Sperrfristverschiebung

Sperrfristverschiebung nach hinten auf Antrag nur für Aufbringung auf Grünland

Nach den Vorgaben der Düngeverordnung können in diesem Jahr Anträge bezüglich Sperrfristverschiebung gestellt werden. In Nordrhein-Westfalen ist die zuständige Behörde der Geschäftsführer der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer als Landesbeauftragter im Kreis. Wie in den Vorjahren ist eine Verschiebung der Sperrfrist nur auf Einzelantrag möglich.

Die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW kann den Antrag nur im Einvernehmen mit der jeweiligen Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltungen genehmigen. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Gegebenheiten in NRW und der beschriebenen Zuständigkeiten gibt es keine landesweit einheitliche Vorgehensweise bei der Genehmigung einer Sperrfristverschiebung. Die Auflagen zur Genehmigung eines Antrags variieren somit von Kreis zu Kreis.

Für die Kreisstellen Aachen, Düren, Euskirchen ist mit den Unteren Wasserbehörden der Kreise bzw. mit der Städteregion Aachen Einvernehmen für eine Sperrfristverschiebung erzielt worden, sofern diese nur von viehhaltenden Betrieben und für die im eigenen Betrieb anfallende Wirtschaftsdüngermenge beantragt wird. Gemäß der vom MULNV NRW empfohlenen Vorgehensweise soll es innerhalb eines Kreises nur eine einheitliche Verschiebung nach vorne oder nach hinten geben. Die Kreisstellen Aachen, Düren, Euskirchen werden ausschließlich Sperrfristverschiebungen um 4 Wochen nach hinten für Grünland genehmigen, wenn ein begründeter Antrag spätestens am 30.09.2017 eingegangen ist.

Beachten Sie bitte auch die weiteren Hinweise!

Die Düngeverordnung sieht ein Ausbringverbot für Düngemittel mit mehr als 1,5% Stickstoff in der Trockenmasse (z.B. Jauche, Gülle, feste und flüssige Gärreste, Geflügelkot, flüssige und feste Klärschlämme und auch mineralische Stickstoffdünger) für folgende Zeiten vor:

  • Nach der Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar für Ackerland
  • 1. November bis 31. Januar für Grünland und mehrjähriges Feldfutter

Die Sperrfristverschiebung wird für den gesamten Betrieb beantragt. Wenn nur für einzelne Flächen die Verschiebung beantragt und genehmigt wird, darf auch keine andere bewirtschaftete Fläche des Antragstellers vor dem 1. März 2018 eine Düngergabe erhalten.

Beispiel für Betrieb mit genehmigter Sperrfristverschiebung

Zu düngende Flächen Einzuhaltende Sperrfrist
Beantragte Grünlandflächen 29.11.2017                           bis 28.02.2018
Nicht beantragte Grünlandflächen 01.11.2017                           bis 28.02.2018
Ackerflächen Nach der Hauptfruchternte* bis 28.02.2018

*Ausnahmen gemäß DüV

Für Festmist von Huf- und Klauentieren gilt eine neu eingeführte Aufbringungssperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar.

Bei der Ausbringung Bodenzustand beachten

Es ist zu beachten, dass die Ausbringung verboten ist, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder mit Schnee bedeckt ist. Entgegen der bisherigen Regelung muss der Boden mit Inkrafttreten der neuen DüV tagsüber vollständig am Tag des Aufbringens auftauen. Es genügt folglich ein oberflächliches, wenige cm tiefes Auftauen nicht mehr.

Mit besonderer Vorsicht ist bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern in Hanglagen zu agieren. Ein Abschwemmen in Gewässer oder auf benachbarte Flächen ist unbedingt zu vermeiden.

Für die Genehmigung des Antrags auf Verschiebung der Sperrfrist wird eine Gebühr von 60 Euro ohne MwSt. erhoben.