnissen.

Aus dem Internetportal „Schlachtdaten-online“ des Unternehmens IQ- Agrar Service GmbH in Osnabrück liegen umfangreiche Datensätze aus der Vermarktung von Eberschlachtkörpern vor. Anhand von Eberschlachtdaten des Unternehmens Tönnies wird im Folgenden die Ermittlung des optimalen Schlachtgewichts dargestellt. Dazu standen ca.125.000 Datensätze mit durchschnittlich ca. 96 kg SG (90 – 102) zur Verfügung (Übersicht 5, siehe unten). Als Preisniveau ist beispielhaft 1,7 €/kg SG und das Futter geht mit 32 €/ dt in die Kalkulation ein. Die Eber sollen eine Tageszunahme in Höhe von 825 g haben und eine Ausschlachtung von 77,0 % halten. Für die sonstigen Festkosten werden 0,33 bis 0,39 €/kg SG berücksichtigt.

Der Grenzgewinn sinkt mit steigendem Schlachtgewicht und wird je nach Abrechnungsmodell im Bereich 95 bis 98 negativ. Eber, die an Westfleisch oder an Tönnies gehen, sollten unter den genannten Rahmenbedingungen nicht schwerer sein als 96 kg SG, aber auch nicht wesentlich leichter. Der Vermarktungsweg zu Vion lohnt sich auch noch mit Schlachtgewichten von ca. 98 kg.

Steigen die Futterpreise sollten niedrigere Schlachtgewichte angestrebt werden. Wird z.B. das Futter um 4 €/ dt teurer, sind die Schlachtgewichte anhand der ausgewerteten Stichprobe je nach Vermarktungsweg um 1 bis 2 kg zurück zu nehmen. Ein steigendes allgemeines Marktpreisniveau um 0,2 €/kg SG sollte Schlachtgewichtsanpassungen von + 1 bis 2 kg zur Folge haben. In gleicher Weise sollten Betriebe reagieren, deren Eber statt der angesetzten 825 g tägliche Zunahmen 900 g erreichen.

Fazit

  • Beim Ansatz mittlerer Leistungsdaten und gegebenen Erzeugungsbedingungen bringt die Mast von Ebern wirtschaftliche Vorteile bei den Vollkosten in Höhe von 4,6 Cent/ kg SG.
  • Der Leistungsunterschied im Merkmal „Futterverbrauch je kg Zuwachs“ und das allgemeine Futterpreisniveau sind entscheidend für die wirtschaftliche Bewertung der Ebermast. Vorteile verzeichnen die Eber, wenn die Futterverwertung um mindestens 0,2 kg Futter je kg Zuwachs besser ist als die der Kastraten. Steigende Futterpreise erhöhen die Vorzüglichkeit der Ebermast.
  • Die gegebenen Abrechnungsmodelle für die Vermarktung von Ebern erfordern unterschiedliche Vermarktungsstrategien. Das Tönniesmodell toleriert geringfügige Schwankungen im Schlachtgewicht zwischen 93 und 97 kg SG. Bei Vion sollten die Tiere auf jeden Fall schwerer gemästet werden. Ab 100 kg SG nähern die mittleren Erlöse je kg SG der Unternehmen Westfleisch, Tönnies und Vion an. Bonuszahlungen jeglicher Art sind dabei nicht berücksichtigt.
  • Zur Ermittlung des optimalen Schlachtgewichtes sollten die Erzeugungskosten des zusätzlichen kg SG den Erlösen gegenübergestellt werden. Unter aktuellen Bedingungen ist zu empfehlen, dass die Eber für die Vermarktungswege Tönnies und Westfleisch ca. 95 bis 96 kg SG erreichen. Bei Vion ist das Zielgewicht ca. 2 kg höher.
  • Bei steigenden Futterkosten sind die Schlachtgewichte nach unten anzupassen. Ein steigendes Marktpreisniveau und eine Leistungssteigerung der Eber erlauben höhere Schlachtgewichte.
  • Nur beim Ansatz betriebsindividueller Leistungsdaten und unter Berücksichtigung der betrieblichen Erzeugungsbedingungen kann eine sichere Aussage zur Wirtschaftlichkeit ermittelt werde. Dazu bietet die Beratung der Landwirtschaftskammer entsprechende „Auswertungswerkzeuge“ an.

Autor: Dr. Friedhelm Adam, Stefan Leuer, Franz-Josef Hartmann