Düngeempfehlungen für den Hausgarten

Düngen Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich, um die Natur zu schonen. Eine gute Grundlage bildet dafür das Ergebnis einer Bodenuntersuchung. Beachten Sie bitte auch den Artikel zur Düngung im Hausgarten.

Vergleichen Sie das Prüfergebnis mit den nachfolgenden Tabellen zu den einzelnen Nährstoffen. Ordnen Sie die Versorgungsstufen zu und lesen Sie die zugehörige Düngeempfehlung ab.

Prüfen Sie, ob der Boden alle oder nur einzelne Nährstoffe benötigt. Liegen alle Untersuchungsbefunde in der gleichen Stufe, können Mehrnährstoffdünger sinnvoll eingesetzt werden. Sollen nur einzelne Nährstoffgehalte erhöht werden, sind ein- oder zweiseitig betonte Dünger zu wählen.

Kalkversorgung / pH-Wert

Empfehlung in g/m² kohlensaurer Kalk / Algenkalk(+) (oder andere Kalke mit ca. 50 % CaO)

Versorgungsstufe gemessener pH-Wert Kalkung g/m²
Leichte Böden (Sand, lehmiger Sand)
niedrig unter 5,3 max. 150 bis 200
anzustreben 5,3 bis 5,7 120 bis 180
hoch über 5,7 keine Kalkung
Mittlere Böden (sandiger Lehm, schluffiger Lehm)
niedrig unter 5,7 max. 300 bis 400
anzustreben 5,7 bis 6,5 180 bis 250
hoch über 6,5 keine Kalkung
Schwere Böden (Lehm, Ton) (++)
niedrig unter 6,3 max. 400
anzustreben 6,3 bis 6,9 250 bis 350
hoch über 6,9 keine Kalkung

(+)   Bei Algenkalk (30 % CaO) die obige Menge um ¼ erhöhen.
(++) Auf schweren Böden die Hälfte der angegebenen Menge in Form von Branntkalk.

  • Maximale Mengen nicht überschreiten!
  • Angegebene Kalkmenge für zwei bis drei Jahre ausreichend
  • Bei sehr niedrigen pH-Werten so lange kleine Gaben kalken, bis angestrebter pH-Wert erreicht ist, Kontrolluntersuchung für pH-Wert durchführen
  • Bei kalkhaltigen Düngern bzw. Bodenhilfsstoffen oder aufgekalkten Komposten die Kalkmenge reduzieren.
  • Kalk nie gleichzeitig mit Stickstoff- oder Stalldünger streuen
  • Kalkmenge gleichmäßig ausstreuen und einarbeiten
  • pH-Anspruch bestimmter Kulturen beachten: zum Beispiel Moorbeetpflanzen (Rhododendron) um 4,5, Rasen um 5,5, Rosen um 6,5.

 

Phosphorversorgung (P2O5)

 Empfehlung in g/m² z.B. als Superphosphat (18 % P2O5)

Versorgungsstufe Untersuchungsergebnis
(mg P2O5/100 g Boden)
Düngung g/m²
A sehr niedrig unter 5 3 mal 50 g
B niedrig 6 bis 13 60 bis 100 g
C anzustreben 14 bis 24 30 bis 60 g
D hoch 25 bis 38    0 bis 30 g
E sehr hoch 38 bis 99 z.Z. keine Düngung
F überhöht über 99 z.Z. keine Düngung
  • Die Düngermengen gelten auch für organische, organisch-mineralische oder mineralische Mehrnährstoffdünger mit 15 bis 18 % P2O5.
  • Angegebene Mengen bei gleichzeitiger Kompostgabe um 15 g/m² und bei Mistgaben um 40 g/m² verringern!
  • Liegt eine P2O5-Überversorgung vor, zukünftig phosphatfreie Mehrnährstoffdünger (NKMg) oder Einzelnährstoffdünger einsetzen.
  • Bei P2O5-Mangel z.B. Knochenmehl (30 % P2O5) düngen und angegebene Menge halbieren.

