Prüfung Fachagrarwirt/in - Baumpflege und Baumsanierung

Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt / Geprüfte Fachagrarwirtin Baumpflege und Baumsanierung

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen führt gemäß § 56 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) im Jahr 2016 Prüfungen zum Abschluss „Geprüfter Fachagrarwirt/Geprüfte Fachagrarwirtin - Baumpflege und Baumsanierung“ durch.

Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung

Gemäß § 2 der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Fachagrarwirt/Geprüfte Fachagrarwirtin - Baumpflege und Baumsanierung (s. u.) ist zur Prüfung zuzulassen, wer

  1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in den anerkannten Ausbildungsberufen Gärtner/Gärtnerin, Forstwirt/Forstwirtin, Winzer/Winzerin oder Landwirt/Landwirtin und danach zusätzlich eine mindestens dreijährige Berufspraxis in Baumschulen, in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus, des Obstbaus, der Forstwirtschaft oder der Landwirtschaft mit wesentlichem Waldbauanteil oder
  2. eine mindestens fünfjährige Tätigkeit in Betrieben des Gartenbaus, der Forstwirtschaft, des Weinbaus oder der Landwirtschaft und zusätzlich eine mindestens dreijährige Berufspraxis in Baumschulen, in Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus, des Obstbaus, der Forstwirtschaft oder der Landwirtschaft mit wesentlichem Waldbauanteil nachweist.

Abweichend kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Geforderte Nachweise

  1. Arbeitsmedizinische Eignungstauglichkeitsuntersuchung - gefährliche Baumarbeiten nach G41 und G25 - gültig für die jeweilige Prüfungssaison,
  2. Erfolgreich abgeschlossener Motorsägenlehrgang gemäß VSG 4.2 bzw. AS Baum I,
  3. Ersthelferausbildung (8 Doppelstunden) nach VSG 1.3 § 3 Abs. (max. 2 Jahre alt),
  4. Befähigung Einsatz Hubarbeitsbühne (BGG 966 oder gleichwertig – ASB II (neu)),
  5. ggf. Befähigungsnachweis für Seilklettertechnik (mind. SKT-A)

Prüfungsinhalte und Prüfungsleistungen

Die Prüfung gliedert sich in drei Prüfungsteile mit folgenden Inhalten und zu erbringenden Leistungen:

Grundlagen der Baumpflege und Baumsanierung

Inhalte:

  1. Funktion, Aufbau, Entwicklung, Altersstadien und Lebensvorgänge von Bäumen und die ökologische Bedeutung von Bäumen,
  2. natürliche Standortfaktoren und ihre Auswirkungen auf Wachstum und Entwicklung von Bäumen,
  3. Verwendung von Bäumen und von Pflanzen des Baumumfeldes unter Berücksichtigung der Standort- und Pflegeansprüche,
  4. Beurteilung der Pflanzenqualität, Gütebestimmungen,
  5. Ursachen und Erkennungsmerkmale von Baumschäden, Baumschadensdiagnose,
  6. Aufgaben, Ziele und Bereiche der Baumpflege und Baumsanierung,
  7. Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes bei der Baumpflege und Baumsanierung,
  8. Materialien sowie Maschinen und Geräte zur Schadensdiagnose sowie zur Baumpflege und Baumsanierung,
  9. Kriterien zur Baumerhaltung und baumpflegerische Bewertungen.

Prüfungsleistungen:

  1. Baumschadensdiagnose selbständig planen, durchführen und in einem Prüfungsgespräch erläutern; Zeitrahmen: nicht länger als 90 Minuten
  2. Schriftliche Prüfung, nicht länger als drei Stunden; ggf. mündliche Ergänzungsprüfung

Maßnahmen der Baumpflege und Baumsanierung

Inhalte:

  1. Baumpflegemaßnahmen,
  2. Sanierungsmaßnahmen im Baumumfeld,
  3. Baumsanierungsmaßnahmen.

Prüfungsleistungen:

  1. Zwei Arbeitseinsätze aus den o. g. Arbeitsbereichen; sie sind jeweils gesondert zu planen, durchzuführen und jeweils in einem Prüfungsgespräch zu erläutern; Zeitrahmen: Insgesamt nicht länger als drei Stunden

Wirtschaft, Recht und Soziales

Inhalte:

  1. Leistungsbeschreibung für Baumpflege- und Baumsanierungsarbeiten,
  2. Ausschreibung, Kalkulation und Vergabewesen,
  3. Arbeitsorganisation,
  4. Abnahme, Abrechnung und Gewährleistung,
  5. Zustandekommen von Rechtsgeschäften und Haftungsrecht,
  6. Rechtsvorschriften zur Durchführung von Baumpflege- und Baumsanierungsarbeiten, Bestimmungen des Arbeits-, Betriebsverfassungs-, Sozial- und Arbeitsförderungsrechts,
  7. berufsständische Organisationen und Gewerkschaft.

Prüfungsleistungen:

  1. Anhand eines Fallbeispiels wirtschaftliche, rechtliche und soziale Zusammenhänge erkennen, analysieren und beurteilen; die Ergebnisse sind schriftlich niederzulegen und in einem Prüfungsgespräch zu erläutern; Zeitrahmen: bis zu drei Stunden für die Lösung der Aufgabe, 30 Minuten Prüfungsgespräch

Anmeldung zur Prüfung

Letzter Anmeldetermin: 30. Mai.

Für die Anmeldung benutzen Sie bitte dieses Formular:

Bitte beachten Sie, dass eine Zulassung zur Prüfung nur möglich ist, wenn die geforderten Nachweise vollständig beigefügt sind. Sollten zum Anmeldungsstichtag noch Nachweise fehlen, die aber sehr zeitnah nachgeliefert werden können, nehmen Sie bitte Kontakt auf (s. u.).

Prüfungsgebühr

Die Prüfungsgebühr beträgt insgesamt 588 € (252 € für die Zulassung zur Prüfung, 336 € für die Durchführung der Prüfung). Darüber hinaus kann eine zusätzliche Umlage für Prüfungsnebenkosten (z. B. Maschinenmiete) erhoben werden.

Prüfungsablauf

  • Letzter Anmeldetermin: 30. Mai
  • Schriftliche sowie praktische/mündliche Prüfungen im September/Oktober

Rechtsgrundlagen

Weiterbildung

Informationen zu den Weiterbildungsangeboten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Partnerinstitutionen finden Sie hier:

Kontakt

Markus Reher
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Geschäftsbereich 4 - Berufsbildung, Fachschulen
Nevinghoff 40
48147 Münster
Telefon: 0251 2376-427
Telefax: 0251 2376-419
E-Mail: markus.reher@lwk.nrw.de