 

Kaliumversorgung (K2O)

Empfehlung in g/m² z.B. als Kalimagnesia (30 % K2O, 10 % MgO)

Versorgungsstufe Untersuchungsergebnis
(mg K2O/100 g Boden)
Düngung g/m²
Leichte Böden (Sand, lehmiger Sand)
A sehr niedrig unter 3 4 bis 5 mal 30 g
B niedrig 4 bis 9 3 mal 30 g
C anzustreben 10 bis 18 2 mal 20 bis 30 g
D hoch 19 bis 32 20 g
E sehr hoch über 33 z.Z. keine Düngung
Mittlere / schwere Böden (sandiger Lehm, Lehm/Ton)
sehr niedrig unter 5 4 bis 5 mal 30 g
niedrig 6 bis 13 3 mal 30 g
ausreichend 14 bis 24 2 mal 20 bis 30 g
hoch 25 bis 38 20 g
sehr hoch über 39 keine Düngung
  • Kalimagnesia stammt aus natürlichen Salzlagerstätten
  • Möglichst Kaliumsulfatdünger einsetzen, wie Kalimagnesia oder Mehrnährstoffdünger
  • Kaliumchlorid bei Obst meiden, da Salzschäden möglich
  • Kalium-Magnesium-Verhältnis im Boden von  3 : 1 anstreben (siehe auch Magnesium)
  • Kalimagnesia möglichst im Frühjahr oder zum wachsenden Bestand düngen, so werden Auswaschungsverluste vermieden
  • Qualitätsgeprüfte Holzasche oder Sekundärrohstoffdünger sind ebenfalls Kaliumlieferanten; angegebene Düngermenge entsprechend des prozentualen Gehaltes an K2O verändern

 

Magnesiumversorgung (Mg)

Empfehlung in g/m² z.B. als
• Kieserit:             25 % MgO
• Bittersalz:         15 % MgO
• Kalimagnesia: 10 % MgO; 30 % K2O

Versorgungsstufe Untersuchungsergebnis
(mg Mg/100 g Boden)
Düngung g/m²
Leichte Böden (Sand, lehmiger Sand)
A sehr niedrig unter 1 30 g Kieserit und 2-3 mal 20 g Bittersalz
B niedrig 2 30 g Bittersalz
C anzustreben 3 bis 4 30 g Kalimagnesia (+)
D hoch 5 bis 7 20 g Kalimagnesia (+)
E sehr hoch über 8 z. Z. keine Düngung
Mittlere Böden (sandiger Lehm, schluffiger Lehm)
A sehr niedrig unter 2 30 g Kieserit und 2-3 mal 20 g Bittersalz
B niedrig 3 30 g Bittersalz
C anzustreben 4 bis 6 30 g Kalimagnesia (+)
D hoch 7 bis 10 20 g Kalimagnesia (+)
E sehr hoch über 11 z. Z. keine Düngung
Schwere Böden (Lehm, Ton)
A sehr niedrig unter 3 30 g Kieserit und 2-3 mal 20 g Bittersalz
B niedrig 4 bis 5 30 g Bittersalz
C anzustreben 6 bis 9 30 g Kalimagnesia (+)
D hoch 10 bis 14 20 g Kalimagnesia (+)
E sehr hoch über 15 z. Z. keine Düngung

( + ) Rhododendron, Heide, Azaleen, Nadelgehölze stattdessen mit 15 - 25 g/m² Bittersalz düngen

  • Liegen K2O und Mg im anzustrebenden Bereich, decken 20 bis 30 g Kalimagnesia den Magnesium- und Kaliumbedarf ab
  • Liegt das Kalium-Magnesium-Verhältnis weit über 3 : 1, unbedingt Magnesium düngen. Zuviel Kalium im Boden hemmt die Magnesiumaufnahme der Pflanzen und kann zu Magnesiummangel führen
  • Bei Einsatz Mg-haltiger Kalke ist meist keine zusätzliche Magnesium-Düngung nötig
  • Magnesium im Frühjahr oder zum wachsenden Bestand düngen, dadurch werden Auswaschungsverluste vermieden

Stickstoffversorgung (N)

Stickstoffgabe nach pflanzenartspezifischen Bedarf richten:

Hoher Bedarf Mittlerer Bedarf Niedriger Bedarf
Starkzehrer:
z.B. Kohl, Tomaten, Rhabarber, Gurken, Porree
Mittelstarkzehrer:
z.B. Sellerie, Zwiebeln, Radies, Rote Bete
Schwachzehrer:
z.B. Kräuter, Bohnen, Erbsen, Salat, Nadelgehölze, Obst

Fehlen Stickstoffbefunde nach Erfahrungswerten düngen:

Empfohlene Düngermenge in g/m² und Jahr:

Düngemittel z.B. als für Starkzehrer für Mittelzehrer für Schwachzehrer
Hornspäne, -mehl, -gries, 10 - 14 % N 100 70 40
Kalkammonsalpeter 27 % N 60 40 20
Schwefelsaures Ammoniak 21 % N 70 50 25
Mehrnährstoffdünger mit 12 - 15 % N 130 90 60

Düngermengen in mehrere Gaben zu 20 - 25 g/m² teilen!
Wichtig: Bei regelmäßiger Kompost- oder Mistzufuhr muss die Stickstoffgabe verringert werden.

  • Hornmehl und ähnliches wirken langsam. Nasskalte Frühjahre oder grober Dünger verzögern die N-Wirkung. Wenn die Pflanzen Gelbfärbung zeigen, kleine mineralische Startgaben zur Überbrückung von N-Mangel geben.
  • Vorsicht: Nicht Kälte-, Trockenheits- oder Krankheitssymptome mit N-Mangel verwechseln.
  • Schwefelsaures Ammoniak senkt den pH-Wert, ist für Böden mit zu hohem pH-Wert ideal und bei Landhandel und Genossenschaften erhältlich.

 

Allgemeine Hinweise zur Düngung

  • Organische Dünger werden witterungsabhängig wirksam. Bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe werden keine / wenige Nährstoffe freigesetzt (zusätzliche Düngung zwecklos), bei feucht-warmer Witterung kann es zu sehr großen Nährstoffschüben kommen: Auswaschungsgefahr!.
  • Kompost, Mist und ähnliches verbessern die Bodenstruktur und führen Humus sowie Nährstoffe zu. Je abgelagerter und reifer der Dünger, umso geringer wird die direkte Nährstoffzufuhr, aber umso größer wird die Humus-Wirkung.
  • Zu Frischkompost ggf. 20 g/m² Kalkammonsalpeter geben, um die Stickstoffsperre zu überbrücken.
  • Möglichst die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorziehen (Auswaschungsverluste mindern)
  • Düngermengen in Teilgaben verabreichen, sonst besteht Überdüngungsgefahr
  • Nicht auf feuchte Pflanzen düngen, es könnten Ätzschäden entstehen
  • Möglichst auf feuchten Boden düngen, ansonsten ist keine unmittelbare Nährstoffwirkung möglich
  • Auswaschungsverluste mindern durch:
    • Vermeidung von Brachzeiten, System „Immer grün“
    • Anbau von Gründüngungspflanzen
    • möglichst spätes Abräumen der Gründüngung
    • wo möglich, keine oder reduzierte Bodenbearbeitung im Herbst (dadurch winterliche Nährstoffschübe verhindern)
    • möglichst Mulchen (Verdunstungs- und Bodenschutz)

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie über das Servicetelefon der LUFA NRW: (0251) 2376-595. Sie können uns auch über E-Mail lufa@lwk.nrw.de kontaktieren.